Theologie mit Wirkung
Shownotes
Aktuelle Entwicklungen theologisch und ethisch einordnen - und das zugänglich und relevant. So lautet der Auftrag des Kompetenzzentrums Theologie und Ethik der EKS. Mittel der Wahl ist dafür u.a. der EKS-Blog. Zusammen mit Host Michèle Graf-Kaiser diskutieren Manuel Schmid und Stefanie Fischer-Lüthi über KI, Kirche im Wandel und die Chancen digitaler Kommunikation von Theologie. Sie plaudern aber über Teamwork, herausfordernde Anfragen und das harte Pflaster Social Media. Diese Behind-the-Scences-Episode lädt ein, das Team der EKS, ihr Wirken und ihre Biografien besser kennenzulernen. Manuel erklärt, warum er gerne ein "Überzeugungstäter" ist und Stefanie erzählt wie sie aus dem Pflegeberuf zur Social Media Kommunikation theologischer Impulse kam.
- Tagung des KTE zu KI: Ghost in the machine
- Die EKS auf Instagram
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00:00:00: Stationvoice: Reflex. Dein Podcast zur Kirche und Gesellschaft Themen, die dich bewegen. Wir diskutieren Sie ein Podcast der evangelisch reformierten Kirche Schweiz.
00:00:13: Michèle: Hallo zusammen, ihr hört Reflex euren Podcast für evangelisch reformierten Content heute in der Hochsommer Edition. Wir melden uns kurz zurück aus der Sommerpause. Wir unterhalten uns darüber, was die EKS theologisch und ethisch beschäftigt und was für Menschen im sogenannten Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik kurz kte arbeiten. Da sind bei mir im Studio zwei Gäste. Zuerst einmal die Dame. Sie ist die Frau, ohne die unsere Theologen laut eines internen Running Gags alle Termine verschlafen würden und auch sonst ein bisschen planlos dastünden. Stefanie Fischer Lütti Hallo! Und sie sorgt im KTE nicht nur dafür, dass aus Ideen tatsächlich Projekte werden, sondern auch, dass diese Projekte dann ihren Weg in den Blog und auf Social Media finden. Und falls ihr ein Deja vu habt ihr. Ihr kennt Steffis Stimme schon, denn sie ist die Stationvoice von Reflex. Und ich sage Hello again! Auch zu Manuel Schmid, heute zum vierten Mal bei Reflex zu Gast, zum vierten Mal.
00:01:11: Manuel: Das war mir gar nicht klar.
00:01:12: Michèle: Ich wollte schon alles sagen. Alle guten Dinge sind drei, aber es waren schon vier. Der Doktor der Theologie und Philosophie leitet seit Anfang zwei tausend sechs und zwanzig das KTE und das mit viel positivem Elan. Er sagt von sich er ist ein Überzeugungstäter. Also herzlich willkommen euch beiden.
00:01:32: Stefanie: Danke schön.
00:01:33: Manuel: Schön, hier zu sein. Zum vierten Mal.
00:01:37: Michèle: Ja. Man spricht ja so schön davon, dass man sein Hobby zum Beruf macht. Bei Manu ist das gewissermaßen ein bisschen anders. Man macht seinen Glauben zum Beruf. Wie läuft denn das bisher?
00:01:46: Manuel: Manu Ja, ich wollte zuerst noch sagen zu zum Kompetenzzentrum Theologie und Ethik. Ich war froh, dass du nicht nur KTE gesagt hast, weil das war mein erster Kulturschock.
00:01:56: Stefanie: Was?
00:01:57: Manuel: In der Ex. Das man in der evangelisch reformierten Kirche Schweiz, kurz Ex, das man eigentlich fast nur in Kürzeln spricht. Und ich habe am Anfang eigentlich gar nichts verstanden. Also da ist die ganze Zeit die Rede gewesen von SBK f e p S T e p W G r k und ich bin mit Googeln gar nicht nachgekommen, um herauszufinden, was diese Abkürzungen alle bedeuten und habe entsprechend dann anfangs auch öfter mal den Faden verloren, weil ich nicht wusste, worüber man hier überhaupt spricht. Also eben KT, du hast es gesagt ist das Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik. In gewisser Weise setzt sich damit natürlich die Tradition fort, über Dinge nachzudenken, über Dinge zu schreiben und zu reden, die mich auch persönlich in meinem Glauben, in meinem, meiner christlichen Überzeugung umtreiben. Und das ist eigentlich, finde ich, immer noch ein Vorrecht. Das ist ein Geschenk. Es hat seine eigenen Tücken und seine eigenen Spannungsmomente. Glaube ist ja nicht einfach ein statischer Zustand, eine quasi eine Kategorie, zu der man sich dann zählt. Und da ändert sich nichts, sondern ist sehr dynamisch und man es gibt auch Krisen und Zweifel und es gibt auch Momente, in denen man keine Lust hat, zu beten oder über Gott nachzudenken und schon gar keine Lust hat, darüber zu sprechen und die ganze Zeit in diese Fragen von existenzieller Bedeutung einzutauchen. Man möchte mal gerne auch mal was ganz Banales und Profanes tun. Also das sind dann schon auch Spannungen, die sich auftun. Aber ich, ich mag das sehr.
00:03:39: Michèle: Und gibt es bei Steffi auch etwas aus dem Hobby, was du zum Beruf gemacht hast?
00:03:44: Stefanie: Meinst du, dass Hobby Leute herumzuKommandieren? So bös wollte ich nicht sein. Nein, im Ernst ich mag es wirklich sehr, Themen und Termine irgendwie so zusammenzubringen, dass es am Ende Sinn ergibt und auch etwas Konstruktives entstehen kann. Und gerade auch außerhalb unserer Fachwelt verstanden wird, was wir eigentlich machen. Meine beste Freundin hat mich zuweilen auch die Listen Steffi und ich glaube, das passt sehr gut.
00:04:10: Manuel: Ja, ja, ja, das kommt mir sehr zu Gute. Es ist jetzt schon nicht so, dass mein Leben komplett auseinanderfallen würde, wenn ich auf mich allein gestellt wäre. Aber ich bin doch sehr, sehr froh um Steffis Unterstützung und überhaupt, dass wir im Team so. Ich finde relativ gut Hand in Hand arbeiten und eine gemeinsame Leidenschaft und Überzeugung für gewisse Themen oder die Bedeutung gewisser Themen teilen. Das hilft. Das hilft sehr.
00:04:37: Stefanie: Ja, das stimmt.
00:04:38: Michèle: Das merkt man auch immer, wenn ihr so zusammensitzt in euren wöchentlichen Sitzungen und dann wird theologisch schon mal vertieft diskutiert und Steffi bringt auch ihre Perspektive der Dinge dann ein, eben als nicht Theologin. Aber du bist ja gelernte Pflegefachfrau Und das finde ich immer stark, weil du abstrahieren kannst. Wie kommt das bei den Menschen an? Und wo steht das Ganze im Leben?
00:05:03: Stefanie: Ich helfe zu übersetzen.
00:05:05: Manuel: Das ist ein Anliegen, das wir auch teilen.
