Ohne Freiwillige keine Kirche

Shownotes

Wie wird aus Interesse echtes Engagement? Und wie können Kirchgemeinden Angebote schaffen, bei denen Freiwillige nicht bloss mithelfen, sondern mitgestalten? In dieser Folge von Reflex diskutieren Simone Siegenthaler und Daniel Frischknecht über die Zukunft der Freiwilligenarbeit in der reformierten Kirche. Dazu gehören persönliche Ansprache, flexible Einsatzmöglichkeiten und die Bedeutung von Beziehungen.

Themen der Folge

  • Was motiviert Menschen? Sinn, Gemeinschaft, Freude, neue Begegnungen und der Wunsch, etwas zurückzugeben.
  • Angebote gemeinsam entwickeln: Statt fertige Aufgaben zu verteilen, sollten Kirchgemeinden Menschen und ihre Interessen früh einbeziehen.
  • Freiwillige persönlich ansprechen: Offene Türen und echtes Interesse können mehr bewirken als eine allgemeine Ausschreibung.
  • Passende Möglichkeiten schaffen: Ein vielfältiges „Menü“ aus einmaligen, regelmässigen, kurzen und längeren Einsätzen macht den Einstieg leichter.
  • Zusammenarbeit gestalten: Freiwillige, Professionelle und Behörden brauchen Dialog, Vertrauen und klare Rahmenbedingungen.
  • Wertschätzung im Alltag zeigen: Ein persönliches Danke und das Gefühl, gesehen zu werden, sind zentral.
  • Junge Menschen ernst nehmen: Eigene Räume, Mitgestaltung und projektbezogene Angebote können Engagement fördern.
  • Unterschiedliche Beweggründe willkommen heissen: Glaube kann motivieren – ebenso wie Solidarität, Interesse oder der Wunsch, Menschen zu begegnen.

Leitfaden zur Freiwilligenarbeit für reformierte Kirchgemeinden

Transkript anzeigen

00:00:00: Stationvoice: Reflex. Dein Podcast zur Kirche und Gesellschaft Themen, die dich bewegen. Wir diskutieren Sie ein Podcast der evangelisch reformierten Kirche Schweiz.

00:00:13: Michèle: Hallo zusammen! Ihr hört Reflex euren Podcast für evangelisch reformierten Content Freiwilligenarbeit macht glücklich. Das ist einer der ersten Sätze, die ich in meiner Recherche zum heutigen Thema gefunden habe. Stimmt, Es ist schön, gebraucht zu werden und sich nützlich zu fühlen. Ich bin da ganz ein reformiertes Fangirl, muss ich zugeben. Denn Leute, ich arbeite nicht nur hauptberuflich für die Kirche, ich helfe auch noch gelegentlich in meiner Kirchgemeinde freiwillig mit. Wenn ich bei einem Freiwilligenanlass bin, den wir einmal im Jahr haben, um den Freiwilligen zu danken, dann sind die Leute da eher so sechzig plus. Haben wir also in der reformierten Kirche ein Generationenproblem? Bei den Freiwilligen? Und was wollen denn heutige Freiwillige eigentlich? Für das ganze Thema Freiwilligenarbeit habe ich mir zwei Vorsicht Wortspiel freiwilligen Profis eingeladen. Beide sind mir zugeschaltet. Auf der einen Seite Daniel Frischknecht von der Fachstelle Gemeindeentwicklung der Thurgauer Landeskirche, und Simone Siegenthaler. Sie ist tätig im Bereich Partizipation und Freiwillige bei der Kirchenentwicklung der Zürcher Landeskirche. Die beiden kennen sich gut, denn sie leiten zusammen die interkantonale reformierte Arbeitsgruppe Freiwilligenarbeit. Diese Arbeitsgruppe bringt immer den Leitfaden Freiwilligenarbeit heraus. Das war zuletzt zwei tausend zwei und zwanzig. Herzlich willkommen bei euch beiden. Danke.

00:01:32: Simone: Hallo, Michele.

00:01:33: Michèle: Freiwillige sind sozusagen euer tägliches Geschäft. Seid ihr zwei denn auch irgendwo freiwillig tätig?

00:01:40: Simone: Ja. Ich engagiere mich jedes Jahr mindestens bei uns im Quartier an der sehr berühmten Kilbi Schwamendingen. Ich glaube, die hat eine Ausstrahlung über Zürich hinaus. Und ich engagiere mich dort immer in einem Vereinszelt in der Gastronomie.

00:01:58: Daniel: Ja, auch ich engagiere mich freiwillig in meiner Heimatgemeinde. Einerseits im Begleiten von Personen, aber vor allem in meinem angestammten Beruf als Koch. Koche einmal im Monat für die Seniorinnen und Senioren. Ich koche jetzt für das Landeskirchenforum oder Festival am Sonntag. Ich freue mich immer, in der Küche zu sein für ein Lager oder so, das ist so mein Ding. In der Freiwilligenarbeit.

00:02:20: Michèle: Und was macht euch dabei bei diesem Engagement am meisten Spaß? Und was löst dann eher ab?

00:02:26: Simone: Freue mich immer, die Leute wiederzusehen. Ich habe auch noch andere Engagements. Regelmässige, aber das ist speziell so einmal im Jahr die Leute wieder zu treffen. Das ganze Quartier kommt vorbei und alle freuen sich darauf. Und da ein Teil davon zu sein, das finde ich sehr schön.

00:02:45: Daniel: Für mich ist es schon auch das druckfreie Miteinander, kreativ zu sein in der Küche, sei es für die Seniorinnen oder sei es für Kinder oder Jugendliche und den direkten Kontakt oder das direkte, strahlende Gesicht oder dankbare Gesicht des Gegenübers. Dass die Arbeit etwas von der professionellen Arbeit im Alltag unterscheidet.

00:03:06: Michèle: Das nervt dann. Mise en place oder Töpfe putzen?

00:03:09: Daniel: Oder Nein, das nervt. Das nervt eigentlich. Was mich nervt, ist tatsächlich dann auch, wenn die professionellen Mitarbeitenden die Rahmenbedingungen nicht zur Verfügung stellen. Oder die Organisation nicht gut ist, so dass das Typische, das man von der anderen Seite kennt, also von der Arbeit selber. Gibt es eigentlich nichts, das mich nervt, aber mich nervt, wenn die Küche nicht bereit ist oder nicht abgesprochen oder Kühlschrank noch voll von anderen oder so?

00:03:36: Simone: Ich kann mich dem nur anschließen. Es ist manchmal halt einfach ein bisschen ein Chaos. Alle machen irgendwie was. Und das ist aber ja eigentlich auch das Lustige an der ganzen Sache, weil es ja eben nicht bezahlte Arbeit ist, sondern Freiwilligenarbeit. und das auch so sein darf und kann.

00:03:57: Michèle: Ja, Simone. Danke. Du gibst mir schon das richtige Stichwort, weil. Bevor wir weiterreden, habe ich mich mal darüber schlau gemacht, was Freiwilligkeit eigentlich bedeutet und was es für aktuelle Zahlen zur Freiwilligenarbeit gibt. Reflektor Freiwilligenarbeit ist ein gemeinnütziger Beitrag an Mitmenschen und der Umwelt. Das Engagement geschieht aus freiem Willen und schließt Aufgaben innerhalb der Kernfamilie und der Erwerbsarbeit aus. Freiwilligenarbeit ist auch unentgeltlich, da die Arbeitszeit noch. Die Arbeitsleistungen werden finanziell entlohnt. Die Freiwilligenarbeit soll bezahlte Erwerbsarbeit nicht konkurrenzieren, sondern sie bestenfalls ergänzen. Bei der Freiwilligenarbeit sind Verpflichtungen selbstgewählt und nicht an einen rechtlich verbindlichen Arbeitsvertrag gebunden. Die Engagierten bestimmen die Art und den Umfang der Aufgabe mit. Rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz engagiert sich freiwillig. Das Schweizer Freiwilligenmonitor belegt mit Zahlen von zwei tausend vier und zwanzig, dass sich rund zwei hundert drei und vierzig tausend Menschen freiwillig in kirchlichen Organisationen engagieren, im Durchschnitt etwa zwei Stunden pro Woche. Fünf und siebzig Prozent sind älter als fünf und vierzig Jahre. Gut die Hälfte der Freiwilligen in Vereinen und Organisationen kann sich vorstellen, das Engagement auszubauen. Je jünger die Freiwilligen, desto größer ist diese Bereitschaft. Wichtige Voraussetzungen für ein zukünftiges Engagement sind genügend Zeit, ein interessantes Thema oder Anliegen, Flexibilität und die richtigen Mitstreitenden. Ja, Simone. Ich habe von dir etwas gefunden. Und zwar weißt du, letztes Jahr bei einer Tagung mit dem Titel Warum engagieren wir uns freiwillig und was bringt uns das? Wie hast du denn in deinem Vortrag dann die Frage beantwortet?

00:05:47: Simone: Das war natürlich auch ein bisschen eine Werbeveranstaltung.

00:05:52: Michèle: Um.

00:05:54: Simone: Neue potenzielle Freiwillige anzuwerben, anzulocken. Und es ist tatsächlich so, dass das auch Forschungen belegen, dass Menschen, die sich freiwillig engagieren, sich aufgehoben fühlen in der Gesellschaft, in der oft auch die Gemeinschaften, die halt so ein Engagement mit sich bringt. Es gibt Leute, die wollen sich irgendwo engagieren, wo sie etwas Neues lernen. Sicher nicht dasselbe machen wie an der bezahlten Arbeit. Es soll Spaß machen und man kann auch etwas zusammen bewegen mit anderen Menschen und vor allem neue Leute kennenlernen. Also ich sage immer, wenn ihr Freiwillige sucht, geht an die Neuzuzüger Anlässe, weil es ist das beste Mittel, um sich an einem neuen Ort zu integrieren und neue Menschen kennenzulernen. Wenn man zum Beispiel frisch hergezogen ist.

00:06:55: Michèle: Daniel, hättest du die Frage auch so beantwortet?

00:06:57: Daniel: Ja, ich denke, in vielen Bereichen wäre es genauso. Ich denke auch, dass die sinnstiftende Arbeit immer mehr an Wichtigkeit ist. Heute engagieren sich Menschen dort, wo es ihnen als sinnvoll erscheint. Und das ist doch auch etwas, das in unserer Verantwortung liegt. Ihnen diese Sinnhaftigkeit in der kirchlichen Arbeit in den verschiedensten Bereichen, die wir haben, aufzuzeigen.

00:07:23: Michèle: Bei dem ganzen Thema ist mir aufgefallen, dass eigentlich in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft ja so eine Freiwilligenarbeit eigentlich absurd ist. Also ich gebe meine Zeit und meine Arbeitskraft für etwas her, ohne dafür bezahlt zu werden.

00:07:38: Daniel: Ich weiß nicht, wie Simone das beurteilt, aber ich merke einfach die Tradition in der Schweiz über Jahrzehnte das Milizsystem und die Freiwilligenarbeit. Das ist so verankert. Das merke ich auch bei meinen Freunden aus nichtkirchlichem Umkreis, in Sportvereinen, politischen Vereinen oder anderen Engagements, dass einfach irgendeiner Form dazugehört. Natürlich nicht mehr in dieser verpflichtenden Form. Da macht man mit. Da hilft man mit. Es läuft was im Dorf. Durchaus. Trotzdem Wenn etwas läuft, aus einem Sinn macht oder man dabei ist, engagiert man sich in einem möglichen Pensum. Die Zeiten haben sich auch ein bisschen verändert. Die Rollenbilder, die berufliche Schwerpunkte, der Druck, die Leistungsgesellschaft. Das ermöglicht weniger Stunden, denke ich. Aber ich würde nicht sagen, dass es absurd ist, sondern genau das, was Simon vorhin gesagt hat dass sich aufgehoben fühlen, Spaß sind, zusammen etwas bewegen außerhalb des gewohnten Arbeitsfeldes mit dem Druck, Das zieht nach wie vor ein bisschen anders. Aber ich würde sagen, es gehört zu unserer Kultur und es wird auch bleiben. Ich habe da keine Sorgen.

00:08:52: Simone: Ich sehe das genau gleich. Es ist auch so, dass viele Leute, die erfolgreich im Arbeitsleben waren, dann vielleicht auch nach der Pensionierung etwas zurückgeben möchten, weil sie eben so erfolgreich waren, weil sie so leistungsorientiert waren vorher und merken, dass es vielleicht auch Leute gibt, die, die das nicht nicht können, nicht so viel bringen, die vielleicht auch Unterstützung brauchen. Das sieht man auch, dass das Zurückgeben etwas zurückgeben ja auch auch auch die Dankbarkeit, dass es einem so gut gegangen ist und man jetzt sich deswegen engagieren möchte. Das sicher auch ein Teil. Und auch bei uns in der Kirche, in der Kirchenlandschaft sicher auch einige Leute, die so denken.

00:09:40: Daniel: In der Kirche ist speziell Das finde ich, wenn ich dir zuhöre. Wenn man etwas bekommen hat in einer Lebensphase, sei es als Kind oder Jugendliche, dann hat sich die Erinnerung auch abgespeichert und die möchte man dann der nächsten Generation weitergeben. Das, dünkt mich, ist in der Kirche weitverbreitet. Und das dann nicht altersgebunden, sondern erfahrungsgebunden ist. Da habe ich etwas bekommen, das möchte ich anderen auch ermöglichen oder weitergeben.

00:10:08: Michèle: Du hast es eben schon angesprochen, Daniel Die Einsätze verändern sich, vielleicht auch die Zeiten, die man leistet. Und ich denke auch, was sich ein bisschen verändert, ist dieses Ineinandergreifen von Menschen, die in der Kirche angestellt sind, sozusagen Profis, Freiwilligen und Ehrenamtlichen auf der anderen Seite. Wir haben ja einen großen Professionalisierungsschub auch erlebt. Also die Kirche, die Reformierten haben einen großen Anspruch daran, dass ihre Dienstleistungen oder ihre Veranstaltungen auch professionell sind. verändert das so das Miteinander dieser Ebenen?

00:10:44: Simone: Es hat vielleicht zwei Ebenen, wenn man die Professionalisierung betrachtet. Das eine ist, dass wir zum Teil Freiwillige auch ausbilden, hier für bestimmte Einsätze, die ich sage, jetzt zum Beispiel mit Menschen zusammen, dann sind, die in vulnerablen Lebenssituationen sind oder in Krisen, die bilden wir zum Teil aus, eben damit sie eine gewisse Sicherheit auch kriegen. Das ist eine gewisse Professionalisierung. Es gibt bei den Begleitungen, sei es mit geflüchteten Menschen oder eben Menschen am Rande der Gesellschaft, dass die Professionellen, also die Angestellten, dann auch einen Schritt zurücktreten können und auch das Vertrauen haben, dass diese geschulten Freiwilligen bis zu einem bestimmten Grad das auch selbst managen können, was mit ihrem, mit ihrem freiwilligen Auftrag zu tun hat.