00:05:08: Stefanie: Definitiv.
00:05:08: Manuel: Habe ich ja wirklich auch mitgebracht in die Ex. Ich habe siebzehn Jahre als Pastor gearbeitet und habe mich eigentlich immer in einem. Heute ist das fast ein verbranntes Wort, aber immer in einem positiven Sinne. Als Popularisierer, nicht als Populist, aber als Popularisierer verstanden, der irgendwie versucht, komplexe Zusammenhänge nicht so zu vereinfachen, dass sie einfach falsch wären, sondern so zu kommunizieren, dass sie nachvollzogen werden und in ihrer Bedeutung auch sichtbar werden, so dass. Das ist etwas, was wir uns so auch ein bisschen auf die Fahnen geschrieben haben für die Zukunft, dass. Dass wir wirklich so verständlich zu bleiben und auch dann immer mal wieder kritisch rückfragen Ja, wer genau kann das jetzt nachvollziehen? Oder könnte man das von der Flughöhe auch runter nehmen? Oder könnte man ein alternatives Produkt, einen Text schreiben, der das ganze noch mal allgemeiner zugänglich macht? Und dann hat man eine ausgeführte anspruchsvolle Studie, die auch irgendwo wissenschaftlichen Kriterien genügt. Aber man hat dann auch niederschwelligere Kommunikationsprodukte.
00:06:18: Stefanie: Und gleichzeitig sollen ja auch nicht komplexe Fragen einfach so dargestellt werden, als gäbe es einfache Antworten darauf. Und da dieses Spannungsfeld, in dem befinden wir uns ja und das führt auch immer wieder zu Diskussionen, wie sehr ist eine eine Vereinfachung gut und wo führt es eben zur Banalisierung eines Themas?
00:06:36: Manuel: Ja, absolut. Und was ich auch noch ergänzen will. Steffi, du bist ja auch politisch sehr engagiert und sehr aktiv und das ist auch eine echte Bereicherung fürs Team. Also da merke ich auch, wenn es irgendwie Dinge mit politischen Implikationen gibt und fast alle Themen, die wir irgendwie bearbeiten, haben auch mit Politik zu tun, mit Gesellschaft usw. Da finde ich bei Steffi nicht nur ein Gegenüber auf Augenhöhe, sondern oft jemanden, der deutlich besser Bescheid weiß als als ich jetzt aus dem Stegreif. Und das hilft enorm. Und was wir jetzt doch eingangs auch sagen müssen Wir sind natürlich zu dritt im KT.
00:07:15: Michèle: Das wollte ich gerade sagen. Wer komplettiert euer Trio dann?
00:07:18: Manuel: Der unser, der ehrenwerte und hochgeschätzte Elio Scheie, der im Moment in seinen wohlverdienten Ferien ruht. Dass der den Podcast nicht hört und denkt Mein Gott, jetzt haben Sie mich komplett unterschlagen. Also das ist der dritte im Bunde, ein Westschweizer reformierter Theologe, der auch noch mal seine ganz eigene Perspektive und seine eigenen Anliegen einbringt. Also in der knappen Dreierzahl ist das eigentlich das Kompetenzzentrum Theologie und Ethik.
00:07:49: Stefanie: Genau.
00:07:49: Michèle: Die drei Musketiere der EKS. Ja, es.
00:07:54: Stefanie: Fehlt noch der Degen.
00:07:55: Michèle: Und Elio macht auch einen sehr hörenswerten Podcast auf Französisch. Falls ihr den noch nicht kennt, das ist explore. Schaltet da mal rein. Ich möchte, bevor wir weiterreden, mal ein bisschen aufdröseln. Was ist denn so die theologische Bloglandschaft der Schweiz? Was gibt es denn da? Reflektor neben dem Blog der EKS der Orientierung, Denkanstöße und Einordnung zur Kirche, Gesellschaft, Ethik und Glauben aus reformierter Perspektive bietet, Gibt es noch weitere Schweizer Blogs zu Theologie und Ethik? Sehr bekannt und umfangreich ist natürlich das Reflect von der Zürcher Landeskirche mit zahlreichen Blogs und Podcasts. Mehrere Blogs findet man auch auf kath.ch. Interrailblog ist ein Projekt der Theologischen Fakultät Bern. Dieses Projekt widmet sich den Interracial Studies der Religionsphilosophie und aktuellen wissenschaftlichen Beiträgen. Es gibt auch einen Liturgik Blog und einen Blog des Forschungsbereichs Digital Relations der Uni Zürich. Vertiefung bietet euch auch der Blog von Fokustheologie. Das ist die Fachstelle für Erwachsenenbildung der reformierten Kirchen. Und ein theologisches Feuilleton aus dem deutschsprachigen Raum findet ihr bei feinschwarz.net. Dazu kommen noch zahlreiche Theologinnen und Theologen und auch Studierende, die eigene Blogs betreiben. Es gibt theologische Fakultäten, es gibt Ethikbeiräte, es gibt die Mitgliedskirchen, es gibt Tanks. Wozu braucht denn die EGS ein KTG? Ein bisschen ketzerisch gefragt.
00:09:25: Stefanie: Wir verstehen uns ja nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung zu diesen unterschiedlichen Feldern, die du jetzt gerade gebracht hast. Wir bündeln halt schlussendlich auf der gesamtschweizerischen Ebene die Themen und versuchen dann auch aus diesen Positionen oder Perspektiven irgendein Produkt zu erstellen. Sei das eine Stellungnahme für den Rat oder sei das ein eigener Blogbeitrag? Wir müssen ja auch immer unterschiedliche Player mitdenken. Wir haben zum einen den Rat Wir haben Mitgliedskirchen. Wir haben die Öffentlichkeit und wir haben auch Menschen, die der Kirche vielleicht nicht so nahe sind. Da gibt es dann unterschiedliche Produkte, die, die wir verantworten und das, wenn man so will, gibt uns ein bisschen die Daseinsberechtigung oder unterscheidet uns von anderen.