00:11:46: Daniel: Die Die Mitbestimmung hat schon auch ein bisschen zugenommen durch das Wissen, das man heute hat. Auch über die Möglichkeiten des Internets ist man ja viel schneller auch in Fachbereichen informiert oder hat vertiefte Erfahrungen im Austausch, was früher weniger der Fall war, als ich ein Jugendlicher war. Ich denke jetzt in der Vor Internet Zeit neunziger Jahre Vor allem habe ich für den Diakon mitgearbeitet, für die Kirche und war angewiesen auf deren Leitung, auf das, was sie wollten, Mehr für sie auch mit Freiwilligen arbeiten. Das hat sich verändert im Sinne Die Leute machen zum Teil fast das Gleiche, aber sie möchten vielleicht, wenn ich jetzt von mir rede, ich habe gekocht, was man gebraucht hat, und heute möchte ich selber bestimmen, was ich koche, möchte einfach das Budget wissen. Aber kochen tue ich immer noch dasselbe. Und ich glaube, das ist in vielen Bereichen so sichtbar. Die Professionellen sind eher für die Rahmenbedingungen und die Ressourcen zuständig und brauchen eine gewisse Größe. Das ist ein bisschen anders läuft, als sie sich vielleicht vorgestellt haben, aber trotzdem gut und vielleicht besser sogar. Meine Erfahrung ist Die Kirchgemeinden ein Konzept haben, eine Tradition im Gespräch sind, befruchten sich freiwilligen und professionelle Arbeit sich gegenseitig und ergänzen sich und konkurrenzieren sich nicht. Was ich nie erlebt habe in meinem Umfeld, ist, dass Freiwillige ein Problem haben, das professionelle Geld dafür bekommen. Das sehe ich vor allem im Bereich der Musik. Viele fühlen sich dann geehrt, mit einer professionellen Musikerin oder Musiker zusammenarbeiten zu dürfen. Er braucht ein bisschen mehr Nerven oder sie, mit Laien zusammenzuarbeiten. Aber am Schluss ist es für beide auch eine. Kann es eine erfüllende Sache sein? Und da geht es nie um Geld, das er verdient oder sie verdient. Und die Freiwilligen nicht.

00:13:35: Simone: Wir, aber vor allem bei den Begleitprojekten. Auch viele Professionelle, die zum Beispiel Soziale Arbeit studiert hatten oder lange in diesem Bereich gearbeitet haben. Und das sind ja nicht einfach Laien. Also wir haben Menschen, die bringen Ressourcen mit, ihre vorhandenen Ressourcen, Ausbildungen und die können ja alle etwas. Die Frage ist auch, ob wir das sehen und erkennen, was die können und ob wir das nutzen und einbinden, was da vorhanden ist. Wenn das passt, ja, dann sind das immer sehr, sehr erfolgreiche Geschichten und Projekte.

00:14:17: Michèle: Aber mich dünkt manchmal, dass es auch vielen manchmal darum geht. Es gibt gewisse Angebote und dann sucht man für dieses Angebot jemanden, der dann diese Rolle ausfüllen soll. Ja, vielleicht müssten wir eher uns an den Fähigkeiten von unseren Freiwilligen orientieren und dann ein Angebot schaffen mit dem, was sie mitbringen. Wird man da manchmal ein bisschen zu sehr in so eine Rolle reingequetscht als Freiwilliger? Ja.

00:14:42: Simone: Ich sehe das oft, dass man dann Angebote entwickelt, ganz tolle Sachen, und dann kommt vielleicht sogar auch niemand. Oder es finden sich schon gar nicht erst Freiwillige, die bereit sind zu mithelfen. Und da muss man sich dann schon fragen, ob es nicht sinnvoller ist, dass wenn man zum Beispiel neue Angebote entwickelt, dass man diese von Anfang an mit den Menschen zusammen aufbaut und dass man auch zuerst schaut, was ist überhaupt der Bedarf vor Ort? Was machen die anderen in der Gemeinde? Und ich rede von anderen Organisationen, Institutionen, dass man Kooperationen eingeht oder oder zusammen etwas umsetzt. Und dann mit den Leuten von Anfang an die Angebote entwickelt. Weil dann hat man sie von Anfang an auch dabei und sie können mitbestimmen und auch das Ganze mittragen.

00:15:43: Daniel: Da ist vielleicht ein Kontrast zu Zürich. Bei uns im Thurgau ist das doch sehr, sehr ländlich und klein, viele kleine Gemeinden. Ich spreche da von Gemeinden mit fünf hundert bis ein tausend Mitgliedern oder knapp über ein tausend. Da besteht tatsächlich die Spannung. Es gibt in Kirchgemeinden verschiedenste Angebote, die einfach getragen. Ich sage Ihnen klammern müssen. Ich sage jetzt, das beginnt beim Kirchenkaffee oder kann bei einer C4 oder Jungschar sein. Und da braucht es einfach immer wieder auch einen gewissen Nachwuchs. Und da sucht man dann tatsächlich manchmal Personen, die aber auch eine neue Begabung entdecken können. Das braucht ein Gespräch. Andererseits gibt es auch immer Räume, die neu bespielt werden dürfen. Und das ist so ein Abwägen, weil man muss ja auch die Kirchgemeinde selber einschätzen können. Nicht jede Kirchgemeinde hat unendliches Potenzial und Ressourcen, Räume zur Verfügung zu stellen. Weil ehrlicherweise hängt dann doch auch etwas an der Behörde, bleibt hängen, an Arbeit, an den angestellten Pfarrpersonen. Ich spreche jetzt nur von Einzelämtern, die es im Thurgau viele gibt. Das ist dann kann auch eine Belastung sein, weil Freiwillige haben schon auch eine Tendenz, eine super Idee zu haben und dann überrascht sind, wenn es nicht so aufgeht. Das gibt uns ein gewisses Frustpotenzial und da hört man vielleicht heute auch weniger auf die Professionellen. Ich sage immer, es steht und fällt im Dialog zwischen Freiwilligen, Professionellen und der Organisation. Und ich kenne das vom Tennisverein und Fussballverein, wo ich noch aktiv bin, als Freiwilliger genau dasselbe.

00:17:22: Michèle: Ja, genau, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Und wenn das dann alles an der Pfarrperson kleben bleibt, dann haben wir dann die Burn out Person. Das ist auch nicht so schön. Aber was ist denn jetzt der Fall, wenn ich sage Ja, okay, ich stelle mein Angebot auf anhand des Pools an Freiwilligen, die gerne mitarbeiten wollen und dann sagen alle zu mir Hey, ich will voll gern Seniorenarbeit machen, aber dann habe ich ja nichts für die anderen Gruppen. Was mache ich denn dann?

00:17:47: Simone: Ich finde, es ist eigentlich sehr schlau, wenn man so eine Art Menü hat, dass man auch für die Freiwilligen anbieten kann. Also es ist sicher von Vorteil, wenn man verschiedene Einsätze hat in der Kirchengemeinde, die möglich sind. Und ich sage nicht nur vom Thema her oder der Zielgruppe her, sondern sicher auch von der Zeit her. Ich glaube, die Haltung, dass jeder Einsatz willkommen ist oder willkommen sein kann, je nachdem, was es ist, wenn es Ein Kirchenfest ist, dann braucht man vielleicht einfach jetzt genau dieses Jahr jemand fürs Kinderprogramm. Vielleicht nächstes Jahr ist es dann wieder die Person, die jedes Jahr da war. Aber dieses Jahr hat man jetzt einen Ausfall und braucht nur einmal jemanden. Und dass man dieses Menü, also diese Bandbreite an einmaligen Einsätzen, regelmäßigen Einsätzen, kurze lange Einsätze, dass man da so ein bisschen unterschiedliche Möglichkeiten hat, sich zu engagieren, das macht es sicher einfacher, die zu finden.

00:19:00: Daniel: In den zehn Jahren, in denen ich Mitarbeiter Entwickler war, bei uns und zuständig für die Freiwilligen, gab es tatsächlich immer wieder mal so auf und ab Bewegungen. Dann hat man wieder zu viele Leitende bei der Jugend oder bei den Seniorinnen und Senioren. Und ich habe einfach versucht, immer den Drive aufzunehmen. Dann gibt es halt. Bei den Senioren gab es dann eine Senioren in Bewegung. Das waren die Rüstigeren sind wandern gegangen. Die Senioren, die gemütlich Spiele machen und Mittagessen. Andere Senioren, die ein Herz für Randständige haben bei den Essensausgaben geholfen. Und was ich ganz schlimm fände, wäre, wenn man nichts findet, wenn sie mithelfen wollen. Und dann muss man die Gnade haben, auch etwas wieder sterben zu lassen. Wenn dann keine da sind und die Spannung das ist gleichzeitig vielleicht in der Jugendarbeit zu wenig hat. Was ich aber nie gemacht habe, ist Leute gegen ihren Willen zu überzeugen. Macht doch dort mit, wir brauchen dort jemand, weil das kann einen unglaublichen Stress auslösen, weil Freiwilligkeit muss ja auch Spaß machen. Und ich merke das bei meiner Freiwilligkeit. Ich koche gerne, weil ich Koch bin. Wenn man mir jetzt sagen würde, ich müsste Geländespiele machen mit Jugendlichen, dann hätte ich den blanken Horror oder weil ich das einfach nicht gerne mache.