00:10:06: Manuel: In früheren Zeiten, ich sage jetzt bewusst nicht in goldenen Zeiten, aber da haben viele evangelisch reformierte Landeskirchen, Kantonalkirchen in der Schweiz sich eigene Theologie und Ethik Stellen leisten können, sich um theologische Belange, ethische Belange gekümmert haben, die Fragen beantwortet, bearbeitet haben, die Stellung bezogen haben, wenn zum Beispiel aktuelle politische Vorlagen auch massive ethische Konsequenzen oder Implikationen hatten, wenn es um whatever, Eizellenspende, Leihmutterschaft, Ökologie, um Lebensethik usw ging. Das ist heute nur noch bei den wenigsten Kantonalkirchen der Fall. Und ich finde schon, dass es absolut Sinn macht, dass auch die reformierten Kirchen in der Schweiz irgendwie eine. Wir sind ja wirklich schlank bestückt, muss man sagen. Also das ist das Gegenteil eines Wasserkopfes, was wir hier haben. Wir sind quasi zu dritt im Kompetenzzentrum, aber doch eine eine Stelle haben, an der einerseits im Sinne eines eines Themen Radars auch aktuelle Themen wahrgenommen werden, bearbeitet werden, an der gewisse Ressourcen da sind, sich wirklich vertieft auch mit ethischen Fragen zu beschäftigen und das auch so zu kommunizieren, dass Mitgliedskirchen und Mitglieder der reformierten Kirche damit etwas anfangen können oder daraus irgendwie Orientierung oder Hilfe ziehen. Ich halte das für sehr wichtig. Ich meine, ich bin ein begeisterter Student gewesen, mein Leben lang. Also ich habe irgendwie fünfzehn Jahre an verschiedenen Unis irgendwie mit Studium und Promotionen verbracht und so und da wird ganz viel geforscht, da wird viel gearbeitet, da wird geschrieben usw und ein eine Not oder ein Problem, das ich sehe, ist schon, dass viele Forschungen irgendwie in einem ganz engen Zirkel bleiben. Wir haben auch ein Stück weit als Aufgabe für uns gefasst, interessante, bedeutsame Forschungen auch irgendwo sichtbar zu machen und eine gewisse Übersetzung auch für die kirchliche Öffentlichkeit und und auch für die sonst weitere gesellschaftliche Öffentlichkeit zu leisten. Mit dem Ziel, gerade so die großen Forschungsprojekte Digital Religions in Zürich ein Riesenprojekt im Umfang von zig Millionen Franken Forschungsgelder, unzählige Promovierende habilitieren Die da. Die arbeiten an Themen von Religiosität und Digitalität, künstliche Intelligenz, Social Media Online, Verschwörungstheorien usw. Da wird an ganz vielen Themen gearbeitet, die ich oder die wir für kirchliche Belange und auch für eine Zeitgenossenschaft eigentlich wahnsinnig wichtig finden, so wiedergeben, dass der normale Bürger und die Bürgerin und das Kirchenmitglied beim Lesen merkt Oh, das ist spannend, das hat irgendwie was mit meiner Welt zu tun.
00:13:23: Michèle: Genau. Du sprichst es schon an! Ihr holt ja in den Blog auch ganz oft Gastautoren Gastautoren rein, die dann eben ihre Expertise mitbringen. Und ihr seid also da nicht zu dritt, alleine mit all diesen Themen? Ja.
00:13:36: Stefanie: Darf ich noch etwas ergänzen? Weil wir also so eine zeitliche Einordnung wir nehmen jetzt am zwei und zwanzigste Juli auf. Das heißt vor zwei Tagen musste, durfte, konnte, wollte Jens Spahn zurücktreten, weil bekannt wurde, dass er ein Kind gekriegt hat mit seinem Partner über eine Leihmutter. In dem Fall speziell wird die reformierte Kirche Schweiz gefragt Ja, was sagt ihr denn zur Leihmutterschaft? Wir müssen eine Sprachfähigkeit haben. Wir müssen irgendwo eine Antwort liefern, auch wenn diese nie abschliessend sein darf aus meiner Sicht. Das sind ja Prozesse, die gehen. Und daher kommen auch die Beispiele, die Manuel vorhin genannt hat, dass man das auch ein bisschen versteht. In der zeitlichen Aktualität sind wir gerade da. Also wir reagieren nicht nur auf aktuelle Sachen, die wir nicht vorhersehen konnten. Es ist auch nicht die Idee, dass wir nur im Krisenmodus arbeiten und eigentlich hinterherhinken. Natürlich haben wir so ein bisschen den Blick für Themen, die die Relevanz sind gesamtgesellschaftlich. Aber es gibt eben auch aktuelle Ereignisse, die uns dann fordern, weil Fragen kommen, die dann einfach beantwortet werden dürfen, sei dies mit mit Stellungnahmen, Positionen, die schon bestehen. Da kann man darauf verweisen und manchmal sieht es dann manuell. In einer spontanen Aktion muss eine eine eine Recherche machen und sich wirklich dann nochmals neu mit einem Thema auseinandersetzen, weil man es nicht vorhergesehen hat, dass da noch was kommen könnte.
00:15:01: Manuel: Ja, das ist auch ein bisschen der der Dienstleistungscharakter natürlich unseres Kompetenzzentrums. Wir sind quasi ein Dachverband aller evangelisch reformierten Kantonalkirchen in der Schweiz und werden auch bezahlt von Mitgliedskirchen. Die methodistische Kirche gehört ja auch dazu und sind auch quasi zur Stelle, wenn es um um solche Fragen geht. Also der Grund, warum ich jetzt wir jetzt irgendwie eine Viertelstunde später erst mit dieser Aufnahme begonnen haben, war tatsächlich, dass ich eine Anfrage von einem Kantonal kirchenpräsidenten gekriegt habe, genau im Blick auf Leihmutterschaft. Die wollten da auch für die Presse öffentlich darauf reagieren. Dann habe ich ein bisschen recherchiert und ihm etwas zurückgeschrieben. Das macht auch Spaß. Auch wenn es natürlich Fragen gibt, bei denen man sich zuerst mal selber am Kopf kratzen denkt. Ja, das habe ich mir jetzt auch noch nie so genau überlegt. Da muss man halt ein bisschen tiefer graben.
00:15:57: Michèle: Genau. Kannst du dich gerade an so eine wilde Anfrage erinnern?
00:16:00: Stefanie: Seid fruchtbar und mehret euch.
00:16:02: Manuel: Ja, das.
00:16:02: Stefanie: War wirklich eine lustige Anfrage.
00:16:04: Manuel: Es war quasi. Da war ich mitten in der Karl Barth Tagung und. Und dann ist diese Frage gekommen, was wir eigentlich zu diesem Thema. Seid fruchtbar und mehret euch zu sagen hätten. Ob reformiert, evangelisch, reformiert eigentlich eine Pflicht zum Kinderkriegen und zur Vermehrung besteht und so ich, also ich, ich liebe das eigentlich solche Anfragen, weil ich finde, das gibt ja auch immer Gelegenheit für sich selbst Dinge zu sortieren und im besten Falle etwas etwas Hilfreiches und Differenziertes zu sagen.
00:16:33: Michèle: Ja, genau. Und man muss natürlich sagen Ihr müsst das auch nicht alles alleine machen. Es gibt ja noch mehr Bereiche im Haus. Also ihr arbeitet eng mit uns zusammen, von der Kommunikation, aber auch eng, zum Beispiel mit Public Affairs oder mit den Außenbeziehungen also. Das ergänzt sich dann alles. Weil oft kommt es ja, es ist ja auch sehr Politik getrieben dann. Und da habt ihr auch eine gewisse Kontinuität, die ihr dann haltet. Bei vielen Themen zum Beispiel, die hat ganz oft gearbeitet zu Organspende oder Sterbehilfe oder solchen Dingen. Und dann schaut ihr natürlich immer, wenn so etwas wieder aufkommt durch zum Beispiel anstehende Gesetzesänderungen. Dann wird wieder überlegt Können wir dazu wieder ein Paper schreiben oder was haben wir schon in der Vergangenheit geschrieben und ist immer noch gültig? Und dass man das dann noch mal präsentiert, unter Umständen ja.
00:17:20: Manuel: Das ist auch eine große Herausforderung. Es wurde schon ganz viel geforscht, publiziert von der Ex. Letztes Jahr erst ist Frank Mathwig in Rente gegangen. Er war quasi die feste Größe hierfür, vor allem für bioethische, biomedizinische Fragen, aber auch darüber hinaus ein unglaublich versierter, kompetenter Ethiker, Der auch sehr produktiv war und vieles geschrieben hat. Und auch vor ihm und neben ihm waren andere Theologinnen und Theologen in der EKS sehr produktiv. Die Herausforderung ist dann wo ist das Zeugs abgelegt? Findet man das auch? Ist das noch aktuell usw? Und ich habe also einen großen Teil meiner Zeit auch schon mit der Suche beschäftigt, weil irgendwo irgendjemand wusste, da hat doch der und der mal was zu geschrieben und dann liegt die Herausforderung eher darin, das dann zu finden, weil wir, muss man auch sagen, an einer Überarbeitung der ganzen Datenstruktur und der Anlagen arbeiten. Lange Zeit waren Dinge noch physisch und wurden dann irgendwie im Büchlein oder Heftlein ausgedruckt. Auch eine Herausforderung, hier wirklich so auf die Höhe der Zeit zu kommen und das Ganze wenn möglich auf Knopfdruck und mit Stichwortsuche verfügbar zu machen, weil es ja auch ein bisschen peinlich wäre, wenn man sich da tagelang Zeit nimmt, um ein Thema zu bearbeiten, dass der Kollege oder die Kollegin vor vier, fünf Jahren längst in aller Tiefe durchdrungen hat.
00:18:47: Michèle: Also du bist auf Schatzsuche, sozusagen in den Schatzkisten. Steffi bearbeitet das und macht es zu einer digitalen Schatzkiste. Das ist gerade dein Großprojekt bei Steffi im Büro. Könnt ihr euch so vorstellen? Da stehen ganz viele Bücher und Broschüren und sie liest das jetzt alles ein und erfasst diese Teile. Und und schaut, was gibt es denn?
00:19:08: Stefanie: Du leidest mit, weil Wir teilen uns unser Büro. Ja.
00:19:12: Michèle: Genau. Ihr sagt, ihr habt auch den Anspruch, dass ihr die Themen wirklich zu den Menschen bringt. Wie gelingt das?
00:19:19: Stefanie: Ehrlicherweise finde ich, gelingt uns das nicht immer gleich gut, weil wir uns natürlich immer die Frage stellen müssen Kommen wir ins Gespräch? Weil nur weil ein Papier veröffentlicht wird, ist es noch lange kein Diskurs, der geführt wird. Und das finde ich persönlich sehr herausfordernd, hier einerseits messbare Werte zu finden, lesen, dass unsere Mitgliedskirchen oder nicht? Natürlich kann man gerade Social Media. Man kann mit Klickzahlen arbeiten, aber manchmal ist der Erfolg nicht einfach. Nur Wie viele Klicks haben wir auf etwas? Sondern gibt es auch qualifiziertes Feedback von. Von Fachpersonen? Bekommen wir mit, dass in Kirchgemeinden über etwas diskutiert wurde? Jetzt gerade das Beispiel mit Leihmutterschaft. Das finde ich super, dass da auch die aktive Anfrage kommt von einer Mitgliedskirche und sagt Hey, wir, wir, wir möchten da dranbleiben. Könnt ihr uns da weiterhelfen? Daran kann man eben auch messen, ob das gelingt. Und trotzdem, finde ich selbstkritisch, muss man sagen da haben wir wirklich noch Luft nach oben.
00:20:16: Manuel: Ja, ganz viele Krisenthemen, ganz viele virulente Fragen. Vieles, was auch die Medien, die Politik, Gesellschaft umtreibt. Krieg und Frieden, künstliche Intelligenz, Populismus usw Das sind Fragen, die haben ja auch eine theologische und ethische Tiefendimension. Und wenn wir da nicht drauf springen, dann überlassen wir das Feld halt irgendwelchen Playern, die dann mehr oder weniger Hilfreiches dazu zu sagen haben. Ich würde mir auch nicht einbilden, wir hätten überall jetzt das entscheidende Wort einzubringen, aber doch irgendwie aus einer theologischen, christlichen Tradition heraus, aus einem reformierten Selbstverständnis heraus, sich auch zu äußern zu solchen Fragen. Das finde ich wichtig. Und ich glaube, dass das stößt schon auch auf Interesse. Es ist ja nicht so, dass die Aufmerksamkeitsökonomie eins zu eins ein Qualitätsmerkmal ausweist. Also es ist nicht so, dass alles, was gut ist, weitverbreitet ist und alles, was schlecht ist, keine Verbreitung findet. Da muss man sich nur mal schauen, was sind die populärsten Tik Tok Instagram Profile oder die populärsten YouTube Videos? Da ist ganz viel unsagbarer Müll und Schwachsinn dabei. Es gibt gute Sachen, die irgendwie untergehen und Schlecht ist, das total viral geht. Da sind noch andere Mechanismen dahinter. Man muss sich fragen, auf welchen Kanälen mit welchen Medien kommunizieren wir? Treffen wir auch die Interessen und Zielgruppe? Verstehen wir die Eigenlogik dieser Medien? Verstehen wir, wie Blogbeiträge funktionieren, wie Social Media funktioniert. Und dann hat das natürlich schon auch zu tun mit der Frage Gibt es Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von unseren Inhalten, die sagen Hey, Pfarrpersonen, Kirchenverantwortliche, Kirchenmitglieder, die sagen also eigentlich, ich habe das entdeckt, ich bin vielleicht nur zufällig darauf gestoßen. Exwebsite Du, die haben ja einen Blog. Du, da gibt es ja irgendwie noch spannende Beiträge und so, und die dann aber das weiterleiten, die das teilen. Vieles funktioniert über diese Schiene und da haben wir, glaube ich, noch sehr viel Luft nach oben. Im Sinne des Nutzings wäre es cool, wenn wir Leute dazu bringen könnten, interessierte Menschen aus Kirche und breiter Öffentlichkeit immer mal wieder auszuchecken. Was kommt von da, von der Ex, Was kommt vom Kompetenzzentrum? Weil sie bestenfalls die Erfahrung gemacht haben Du, wenn ich mir Zeit genommen habe, dann war das eigentlich meistens ganz gut, was Sie da schreiben. Ja.
00:22:59: Stefanie: Ich glaube, als Kirche muss man sich immer wieder die Frage stellen warum ist dann die Perspektive der Kirche jetzt relevant? Es reicht halt nicht, wenn man einfach sagt, wir haben auch noch was zu Thema XY zu sagen. Und das lässt sich dann auch sehr gut in Social Media Arbeit übersetzen. Ich finde es eher schwierig, Algorithmen von Social Media zu durchschauen. Ich bin selber ein Engel. Also ich bin so zwischen Millennials und Gen Z, kenne diese Plattformen seit frühester Jugend. Und trotzdem ist es mir ein sehr großes Rätsel, wie da die die Dinge funktionieren und wir konkurrieren halt stark. Da hat man vielleicht zwei Sekunden Zeit, wirklich zu sagen, warum das Thema jetzt relevant ist und warum die Kirche vor allem jetzt etwas Relevantes zu sagen hat. Und das fordert mich dann schon noch manchmal heraus, auch gerade einen langen Text auf so Kernaussagen zu reduzieren, die eben Social Media tauglich sind, ohne dass dann nachher der der Autor oder die Autorin weinen muss, weil es nicht dem entspricht, was sie eigentlich wollte das Sendungsbewusstsein. Dann die Frage nach Plattform Wie funktionieren Plattformen? Das macht es manchmal schwierig, dann zu sagen Gelingt es uns jetzt, dass unsere Produkte, unsere unsere Arbeit wirklich an den Mann und an die Frau zu bringen?