00:20:16: Michèle: Nun sind wir ja so eine Organisation, wo sehr, sehr viele Menschen Mitglied sind, aber sehr viele Leute nicht aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, also sozusagen passive Mitglieder sind. Wie kann man denn eigentlich die erreichen und für Freiwilligenarbeit vielleicht auch begeistern?

00:20:32: Simone: Öffentlichkeitsarbeit ist sicher sehr wichtig. Also ich sehe immer, dass Kirchgemeinden, wie Sie das schon auf der Frontpage haben, dass sie Leute suchen oder Einsätze publizieren, dass sie sich auch überlegen, was könnte interessant sein für Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten und dass auch eine gewisse Offenheit da ist? Also ich habe manchmal sehe ich auch Kirchgemeinden, die sind, die sind wie so in sich geschlossen, quasi wie eine Bubble. Und da kriegst du schon fast Angst, wenn du da anklopfst. Also das sieht man zum Teil auch bei den Häusern. Also ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass wenn das Haus das Gemeindehaus oder Kirche ist und quasi die Türen offen sind und also eine gewisse Offenheit ausstrahlt, dass das sich auf die Menschen, die sich dann engagieren würden, ausstrahlt. Ich wohne in Schwamendingen. Wir haben da im Herzen auch das Cafe Dietz. Das ist so ein Cafe, ein Treffpunkt, und ich wurde da von Anfang an herzlich willkommen geheißen und kam ins Gespräch. Das steht und fällt mit den Menschen, die da vor Ort an der Basis sind und wie die auf mich zugehen und mich ansprechen. Und ich glaube, irgendwie siebzig oder achtzig Prozent aller Freiwilligen sind persönlich angesprochen worden, ob sie, ob sie sich engagieren möchten oder diesen Einsatz machen, den sie den sie leisten. Ja, ich weiß da, wo ich aufgewachsen bin in Rapperswil, Ich meine das Kirchgemeindehaus, das war bis jetzt von allen Gruppen, sei es der Männerchor oder die Mütterberatung oder die. Die Musikstunden hatten wir dort, wir hatten unsere, unsere Partylokale. Das muss einfach. Ein Haus, das offen ist, zieht Leute an!

00:22:18: Daniel: Das Koffein hatte die Gartengespräche.

00:22:21: Simone: Gespräche.

00:22:22: Daniel: Und das war auch für mich die Erfolgsformel. In jeder Gemeinschaft steht die Beziehung und das echte Interesse am Gegenüber im Vordergrund bevor der Mitarbeit. Und wenn ich auf Leute zugehe? Ein echtes Interesse. Wo bist du zu Hause? In deinem Leben? Was in deinem Wie geht es dir? Kann etwas Überraschendes hervortreten? Und wenn ich natürlich übers Essen rede und ich spüre dann der kocht die auch gerne, dann kann es eine Situation geben, über das. Aber ich gehe nicht auf die Leute hin und sage Du siehst aus, du könntest das noch. Oder Wir brauchen das noch. Die Menschen möchten nicht ausgenutzt werden. Sie möchten über das echte Interessen in eine Beziehung kommen, weil sie in der Freiwilligenarbeit ja auch Beziehung leben wollen. Und das ist ein bisschen eine Besonderheit, die braucht ein feines Gespür. Das können auch nicht alle gleich gut. Und am Schluss ist es so Es ist auch einfach einen Mut haben zum Fragen. Ich habe so viele Menschen gefunden, nur weil ich sie einfach auch mal gefragt habe. Und es gibt tatsächlich nicht wenige, die auf das warten mal gefragt zu werden, die einfach nicht von sich aus kommen. Und über echtes Interesse, Gespräche und Beziehung müsste das möglich sein, die zu gewinnen.

00:23:36: Michèle: Was mir noch, als ich die Zahlen durchging, aufgefallen ist im letzten Freiwilligenmonitor acht und fünfzig Prozent derer, die sich in kirchlichen Organisationen engagieren, sind weiblich. Haben denn die potenziell freiwillig engagierten Männer ein Zeitproblem, Ansehensproblem oder ein Auswahlproblem? Wo seht ihr da die Gründe? Was kann man tun?

00:23:59: Daniel: Der Monitor belegt ja auch, dass es in der Schweiz mehr Männer gibt in der Freiwilligenarbeit als Frauen allgemein. Ja, ich sage das einfach. Ich glaube einfach, das hat sehr viel auch mit der Art in der Kirche zu tun. Denn ich war gestern bei uns im lokalen Fußballclub. Da gibt es eine Trainerin und sonst sind alles Männer, die trainieren selbst die Frauenmannschaften. Also ist das offenbar etwas, das ihnen mehr behagt. Meine Kolleginnen und Kollegen, das sind die Frauen, genauso berufstätig und engagiert in ihrem Leben wie die Männer. Ich denke nicht, dass es eine Zeitfrage ist. Vielleicht sind sie im Sport mehr zu Hause, aber ich bin jetzt gespannt, was Simon dazu sagt. Vielleicht ist es bei ihr anders. Oder siehst du es anders?

00:24:42: Simone: Ja, ich habe jetzt damit gerechnet, dass du diese Frage beantworten kannst. Vielleicht ist es auch so, dass die Kirche, wenn es um Einsätze für Freiwillige geht, sich eher so ein bisschen im sozialen Bereich positioniert, dass es das ist. Wir sehen es, aber bei den Behörden ist es dann wieder ein bisschen anders. Ich habe das Gefühl, da ist es so, halb, halb. Wenn ich da so beobachte, dann, dann hat es da durchaus auch viele Männer als Kirchenpfleger sich engagieren. Das kann man mit Zahlen belegen, dass sich tatsächlich in den kirchlichen Institutionen mehr Frauen engagieren. Ja, ist schade, schade. Also ich würde sagen, da hat es noch Potenzial. Ich sehe auch gewisse Bewegungen. Also es gibt auch viele Kirchgemeinden, die auch so ein bisschen Wert auf die Männerarbeit legen. Also so Männerrunden sind dann vielleicht auch mit anderen Inhalten, dass man mal zusammen am Feuer sitzt und Bier trinkt oder ein Bier braut. Ich glaube, das hat durchaus Potenzial. Aber da muss man natürlich auch die entsprechenden Menschen finden, die das Anreißen in den Kirchgemeinden und das aufbauen wollen. Könnte man sagen, das wäre noch so eine Gruppe, die man mal so ein bisschen mehr anvisieren könnte.

00:26:06: Michèle: Potenzial nach oben ist vorhanden. Ihr habt es ja eben auch schon angesprochen. Es geht ja nicht nur darum, die Fähigkeiten bringe ich schon mit. Was habe ich vielleicht in meinem Leben schon für Erfahrungen gemacht, sondern auch gegenteilig, dass man vielleicht erst Fähigkeiten entdecken kann. Das liegt mir. Ich kann auch Kursen teilnehmen, wo ich mich weiterentwickeln darf als als Freiwillige. Ist das ein bisschen was, was wir als Reformierte zu wenig betonen?

00:26:34: Simone: Ich glaube, du sprichst da so klassisches Empowerment an, also quasi jemand kommt und du siehst ein Potenzial und könntest diese Person quasi fördern oder ihr etwas zur Hand geben, damit sie größer wird oder sich entwickeln kann. Das schulen wir eigentlich immer. Also wir sagen bei unseren Schulungen immer ihr müsst die Menschen im Blick haben und beobachten, wer hätte Potenzial. Vielleicht auch gewisse Leitungsfunktionen zu übernehmen in der Freiwilligenarbeit oder sich innerhalb seiner Aufgabe zu entwickeln. Das bedingt natürlich eine gewisse eigene Haltung, ein gewisses Menschenbild. Also dass ich Leute ermutigen möchte, größer werden möchte, nicht klein halte. Ich finde grundsätzlich, es steht und fällt immer mit der Person, die dann wirklich vor Ort ist und mit den Freiwilligen arbeitet, für die verantwortlich ist, die begleitet. Das ist elementar. Also ich habe schon Besuchsdienste erlebt, die haben floriert, viele Freiwillige, die sich engagiert haben. Dann hat es einen Wechsel gegeben in der Zuständigkeit und die Freiwilligen sind geflüchtet. Und das Besuchsdienst ist quasi zusammengebrochen. Und da muss man dann schon auch, sage ich mal, eine gewisse Ehrlichkeit haben, vielleicht auch in der Behörde zum genau hinzuschauen und zu sehen ist vielleicht nicht genau, ist nicht die richtige Person, die man da auf die Freiwilligen loslässt, weil die müssen nicht bleiben, die gehen dann ziemlich schnell. Im Unterschied zu den Angestellten, die einen Vertrag unterschrieben haben und arbeitsrechtliche Bedingungen haben.

00:28:26: Michèle: Freiwillig.

00:28:28: Daniel: Da gibt es noch die Spannung von der Zeitressource, wenn man ganz ehrlich ist. Wir haben im Leitfaden wunderbare Tools für Mitarbeitergespräche mit freiwilligen Ausrichtungen, Potenzial usw was immer. Seien wir ehrlich wie schnell ein Jahr umgeht, wie schnell ein Projekt abgeschlossen ist und man hat dann gut und gerne sechs verschiedene Freiwillige und man müsste und weiß es auch mit denen auch ein Gespräch führen. Dankbarkeit ist so ein sensibles Thema. Die einen brauchen mehr, die anderen wollen mehr, die anderen finden es übertrieben. Es ist auch ein sehr anspruchsvoller Job, allen gerecht zu werden, die sich freiwillig engagieren. Ich sage immer genauso, wie es Simone gesagt hat. Wenn eine Person auch ein Herzblut für ihr Team hat und in Kontakt ist mit ihren Freiwilligen, dann gelingt es, geht es nicht nur um richtig und falsch, sondern wieder auch gesehen zu werden, im Gespräch zu sein. Gäbe es da noch eine Weiterbildung? Ich denke an Besuchsdienst, zum Besuchsdienst zu bleiben. Wir haben in der Kirche immer versucht, sie jedes Jahr für eine Weiterbildungstage zu seelsorgerlichen Gesprächen oder zu einen Segen sprechen und irgendwie zu motivieren, als ganzes Team möglichst den Tag zu verbringen, gut zu essen, das als Wertschätzung zu sehen, etwas für sich persönlich mitnehmen, etwas in die Arbeit einfliessen lassen. Aber das braucht auch Zeit. Eine Weitsicht. Wo sind die Weiterbildungen? Es braucht die Haltungsfrage, die Simon angesprochen hat. Das ist auch oft eine Zeit der Sorge. und ich kann Behörden oder auch Personen, die ich so im Alltagsgeschäft sind, auch nicht immer vorwerfen, sie sind zu wenig da. Und wenn ich jetzt von der Gemeinde rede, in der ich gewesen war, der zu Spitzenzeiten drei hundert Freiwillige und in der Wirtschaft hat kein Chef mehr als dreißig vierzig Personen im Überblick. Und diese Realität muss man auch ins Auge schauen. Man wüsste vieles, wie es gut geht. Aber ich glaube, im Großen und Ganzen darf ich tatsächlich sagen Sowohl im Kanton Thurgau, das ich überblicke, sind die Freiwilligen sehr, sehr wertgeschätzt und haben eine Möglichkeit und eine Ansprechperson. Das ist nicht überall genau gleich, gelingt, gefördert zu werden. Das müssen wir akzeptieren und können uns nur immer wieder versuchen zu verbessern.

00:30:48: Michèle: Das belegt ja auch der Freiwilligenmonitor. Wer bei der Freiwilligenarbeit dabei ist, bei der Kirche, ist in der Regel auch. Also es ist ein sehr hoher Prozentsatz, sind begeistert und machen es sehr gerne. Sie sind auch sehr zufrieden. Also was ihr da angesprochen habt, ist ja auch ein großer Teil dieses Freiwilligenmanagements sozusagen. Das ist wirklich eine Aufgabe für sich, quasi in der in der Kirchgemeinde. Daniel Du hast ja eben gesagt, ihr habt sehr kleine Kirchgemeinden. Ist denn da pro Kirchgemeinde überhaupt jemand, der sagt Ich fühle mich für diese Freiwilligen zuständig? Oder wird das dann noch nebenher geleistet?

00:31:22: Daniel: Wir haben im Thurgau auch so ein jährliches grösseres Konferenz mit so Themen. Da war zwei, drei Mal das Thema Freiwilligenarbeit. Sind dort Gesprächsgruppen entstanden, Gemeinden, die ähnlich kurzsichtig gefunden haben. Und da gibt es zum Beispiel eine kleinere Gemeinde, die sich ein Jahr lang Zeit genommen für ein eigenes Konzept. Das ist jetzt im ganzen Kanton irgendwo so ein bisschen in den gleich großen Kirchgemeinden ein Anschauung. Da gibt es Kirchgemeinden, die haben tatsächlich einzelne Ansprechpersonen. Gibt es grössere Kirchgemeinden, von denen ich weiss, Mit einer anderen Strategie. Die haben eine Gruppe, wo das Präsidium, jemand von der Behörde und ein Angestellter das abdecken. Aber im Großen und Ganzen versuchen wir doch, in allen Kirchgemeinden eine Ansprechsperson für die Anliegen der Freiwilligen bereitzustellen. Und. Und die, die das machen und sich die Zeit nehmen, die spüren auch eine positive Veränderung. Aber es kostet auch ein bisschen Geld, weil wenn es ein Angestellter macht, sind es schnell ein paar StellenProzente. Vielleicht nicht viel, aber man ist schnell einen halben Tag und Tag beschäftigt. Und das kostet ein bisschen mehr Weiterbildungskosten für die Freiwilligen. Die Gemeinde muss auch eine Haltung für Freiwilligenarbeit entwickeln und kann da nicht sagen Ein Dankesessen im Jahr genügt, und dann sind die abgespeist. Und wenn der Termin nicht sitzt, dann hast du es. Hast du es verpasst für ein Jahr oder Das gibt es auch tatsächlich. Das noch Erschreckend. Aber diese Haltung, die gibt es doch auch noch.

00:32:56: Michèle: Simone, du hast da auch mal so schön in einem Interview gesagt. Freiwillige sind keine Manövriermasse. Ist das das bisschen, was Daniel auch meint?