00:24:15: Michèle: Manchmal hilft es ja auf Social Media, sich selber nicht so ganz ernst zu nehmen. Vielleicht sollten wir eine Theologie Katze erfinden, die alle Inhalte vermittelt, oder?
00:24:25: Stefanie: Aber nur, wenn wir Manuel dazu animieren können.
00:24:28: Michèle: Manuel ist neulich schon in einem Real als Avatar, als digitaler Avatar animiert durchs Bild gelaufen. Da kam tatsächlich später Kollegen zu mir und sagten Also, das finde ich aber jetzt ganz doof. Aber er hatte das Video gesehen.
00:24:41: Manuel: Ja, und ich fand es richtig cool.
00:24:43: Michèle: Ja, und es sah auch sehr ähnlich, dieser Avatar. Ich fand es richtig gut getroffen.
00:24:47: Manuel: Aber das ist natürlich jetzt eine weiterführende Frage. Und dann irgendwann vielleicht auch nicht mehr Aufgabe eines Kompetenzzentrums für Theologie und Ethik. Aber etwas, was mich umtreibt. Ich habe ja sieben Jahre bei Raw Lab gearbeitet, dieser digitalen Contentschmiede, die du auch schon erwähnt hast aus der Kantonalkirche Zürich. Das hat mich aber vorhin vorher auch schon umgetrieben als Pastor einer Jugendkirche. Und so wie gelingt es eigentlich Christinnen und Christen? Wie gelingt es Kirchen dort auch digital präsent zu sein, wo die Leute sind? Weil da verbringen die Leute Zeit, da vernetzen sie sich, da tauschen sie sich aus, da werden Sachen geteilt, da werden Meinungen gebildet, da werden Ideologien verfestigt, da werden Verschwörungstheorien verbreitet und im besten Fall auch richtig gute Ratschläge erteilt usw. Da muss die Kirche und da müssen Christen präsent sein und es gibt so einzelne Zufallstreffer, wenn irgendwie Pfarrpersonen authentisch und eigenwillig ihr ein Profil erstellen und damit zigtausend Follower generieren. Es gibt so Zufallstreffer, sage ich mal, oder Einzelfälle. Aber die Kirchen, gerade Kirchen als Institutionen, haben bis jetzt glaube ich den Dreh noch nicht raus. Wie man hier auf eine spannende Art irgendwie Leute packen, faszinieren, begeistern könnte. Theologie Katze ist nicht die blödeste Idee, die ich, die mir je untergekommen ist. Und ich ich. Weil gerade Social Media so stark personalisiert läuft, müssen es dann wahrscheinlich meistens Einzelpersonen sein, die aber richtig gute Ideen haben, in denen theologischer Content, ethischer Content. Auch Glaubensfragen, Spiritualität usw in einer Art und Weise rübergebracht wird, die einfach Leute begeistert. Sogar die Leute, die die niemals eine Kirche betreten würden.
00:26:47: Michèle: Und ich finde das auch gar nicht einfach in unserem speziellen Falle. Ja, wir sind ja nicht nur mit unseren persönlichen Profilen im Netz, sondern eben auch mit angeschrieben Ex. Wir sind sichtbar als Ex erkennbar. Dann treten wir da als Organisation auf, was ja eigentlich für Social Media nicht besonders geeignet ist ein Organisationsprofil. Und dann musst du diese Organisation ein Gesicht geben. Rita Famos macht das fantastisch. Sie tritt oft auf. Wir treten auch auf, promoten die Themen. Und da diese Gratwanderung zu finden, das zu verkörpern, etwas von sich selbst hineinzugeben, aber auch nicht zu viel, finde ich enorm anspruchsvoll. Trotzdem finde ich, dass sich das total lohnt. Eben um diese Themen zu pushen. Um zu sagen Hey, hier gibt es was von der EGKS, lest das doch bitte. Ja, ja, ja.
00:27:40: Stefanie: Ja und wir bearbeiten ja auch Themen, die die gesellschaftliche Relevanz haben. Also man muss ja nicht gläubig sein, um bei Themen, die uns beschäftigen Krieg, Frieden, künstliche Intelligenz, Reproduktionsmedizin usw Das sind ja Themen, die sind gesellschaftlich relevant und die uns alle beschäftigen und die uns auch alle betreffen.
00:28:03: Manuel: Ja, und im besten Fall gelingt es uns ja, Dinge so zu kommunizieren, dass Menschen, die jetzt mit Kirche, Glaube, Christentum eigentlich ganz wenig zu tun haben, das doch irgendwie plausibel finden oder inspirierend anregend finden, auch wenn sie vielleicht Grundvoraussetzungen nicht unbedingt teilen. Und jetzt die theologisch biblische Herleitung über die Erschaffung des Menschen zum Ebenbild Gottes und so eher befremdet wahrnehmen. Und was du noch vorhin gesagt hast, Michel, Es ist eine Herausforderung, sich zu fragen Wer ist der Absender dessen, was wir jetzt kommunizieren? Und ich habe mir das von Anfang an angewöhnt oder durchgezogen, immer zu fragen, auch bei Anfragen In welcher Rolle bin ich gefragt, In welcher Rolle trete ich hier auf? Es ist ein Unterschied, ob ich als Manuel Schmid als Mitarbeiter der EKS Auskunft gebe, ob ich als völlig, als Privatperson, als ein gläubiger Christ, der jetzt zufällig auch Theologe ist, gefragt werde, ob ich gefragt werde als Vertreter oder Stimme des Kompetenzzentrums, ob ich gefragt werde als Stimme der EKS, der, ob das etwas ist, das eigentlich der Rat sich dann zu eigen machen muss. Dann sind das sind auch dann andere Kommunikationswege und das ist wichtig, das zu unterscheiden. Es fließt ineinander über. Es ist klar, ich könnte jetzt wahrscheinlich nicht gut irgendwie privat einen Satanismus Account betreiben. Das würde schon zu Friktionen sorgen. Aber unterscheiden, ohne es völlig trennen zu können, ist glaube ich schon wichtig. Wir dürfen ja auch als einzelne Personen und Mitarbeiter uns äußern und dann völlige Freiheit haben zu sagen Ja, schon Steffi sieht das ganz anders. Und der Elio, der im selben Bereich arbeitet, sieht das nochmal anders und der Rat der Ex auch noch mal anders, weil die Gefahr besteht, natürlich jede Äußerung eines öffentlichen Mitarbeiters in der EKS als offizielle Kommunikation der Schweizer Reformierten zu verstehen. Und das wäre dann schwierig.