00:33:05: Simone: Ja, ja, und ich denke, Freiwilligenarbeit ist auch ein Querschnittsthema. Also ich finde zum Beispiel auch die, die sich Christen, die müssen auch wissen, wer sich da freiwillig engagiert, wer da an die Kopiermaschine muss, wer einen Schlüssel braucht. Es gibt auch da Unterschiede. Ich habe Kirchengemeinden, da sind viele Schlüssel im Umlauf. Bis zu zwei hundert habe ich mal gehört in einer Kirchgemeinde, die Freiwillige nutzen. Und das hat auch mit einem Vertrauensvorschuss zu tun. Wenn da jemand sitzt und sagt Nein, ich will nicht, dass die einen Schlüssel kriegen, dann macht das die Sache auch ein bisschen schwieriger. Also ich finde, das muss eigentlich ein Querschnittsthema sein für die ganze Kirchgemeinde, dass alle wissen, dass sie diesen Leuten schauen müssen. Und dann sagt das immer so schön Ich seh dich und und ich weiß, wer du bist. Auch. Und das hat viel mit Wertschätzung zu tun. Und ich glaube, das ist einfach ganz wichtig, dass wir als Kirche wissen, dass wir ohne Freiwillige. Da könnten wir zusammenpacken, Wir könnten ganz viele Dinge nicht mehr tun. Wenn ich nur schon ans Kerzenziehen denke vor Weihnachten, wie würden wir das alles stemmen können? Nur mit Angestellten? Das geht gar nicht. Also, das ist so basic in unserer Organisation, dass wir dem einfach wirklich ganz viel Bedeutung zumessen müssen.

00:34:36: Michèle: Und es ist ja auch was wirklich genuin Christliches, Kirchliches, das Bild von Ein Leib und viele Glieder. Und da steht ja nicht alle Glieder müssen bezahlt sein.

00:34:46: Simone: Nein.

00:34:49: Daniel: Aber beachtet und wertgeschätzt. Ich habe eine Umfrage gemacht in der Gemeinde. Also, wann fühlen Sie sich genug wertgeschätzt und welchen Dank finden Sie angemessen? Eine überwiegend große Mehrheit, sagt ein unmittelbarer Dank, persönlich ausgesprochen von der verantwortlichen Person, sei es von der Behörde oder dem Angestellten, die das Angebot verantwortet, ist viel mehr wert als irgendwann ein Essen oder ein Geschenk oder ein Brief. Was nicht sagt, dass Sie das nicht gern haben, aber das Gesehenwerden im Dienst oder in einer Lagerwochen. Kinder Woche vorbeigekommen, Ein Besuch, ein kurzes Wort gewechselt, ist viel mehr wert als ein aufwendig geschriebener Brief oder ein Dankestisch. Also hat die Umfrage ergeben. Das hat auch unser Art vom Danke sagen ein bisschen verändert.

00:35:44: Michèle: Das ist ja noch interessant. Also hätte ich gedacht. Also meine Kirchgemeinde, wo ich mithelfen tatsächlich macht. Klassisch einmal im Jahr diesen Anlass, wo wir alle eingeladen sind. Und der Sozialdiakon sagt etwas und dann gibt es gutes Essen. Was glaubst du, kleine Blumentöpfe? Da war so ganz herzig was reingesetzt und so, also da freue ich mich unheimlich. Aber da ist es, wie du sagst, wenn man diesen Anlass verpasst, dann hat man halt gar nichts bekommen. Aber Sie schreiben auch Karten zu Weihnachten.

00:36:13: Daniel: Mich dünkt, mich stinkt der gute Ansatz. Ich war letzten Freitag wieder eingeladen, bei einer Kirchgemeinde als Sprecher bei einem Mitarbeiter danken zu essen. Ich habe genau eine junge Person gezählt, das war die Jugendarbeiterin. Und man muss schon ganz klar sagen, das Setting vom zusammen essen ein kleines Referat, das ist einfach nicht für die junge Generation. Und dort sind finde ich es wichtig, dass man es macht, weil Ältere schätzen das sehr, so ein Abend. Auch Menschen im mittleren Alter schätzen das Ein Abend und essen, aber das eine tun, das andere nicht lassen. Ich habe eine Kirchgemeinde, Da haben wir entwickelt. Wir machen drei bis viermal einen großzügigen Abbruch nach dem Gottesdienst. Und da war ich vor drei Wochen bei einem. Da waren über ein hundert fünfzig Leute. Dann hat man viele Sachen miteinander gewonnen. Alle dürfen kommen, auch die, die beim Gottesdienst waren. Das gibt gute Gespräche, es gibt Essen, es gibt viele Möglichkeiten, manchmal eine Hüpfburg. Die Familien sind willkommen, und das ist gleichzeitig angepriesen auch als Danke für alle. Freiwilligenarbeit ist auch eine schöne Geste. Eine andere Kirchgemeinde, die macht über die ganze Adventszeit verschiedene Geschenke. Da sind dann vielleicht Bieröffner mit dem Jahreslosung oder Christbaumkugeln mit der Jahreslosung oder das klassische Losungsbüchlein für ältere Generation, für die eine Karte wollen, dürfen eine Karte mitnehmen. Das kommt auch sehr gut an, auch wenn dann nicht ein Geschenk genau passt. Die Freiwilligen sehen die Bemühungen der Verantwortlichen, ihnen entgegenzukommen. Das andere ist so wie für mich manchmal. Ein Applaus tönt kurz gut, aber bei dem habe ich nicht nichts gewonnen, oder? Und Klatschen ist manchmal auch einfach billig. Es geht schnell und man hat schnell wieder vergessen. Und so kommt mir manchmal ein Mitarbeiter Essen auch vor.

00:38:03: Simone: Ich finde das miteinander Essen, das Dankesessen. Das gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Wir haben das auch immer gemacht. Früher war ich Betriebsleiterin in einem Gemeinschaftszentrum. Da wir so zwischen achtzig und ein hundert zwanzig Freiwillige gehabt. Die haben wir einmal im Jahr eingeladen. Und ich finde, dann geht es dann aber schon auch noch darum. Ja, wie ist denn das? Also wie wird gekocht? Wir haben dekoriert. Dann hatten wir ein Motto. Dann gab es noch eine Band oder einen Auftritt. Und ich glaube, die Leute merken schon, wenn man das auch liebevoll macht und auch viel Energie investiert. Ich weiß noch, wir haben für diese sind immer so etwa sechzig bis siebzig Leute gewesen. Da hatten wir im Budget drei tausend Franken entlassen. Ich finde, das Gute daran an diesen Essen ist auch, dass die Leute sich gegenseitig kennenlernen. Also die haben dann auch eine Beziehung untereinander. Da sind wir wieder bei der Gemeinschaftsbildung, da sind wir wieder bei dem. Ich bin hier willkommen, ich gehöre hier hin. Wie werde ich begrüsst hier? Wie werde ich willkommen geheissen? Da muss man auch schauen, dass niemand alleine in der Ecke steht, sondern da muss man die Leute einander vorstellen. Also das hat alles damit zu tun, auch wie wir so ein Anlass gestaltet.

00:39:24: Daniel: In meiner Kirchgemeinde. Ich hatte fünfzehn tausend Franken pro Jahr. Das tönt nach unglaublich viel Geld. Aber bei zwei hundert Freiwilligen waren es nur fünf und siebzig Franken. Und wenn man dann an einem Freiwilligen einlasst, die Freiwilligen wieder abwaschen lässt, kochen lässt oder aufräumen, dann ist das.

00:39:39: Simone: Nicht.

00:39:39: Daniel: Mehr.

00:39:40: Simone: Das geht eben nicht.

00:39:41: Daniel: Und und und. Das muss man sich manchmal schon auch noch bewusst machen. Da hat sich jeder Franken gelohnt. Braucht ein Programm nur für Sie ein kleines Konzert nur für Sie organisiert. Aber es kostet, Wie gesagt.

00:39:54: Simone: Ja, das.

00:39:55: Daniel: Muss es einem auch wert sein. Aber wenn man die Stunden ausrechnen würde, die Freiwilligen, die geleistet werden in einem Jahr und die irgendwie mit einem kleinen Betrag fühlten, sind wir schnell bei sehr viel Geld.

00:40:07: Simone: Ja, ja, wir waren dann im Service, wir angestellt und haben ihnen das Essen aufgetischt und für sie gekocht.

00:40:15: Michèle: Und bei uns ist das der Kirchgemeinderat, der dann dort steht. Aber witzigerweise ist das auch ein Koch. Daniel. Also da haben wir gerade Glück. Du hast eben schon das gut beschrieben. Bei diesem Anlass hast du eine junge Person gezählt. Das ist also ein bisschen auch bezeichnend. Und die Zahlen zeigen, dass auch jüngere Generationen leisten etwas weniger. Also gehen uns jetzt Böse gefragt, die Freiwilligen in der Kirche aus.