00:30:15: Stefanie: Und das, finde ich, ist auch eine Stärke der reformierten Theologie, diese Ambivalenz auch zuzulassen und zu wollen.
00:30:21: Manuel: Ich habe das auch so erlebt in der reformierten Kirche schon als ich in Zürich gearbeitet habe, dass es eine ein ein Maß an Spannungen und Differenzen auch verträgt, die mir jetzt aus meiner evangelikal religiösen Sozialisierung nicht so nicht bekannt war. Das gibt natürlich auch Zoff. Es gibt Streitereien, es gibt teilweise öffentliche Auseinandersetzungen und so, aber ich habe das eigentlich immer als attraktives Feature der reformierten Kirchen verstanden. Solange man noch etwas hat, was einen zusammenhält, was man sagt, ja, aber dass über die Differenzen hinweg teilen wir eine gewisse Vision für Kirche oder gewisse Überzeugungen. Das ist wahrscheinlich eher die die Herausforderung bei reformierten Kirchen.
00:31:07: Michèle: Ich will mit euch mal wirklich konkret in ein Thema reinspringen. Ihr macht eine große Tagung zu KI. Wann findet diese Tagung statt? Und ja, was ist das Ziel von dem Ganzen?
00:31:19: Stefanie: Also die Tagung ist am zwanzigste Oktober.
00:31:21: Michèle: Man kann sich noch anmelden, man.
00:31:22: Stefanie: Kann sich anmelden. Ich arbeite gerade fleißig an der Werbung dazu. Die Tagung findet in Zürich statt. In Kooperation mit der Paulusakademie und ganz vielen weiteren Partnerinnen wird eine tolle Tagung mit mit vielen unterschiedlichen Perspektiven. Wir haben Keynote Speaker aus Technikethik. Wir haben Workshops, Digital Religion ist vertreten, Spiritual Care ist vertreten. Wir haben die Evangelische Allianz mit jemandem, der im Bereich KI tätig ist. Wir haben Philosophie vertreten. Ich denke, es ist auch eine Tagung, die es schafft, Theorie und Praxis zu verbinden. Wenn wir ehrlich sind wir alle nutzen KI. Es ist nicht mehr die Frage, ob wir es nutzen, sondern die Frage ist vielmehr wie. Wir haben einen Workshop, der beispielsweise genau diese Frage aufbringt Wie kann ich eine Herleitung machen? In welchem Fall benutze ich jetzt KI und und in welchem ist es zu sensibel? Sind Daten die, die ich hochlade, dann einfach nicht geeignet dafür? Wir haben einen Workshop, der einen Seelsorgebot vorstellt. Sehr, sehr spannend. Ich. Ich freue mich sehr darauf.
00:32:30: Manuel: Am Nachmittag werden die Workshops stattfinden und am Vormittag werden zwei Keynote Speaker reden. Und zwar ist das Tilo Stadelmann, ein Professor für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen an der ZHAW in Zürich. Eine bekannte Figur, der auch mit einem Ted Talk auf YouTube ist und Gründungsdirektor des Centre for Artificial Intelligence mit Forschungsschwerpunkten. Wirklich hands on bei KI, Deep Learning usw. Und er hat so ein einen Ansatz pro human ai, den er auch vorstellen wird. Also auf ihn kann man sich wirklich, wirklich freuen. Ist auch ein sehr begabter Referent und Medienexperte. Und dann kommt Sarah Spiekermann, Professorin für Wirtschaftsinformatik in Wien und sie ist auch eine internationale Expertin für KI, für digitale Ethik, werteorientierte Technikgestaltung. Sie ist auch eine Mitinitiantin dieser Future Foundation, die zehn Regeln für die digitale Welt herausgegeben haben vor kürzerer Zeit, die sich auch sehr stark mit KI beschäftigen und mit den ganzen ethischen Fragen, die sich daraus ergeben ökologisch, wirtschaftlich, politisch, rechtlich, persönlich. Am Nachmittag gibt es dann wirklich sehr breit gestreute Vertiefungs und Erweiterungsmöglichkeiten durch die Workshops. Ich werde mit Oliver Dürr vom Zentrum Glaube und Gesellschaft einen Workshop zum Thema Gott Ebenbildlichkeit im Maschinenzeitalter gestalten. Da werden wir uns auch ein bisschen fetzen, weil wir nämlich voraussichtlich nicht auf einer Linie sind. Das wird total spannend. Also den Tag darf man sich gönnen Ja.
00:34:24: Stefanie: Und ich möchte nicht unterschlagen. Wir haben dann auch noch eine Live Podcast Aufnahme vom Podcast Fokustheologie Geist Geist Zeit Genau mit Thorsten Dietz und Andreas Loos. Da freue ich mich auch sehr darauf. Sie sprechen gemeinsam mit Sarah Spiekermann, die am Morgen das Keynote Referat hält.
00:34:43: Michèle: KI ist ein Riesenthema weltweit. Aber schauen dabei die Leute wirklich auf Kirche? Erwartet man da Antworten von uns?
00:34:50: Manuel: Das Faszinierende ist ja, und das hat eigentlich viele, auch Insider überrascht, dass die Enzyklika des Papstes zum Thema KI so hohe Wellen geschlagen hat. Das ist eigentlich erstaunlich. Ich glaube nicht, dass es je eine katholische Enzyklika gegeben hat mit einem solchen Medienecho. Und das spricht ein Stück weit auch für ein Orientierungsbedürfnis, das in der Gesellschaft bei vielen Menschen besteht, dass man merkt, hier ist etwas im Umbruch, hier ist quasi eine industrielle Revolution im Gange. Mit ungewissem Ausgang Wird das meinen Beruf und meine Arbeit und meinen Alltag massiv erleichtern? Oder wird es meine Arbeitsstelle gefährden? Wird das zu Verwerfungen führen, zu einer Machtkonzentration bei einzelnen wenigen Konzernen, die mit uns dann eigentlich machen können und mit unseren Daten, was sie wollen und so? Also viele Fragen. Ich glaube, die Zeiten sind vorbei, in denen die gesellschaftliche Öffentlichkeit oder die Politik gebannt auf das Wort der Kirchen warten und wir jetzt da den Entscheid die entscheidende Stimme in eine Debatte einwerfen. Die Zeiten sind vorbei. Was aber nicht bedeutet, dass die Kirche nicht etwas Hilfreiches, Inspirierendes, Weiterführendes sagen könnten zu solchen Fragen mit einer langen Tradition des Ringens, auch mit ethischen Fragen, gerade in der reformierten Tradition, auch der kritischen, differenzierten Auseinandersetzung mit ethisch virulenten Fragen und auch der Bereitschaft, es sich nicht zu einfach zu machen, und der Bereitschaft, jetzt nicht einfach überall quasi den Teufel an die Wand zu malen und zu sagen, wir würden uns am besten aus dieser Welt zurückziehen, sondern mit einem gesunden Verständnis für christliche Zeitgenossenschaft hinzuschauen und zu sagen Was bedeutet es eigentlich, in dieser Entwicklung nicht nur zuzuschauen und die Hände zu verwerfen, sondern irgendwo Verantwortung zu übernehmen? Es gibt ja auch ein Orientierungsbedürfnis, eine Unsicherheit innerhalb der Christenheit und innerhalb der Kirchen. Also es gibt ganz viele Pfarrpersonen, Kirchenverantwortliche, Kirchenmitglieder, die durchaus von ihrer ihrer Kirche noch etwas Hilfreiches erwarten und etwas Richtungsweisendes und die wir auch nicht einfach im Schilf stehen lassen können, sondern wo wir auch gefragt sind zu sagen aus einer, aus einer christlichen Perspektive. Was lässt sich zu diesen Entwicklungen sagen? Wo sind ungeahnte Chancen, wo sind Abgründe und Gefahren? Ich halte das intern und extern für für wichtig.