00:40:44: Simone: Ich bin ja eine Zwangsoptimistin. Grundsätzlich. Und ich würde auch hier wieder sagen, es geht darum, dass man jungen Menschen Räume übergibt. Also mir kommt da spontan auch so das zeitlos in den Sinn. Das ist ein Projekt bei uns in der Kirchgemeinde Stadt Zürich, Quartier Enge. Die haben da irgendwie das hingekriegt, dass die die Räume öffnen für diese Zielgruppe. Also sie machen da alles Mögliche Flohmarkt, Künstler, Künstlerinnen. Da war ich schon mit meiner Tochter. Sie haben da auch schon ein Openair gemacht. Die hatten da innerhalb kürzester Zeit siebzig Leute zusammengetrommelt, die da mithelfen. Und ich glaube, auch das steht und fällt halt. Damit kriegen Sie da Räume. Das stimmt, das passt das? Wir haben auch bei uns im Kanton Zürich das JugendleiterAusbildung zusammen auf Kurs. Sie können diese Ausbildung machen. Die läuft ziemlich gut bei uns. Also da muss man aktiv auch investieren in diese Zielgruppe.

00:41:51: Michèle: Was auch eine Herausforderung ist. Sie wollen sich ja eher projektgebunden engagieren. Dann muss man eben als Organisation wieder mit dieser Lücke leben, dass man sagt okay, es kann sein, dass es dann nicht so verbindlich ist, Dann steigen vielleicht Leute unerwarteterweise aus.

00:42:07: Simone: Ich begleite einen partizipativen Prozess in einer ländlichen Kirchgemeinde zur zum Aufbau einer Konfarbeit. Also das sind junge Erwachsene und da geht es natürlich auch darum, diese ernst zu nehmen. Also wir sind jetzt darüber diskutieren. Also ich bin die Moderatorin, da ist der Jugendarbeiter dabei, die Pfarrperson, dann die das zuständige Behörden Mitglied. Wir sind mit den jungen Erwachsenen am diskutieren. Wie soll denn das sein? Oder wie kann die sein, die sie noch Konfirmationsarbeit. Was für Angebote könnten das sein? Wie? Wie muss die gestaltet werden? Also so ein Konzept am Entwickeln. Und die sind da also ganz tolle junge Menschen, die, die sind dabei und und möchten da etwas auf die Beine stellen. Und das muss man einfach sehen, erkennen und dann auch ernst nehmen und und das angehen. Ich glaube, es gibt diese jungen Menschen, die wollen auch in der Kirche einen Platz und und etwas aufbauen.

00:43:13: Daniel: Ich habe einfach einen größeren Horizont bei dieser Frage. Die junge Erwachsenenphase ist eine sehr anspruchsvolle Phase. Es ist die, die Bildung noch am Schluss der Persönlichkeit, der persönlichen Werte, oftmals des Studiums, der Frage Will ich Familie? Will ich jetzt schon Familie? Wohin zieht es mich? Und im Thurgau heißt das unweigerlich weg vom Thurgau oder vom Dorf, weil es einfach auch nicht praktisch ist. Darum könnte ich jetzt nicht sagen, die Freiwilligen gehen uns aus. Und wenn man gute Freiwilligenarbeit macht bei Familien mit Kindern und in der Jugendarbeit bis zur Konfirmation, dann schafft man Erinnerungen, dass viele auch wieder zurückkommen, wenn sie überhaupt zurückkommen oder dort, wo sie sich ansiedeln, wieder investieren, weil sie diese Werte, die sie mitbekommen haben, zurückgeben wollen. Das ist wirklich wichtig, dass man nicht einfach berechnend nur für jetzt schaut, sondern Erinnerungen schafft und zurückgegeben werden wollen. Und das, glaube ich, gelingt an vielen Orten wirklich auch gut. Ich denke schon auch, dass die Kirche nicht ein gutes Beispiel ist für eine sich schnell bewegende Organisation. Und das kommt natürlich die jüngere Generation jetzt. Wenn ich jetzt auch an meine beiden Kinder denke, die jetzt im Teenageralter sind. Die sind total dabei, wenn es um den nächsten Sonntag geht, weil sie gar nichts zu tun haben. Aber in vier Wochen, da will ich mich nicht jetzt schon festlegen. Dem muss man auch irgendwie begegnen können. Das ist eine gewisse Schwierigkeit, natürlich in einer Organisation wie Kirche. Aber ich glaube, es gelingt, weil ich sehe, ich weiß nicht, wie du das siehst. Simon. Aber ich sehe in jeder Kirchgemeinde einen Teil. Die sind fest verwurzelt, die sind schon über Generationen da. Die machen das Grundgerüst. Und dann mag es auch Personen durchaus von außen leiten, die spontan unverhofft dazukommen für das Projekt. Und wenn das gelingt, zu vermischen, dann mache ich mir keine Sorgen. Aber es gibt dort tatsächlich die Problem, dass die dann manchmal nicht erwünscht sind. Du kommst nur, wenn es dir gefällt oder wenn du nicht willst oder missverstanden werden. Und dann ist dort auch wieder der Handlungsbedarf. Und für das engagiert man ja dann genau für diese Projekte als Moderatorin oder als Spezialistin von außen zu zeigen, das Ergänzen. Da sind wir wieder beim Bild des Leibes. Oder ein Finger käme nie auf die Idee, ein Fuß zu sein, einen Fuß, nie eine breite Schulter und und Laufen ist nicht dasselbe wie Jonglieren. Und wenn man diese Glieder miteinander in Verbindung bringt, ins Gespräch, dann gelingt uns das.

00:45:52: Simone: Finde das ein sehr guter Ansatz, den du da aufgegriffen hast, Weil es ist. Es ist ja eigentlich auch eine Beheimatung, die fängt ja nicht erst im Jugendalter an, also wenn ich als Kind schon gute Erlebnisse habe in einer Kirchengemeinde dort beheimatet bin es jetzt im Colibri. Bei uns heißt also ja, ich weiß, es heißt ja überall anders, aber bei uns als Colibri. Und da wird doch noch mit der guten Erlebnisse hatte und vielleicht gehe ich nachher in die C4 oder Jungschar, das bindet einen. Und es gibt eine Beheimatung und die glaube ich auch, die fängt ja eigentlich schon an mit der Taufe und mit der Kleinkinderarbeit, mit der Familienarbeit. Da darf man auch mal eine Zeit lang nicht mehr kommen. Es ist einfach wichtig, wenn man dann wieder kommt, dass nicht alle finden Wieso kommst du jetzt? Wo warst du so lange? Sondern Ja, schön bist du wieder da? Oder? Aber ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass wir diese verschiedenen Zielgruppen, dass wir die wirklich auch im Blick behalten und dass wir auch wissen was brauchen die denn, die? Also die sind einfach unterschiedlich. Es gibt auch Leute, die sagen mir, ich will gar nicht zu viel Partizipation, Ich will einfach am Sonntag den Kaffee ausschenken. Ich will gar nicht mitbestimmen, was ich für ein Kaffee das ist. Oder was für eine Suppe. Ich bin zufrieden. Ich. Ich schenke das aus. Und dann gibt es aber die anderen, die wollen ja, die haben klare Vorstellungen.

00:47:27: Michèle: Was ja auch eben gesagt, alle sind unterschiedlich und es bringen auch alle eine unterschiedliche Motivation mit. Also der freiwilligen Monitor zeigt ja auch, dass viele angeben tatsächlich, dass ihr Glaube sie motiviert. Seht ihr da auch einen Unterschied? Also wenn ich jetzt sage, ich mache das aus Glauben, anders jetzt als beim Sportverein, weil ich mache das, weil ich gerne Halt um die Wette renne, ist das schon ein besonderer Punkt.