00:37:39: Stefanie: Also die Kirche kann nicht technisch etwas zu zu sagen. Das ist nicht die Aufgabe eines Theologen, einer Theologin. Aber das KT oder die Kirche kann durchaus dazu beitragen, zu fragen Wie steht es denn um um die Würde eines Menschen? Wie steht es zu Freiheit, manchmal auch gegen soziale Gerechtigkeit, also die Freiheit, dass sich Technik einfach weiterentwickeln kann zu einem Verbrauch an Kühlflüssigkeit, die solche IT Zentren dann wirklich einfach benötigen? Den Platz, den sie brauchen. Und hier, hier kann die Kirche etwas dazu sagen.
00:38:19: Manuel: Ich finde das immer eine hilfreiche Übung zur Transformation der Kirche selber, muss man auch sagen. Also die Kirche hat natürlich Reflexe ausgebildet, auch ethisch theologische Reflexe, die ich jetzt nicht einfach in Zukunft extrapolieren oder wiederholen wollte.
00:38:36: Michèle: Also du meinst vielleicht gerne auf die Bremse stehen und gegen das Zeitgemäße sprechen und dafür manche.
00:38:43: Manuel: Dinge vorschnell verteufeln, oder oder. Das Gefühl, so apokalyptische Szenarien an die Wand zu malen? Wir sind selbst als reformierte Kirche natürlich mit größtem Abstand die älteste Einrichtung überhaupt. Punkt. Also als katholische noch noch älter. Aber wir sind fünf hundert Jahre alt. Ich meine, es gibt keinen Verein und rein gar nichts. Keine Bank und keine Versicherung, nichts, was so alt ist. Und das hat eine große Tradition, eine lange Geschichte bei der katholischen Kirche noch länger. Aber das birgt natürlich auch die Gefahr, dass man vielleicht nicht mit derselben Spontaneität und und Entdeckerfreude in neue Entwicklungen und Errungenschaften springt. Und dass das ist auch eine gute Herausforderung für uns selbst als reformierte Theologinnen und Christen. Jetzt mal nicht einfach zuerst grad sich bekreuzigen und und auf Abwehr gehen, sondern fragen wo sind auch Potenziale in diesen Entwicklungen, Wo können wir sogar eigene Rückständigkeiten aufdecken? Es ist ja dann oft so die Kirche hält ja diesen Abwehrkurs meist nicht lang nicht so lange, sondern kommt dann einfach zwanzig dreißig Jahre später. Führen die das dann auch ein oder sind dann da auch mit dabei. Es gibt auch umgekehrte schöne Beispiele, aber oft ist es ja dann doch wir sind ja nicht die Amischen. Irgendwann knickt man dann ein, weil man merkt, es hat doch Vorteile und erleichtert vieles auch chancenorientiert und unkritisch durchzudenken. Das ist eine gute Vorlage.
00:40:24: Michèle: Ja, das ist ja auch eines der Mottos eigentlich der Reformierten, dass man sich ständig reformiert. Ja, ja, genau. Ja, da kann ich ja gleich die Frage anschließen Seid ihr denn jetzt gerne beide Vertretende der Reformierten? Denn euer biografischer Hintergrund ist ja ein bisschen anders. Ich komme ursprünglich aus einer Freikirche, die der EKD nicht angeschlossen ist. Was hat euch hierher gespült?
00:40:49: Stefanie: Social Media Tatsächlich? Genau. Also, ich bin über Umwege zur EKS gekommen. Ich habe die. Die Stellenausschreibung tatsächlich auf Facebook. Ich betone.
00:41:01: Michèle: Wer es noch kennt. Ich.
00:41:03: Stefanie: Genau. Ich bin. Ich bin tatsächlich wirklich ein Engel und nicht. Also eigentlich habe ich auf Facebook nicht mehr viel zu suchen, aber ich gehöre selbst keiner Kirche mehr an und trotzdem mag ich die Inhalte und die Fragen und das Team sehr. Ich kann ja ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Manuel und ich, wir kennen uns schon sehr, sehr lange. Er kennt mich seit frühester Kindheit schon fast dreißig Jahre.
00:41:26: Manuel: Ja, du erinnerst mich jeden Tag.
00:41:28: Stefanie: Wie alt ich.
00:41:29: Manuel: Bin, wenn ich denke, Ich kenne. Ich kenne deinen Vater noch. Ich habe mit deinem Vater am selben Seminar studiert. Von daher.
00:41:36: Stefanie: Genau. Unsere Familien verbindet halt auch sehr vieles. Und ich glaube, das hilft sehr, weil wir eine gemeinsame Sprache haben. Ein sehr großes Verständnis füreinander. Wir teilen auch viele, viele Erfahrungen und das finde ich sehr bereichernd. Und das tut mir auch gut. Ich weiß jetzt nicht, ob ich wirklich so eine klassische Vertreterin bin der Reformierten, aber ich schätze es sehr, dass gesellschaftliche Fragen wirklich wahrgenommen und ernst genommen werden und hier auch unterschiedliche Positionen nebeneinander bestehen können. Wir kommen aus einer Freikirche und haben hier andere Erfahrungen gemacht, wo eben diese gerade inhaltliche Ambivalenz einfach viel weniger Raum bekommen hat, respektive gar nicht gewollt war. Und das erlebe ich als sehr eine Befreiung und finde ich wirklich schön. Und darum arbeite ich auch sehr gerne bei der EGKS allgemein im Haus. Wir haben wirklich eine tolle Stimmung hier an der Geschäftsstelle und das motiviert mich sehr.
00:42:33: Manuel: Steffi, du hast noch den Faden verloren, als du über Social Media und Facebook gesprochen hast. Du wolltest nämlich sagen, dass du auf die EGS durch Social Media aufmerksam geworden bist. Und das hast du gar nicht zu Ende erzählt. Da ging es ja um eine Stellenausschreibung, richtig?
00:42:48: Stefanie: Ja, genau. Dein Vorgänger war ja Stephan Jütte als Leiter des Kompetenzzentrums.
00:42:53: Michèle: Und du warst erst ihm zugeteilt. Das muss man jetzt sagen. Genau. Manuel hat nicht dafür gesorgt, dass du hier arbeitest. Du warst nämlich schon vorher da. Genau umgekehrt ist das.