00:47:53: Daniel: Die Glaubensmotivation ist bei vielen, bei vielen da. Die äußert sich dann anders, als in einer Freizeit oder einer sinnstiftenden Arbeit mitzumachen. Aber ich, ich habe mich da entwickelt, sage ich mal so Früher habe ich gedacht Ja, die Glaubensmotivation ist die wichtigste Motivation. Da geht es ja auch um die Frage der Bibel, der Welt, der Ewigkeit und wer da wirklich zu einschränkend. Heute vergleiche ich eigentlich die Menschen in der Kirchgemeinde, seien es Jugendliche aus kirchlichem Umfeld und die Eltern oder die Großeltern schon dabei waren, sind für mich heute auch eine Art Gerüst. Und die braucht es. Aber die habe ich tatsächlich beim Tennisverein und beim Fußballverein auch gefunden. Wenn die Eltern und die Großeltern auch schon Fußball gespielt haben. Die haben auch oder im Turnverein oder Musikvereine, die gibt es und die braucht es, sind halt für die Organisation. Und darum herum gibt es ganz viele wichtige Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Und so ist es in der Kirche auch. Die Glaubensfrage ist sicher eine Frage, die alle Menschen irgendwie in einer Form bewegt. Aber die. Die Glaubensmotivation kann nicht alleine sein, dass die Leute in die Kirche bringt oder die Glaubensüberzeugung überstülpt, Die muss sorgfältig angeschaut werden, die kann auch in gleicher Form in anderen Formen vereinen, einem entgegentreten, dann weniger oder mehr Platz findet. Aber ich, ich ich bin froh um die, die auch aus der Motivation des Glaubens und der Werte weitergeben. Kirchliche Jugendarbeit oder Seniorenarbeit machen?

00:49:31: Michèle: Ich denke, es ist nur wichtig, dass wir quasi keine guten und weniger guten Freiwilligen draus machen. Also nach dem Motto der kommt ja für seinen Glauben und dass es ganz tolle Motivation, der andere kommt halt nur, weil es ihm Spaß macht. Letztendlich sollte es ja egal sein.

00:49:48: Daniel: Wenn ich mich da erinnere, gab es tatsächlich immer wieder mal in meiner Zeit als Jugendbeauftragter und als Mitarbeiter Entwickler Probleme in der Kirche. Genau bei dieser Frage, weil die unter den Freiwilligen selber diskutiert wird, ist ja der Glaube dann weniger wichtig, dass du nicht mitarbeitest. Aber wenn natürlich diese Person auch noch andere Talente und Hobbies hat, wie zum Beispiel eben einen Theaterverein noch dabei zu sein, dann wurde das manchmal diskutiert. Und das ist weniger wichtig als Kirche und das darf nicht passieren. Aber ich glaube, da sind wir auch ein bisschen weiter als noch vor zwanzig Jahren. Aber diese Diskussionen, die gibt es tatsächlich. Und die gilt es denn auch von, von der Behörde oder von den Mitarbeitenden sorgfältig zu diskutieren oder in einem Konzept festzuhalten. Aber ich weiß nicht, wie schätzt du die Situation ein?

00:50:38: Simone: Ja, also ich denke auch, es gibt. Es gibt viele Leute, die genau wegen ihrem Glauben zum Beispiel auch sehr gerne im Gottesdienst mitwirken. Bis zu einem gewissen Punkt braucht es da natürlich auch das Commitment der zuständigen Pfarrperson. Wie viel? Wie viel dürfen die? Was dürfen sie? Aber ich glaube, es gibt ja, wenn man aus dem Glauben heraus sich in der Kirche engagieren möchte, sehr viele sehr spezifische Einsatzmöglichkeiten, auch im religionspädagogischen Konzept. Also man kann Geschichten erzählen, man kann Theater spielen, mit Kindern mit, immer mit biblischem Inhalt gibt es ja sehr, sehr viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren. Und das ist ja auch eigentlich das Fundament, auf dem wir aufbauen. Das wissen auch diejenigen, die nicht wegen dem Glauben sich bei uns engagieren. Die gibt es auch. Es gibt auch Leute, die sagen Ich habe mit dem ganzen Glauben nichts zu tun, aber ich möchte mich für geflüchtete Menschen einsetzen. Das kann ich hier. Aber die wissen ganz genau, wofür die Kirche steht. Ich habe das bisher eigentlich noch nicht so gehört, dass es jetzt die guten gläubigen Freiwilligen gibt und dann die weniger guten, nicht Gläubigen. Ich glaube, da sind wir als Reformierte auch sehr breit aufgestellt. Also ich meine, ich bin nicht Theologin, aber so habe ich das immer verstanden, dass das Platz haben sollte, wenigstens bei uns, oder? Deswegen sind wir ja Reformiert.

00:52:20: Daniel: Vielleicht unterscheidet sich auch ein wenig bei der missionarischen Sicht für Leute für den Glauben zu gewinnen. Dort schaltet sich manchmal die Frage bei Das ist vielleicht bei der Essensausgabe weniger als vielleicht bei einem Gefäß mit einem. Sei es ein Glaubenskurs, wo man mitwirkt, oder an Gottesdienstformen, wo die missionarische Frage des Gewinnens für den Glauben mehr diskutiert wird. Dort sind die Diskussionen vielleicht ein bisschen anders geführt. Aber ich würde auch nicht sagen, es sind typische Diskussionen von Freiwilligen, sondern mehr eine Kultur, wie die Kirche meinte, sich theologisch ausrichtet.

00:53:00: Michèle: Das ist auch eine Kirchgemeinde. Ja, anziehend macht ist ja auch das, was ich dort erlebe und nicht, dass die Leute ständig darüber reden, dass sie so christlich sind, sondern einfach machen. Und das geht ja auch bei der Essensausgabe genauso.

00:53:12: Daniel: Ja, genau.

00:53:13: Simone: Ja, wir sprechen von Wort und Tat. Oder dass eben das tun ja auch ein Ausdruck ist des Glaubens, wofür ich mich engagiere, wem das ich helfe, wen ich unterstütze usw, das ist halt schon auch in der Freiwilligenarbeit ist es ja vor allem auch das Tun.

00:53:34: Michèle: Ich danke euch beiden für das Gespräch. Da habe ich heute wirklich viel mitgenommen. Auch wie wird die Reaktion wieder sich zu engagieren? Merci euch beiden. Ich habe noch einen Veranstaltungshinweis. Das liegt noch etwas in der Zukunft. Aber die Kollegen von den Kirchen Beziehungen haben mich gebeten, darauf schon mal aufmerksam zu machen. Und zwar am neun und zwanzigste November zwei tausend sieben und zwanzig wird die EKS in Zusammenarbeit mit den Mitgliedskirchen das Nationale Kolloquium zum Thema Freiwilliges Engagement organisieren. Die EKS macht das als Teil des Netzwerks freiwillig engagiert. Das heutige Abschlusszitat stammt von Stephan Jütte. Er hat neulich auf dem EKS Blog einen schönen Text darüber geschrieben, Dass eben die Kirche kein Schweizer Taschenmesser sein muss, was Freiwilligenarbeit angeht.

00:54:22: Stationvoice: Lichtreflex.

00:54:24: Michèle: Während der Arbeitsmarkt Menschen vor allem danach sortiert, was sie bereits können, kann freiwilliges Engagement Räume eröffnen, in denen Menschen entdecken, was sie noch können könnten. Die theologische Tradition nennt einen solchen Vorgang Berufung. Das kann man auch sehr prosaisch beginnen. Jemand sieht etwas in einem anderen Menschen, spricht ihn darauf an und traut ihm etwas zu. Die Person antwortet und wird in dieser Antwort zu jemandem, der sie vorher noch nicht war. Ja, liebe Reflexion, Community Danke fürs Dabeisein und Mitdenken. Aber jedoch Reflex Auf der Podcastplattform eurer Wahl und auf Facebook und Instagram findet ihr die neuesten Posts der Ex. Und wie immer bleibt reflektiert bei.

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