00:43:02: Manuel: Gerücht der Vetternwirtschaft.
00:43:03: Michèle: Und der.
00:43:04: Manuel: Mafiösen Strukturen irgendwie fördern. Der Manuel holt sich jetzt hier irgendwelche Kontakte aus früheren Zeiten ins Haus. Nein, das war es nicht. Du warst lange vor mir schon da.
00:43:16: Stefanie: Und ich hatte auch nichts zu sagen. Bei deiner Anstellung muss man auch.
00:43:18: Michèle: Noch sagen.
00:43:19: Stefanie: Nein, Genau. Stefan war Leiter des Kompetenzzentrums und er hat an dieser Stelle gepostet. Ich war damals noch in der Pflege tätig, Frisch Mutter und habe einfach gemerkt, diese Kombination, die das passt nicht mehr. Ich habe das angeklickt und mir das durchgelesen und gedacht Ja, das klingt doch sehr nach einer sehr, sehr tollen Stelle, die ich glaube auch sehr gut zu mir passen würde. Ich hatte dann so ein bisschen meine Zweifel bezüglich Qualifikation usw und habe es dann ruhen lassen. Zwei Tage später hat es nochmals gepostet und dann habe ich es meinem Mann erzählt und er meinte ja, dann bewirb dich doch einfach. Was ist denn dein Problem? Und dann habe ich mich beworben und wir können das abkürzen. Ich arbeite jetzt seit fast drei Jahren hier.
00:44:03: Manuel: Ja. Sehr schön. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich dann mit einiger Verzögerung erst gemerkt habe Moment mal! Aber diese. Fachassistentin. Die kenne ich doch. Den Namen kenne ich doch. Und dann sind wir uns hier im Büro. Dann aber, noch vor meiner Anstellung, sehen wir uns einmal begegnet und ich habe dann quasi die, die Puzzleteile wieder zusammensetzt. Ja, ich bin seit einem halben Jahr bei der Ex. Schon seit längerer Zeit angestellt bei der reformierten Kirche, bei Red Flag vorher. Und ich? Ich bin schon mit Überzeugung reformiert. Ich bin quasi Konvertit. Also ich sage.
00:44:43: Stefanie: Immer, ich.
00:44:44: Manuel: Bin quasi Ich bin. Ich bin ja übergetreten, Ich habe. Ich habe mein Leben lang bei solchen Umfragen und und Erhebungen und so, wenn man seine Konfession ankreuzen musste, habe ich ja immer konfessionslos angekreuzt, weil ich war ja konfessionslos. Ich war weder Mitglied der reformierten noch der katholischen Kirche, sondern eben freikirchlich. Und ich verdanke diesem Hintergrund durchaus viel. Also ich verdanke ihm ein Bewusstsein für die existenzielle Dimension des Glaubens dafür, dass der Glaube wirklich etwas ist, was, was mein Lebenszentrum auch berührt. Ich verdanke dieser Sozialisierung auch eine eine Einübung in der Einsatzbereitschaft. Das sind, das sind Beteiligungskirchen. Freikirchen sind Beteiligungskirchen. Ich war bei ICF mit einer mit einer großen Mitarbeiterkultur, einer enormen Beteiligungskultur. Leute haben überall mitgearbeitet. Wir haben uns eingesetzt und haben wirklich so als Überzeugungstäter haben wir keine Überstunden aufgeschrieben und keine keine Abrechnungen gemacht, sondern einfach aus einer, aus einer geteilten Vision heraus gearbeitet. So, das habe ich sehr, sehr geschätzt und ich habe eigentlich diese Haltung immer mitgenommen. Also ich könnte nicht an einem Ort arbeiten nicht langfristig, wo ich nicht das Gefühl habe, es geht um etwas und wo ich nicht die Überzeugung habe, ich kann hier etwas Substantielles einbringen und es lohnt sich auch so, wenn diese Überzeugungen gefährdet sind. Man macht ja auch Erfahrungen, wo man dann irgendwie. Es gibt schlechte Tage, wo man denkt Ach, das ist doch alles für nix und so, das geht mir wirklich ans Eingemachte, weil ich nicht geeignet bin für null acht fünfzehn Business as usual nine to five. So, das ist. Da würde ich nicht lange überleben. Als Ref ch das reformierte Medienportal über mich berichtet hat, haben Sie den Titel gewählt Der Überzeugungstäter. Das habe ich mir nicht selber gegeben. Soweit ich weiß. Aber das hat irgendwie eingeleuchtet. Und das verdanke ich schon. Von den Motiven her verdanke ich das auch meiner Herkunft, auch wenn ich eben dann genauso mit Überzeugung auch in die reformierte Kirche eingetreten bin. Ich habe jetzt nicht einen harten Bruch erlebt mit meiner evangelikalen Freikirchen, Vergangenheit oder diesem Milieu oder diesen Kirchen und Menschen. Ich habe immer noch intakte Freundschaften. Aber ich habe natürlich schon gemerkt, dass mein Glaube und meine theologischen Überzeugungen sich in eine Art und Weise in eine Richtung entwickelt haben, die immer weniger kompatibel ist mit der, ich sage jetzt mal mit mainstream evangelikalen Überzeugungen. Auch wenn ich hier immer vorsichtig wäre, zu sehr zu vereinheitlichen, das Bild nach außen, auch durch irgendwelche Berichterstattungen medial und so, da hat man schnell mal das Gefühl, Label Evangelikale, die denken alle gleich, da gibt es erhebliche Unterschiede und und große Differenzen. Aber ich habe dann schon gemerkt, ich werde immer fremder in dieser Umgebung. Und gleichzeitig habe ich mich bei den Reformierten eigentlich grosso modo ganz wohl gefühlt. Es gibt ja auch Spannungen und ich muss sagen, ich leide auch sehr unter dieser Kirche. Also früher konnte man über die Reformierten reden, über die anderen, über die mit diesen, diesen Problemen und leeren Kirchenbänken und was auch immer man da immer beklagt hat. Und jetzt bin ich Teil dieser Kirche.
00:48:32: Stefanie: Sind halt auch deine Probleme.
00:48:34: Manuel: Ja, ja, es sind genau sind auch meine Probleme.
00:48:37: Michèle: Mitmachen statt von außen drauf schauen. Ja, das ist immer schwieriger. Genau.
00:48:42: Manuel: Aber das ist auch das Potenzial jetzt. Wir sind ja jetzt quasi, ich würde jetzt nicht gerade sagen an den Hebeln der Macht, aber. Aber wir.
00:48:49: Michèle: Sind.
00:48:49: Manuel: Immerhin, Wir sind immerhin in Aufgaben drin, die auch Einflussmöglichkeiten beinhalten und das auch zu nutzen, das schon eine Leidenschaft von mir.
00:49:00: Stefanie: Und ich finde schon die die Streitbarkeit, die zeigt sich ja auch schon in Teamsitzungen. Wir sind uns selten einig, aber wir können konstruktiv streiten und und das schätze ich wirklich sehr, das finde ich so etwas etwas Gutes.
00:49:14: Michèle: Und was man da bei der EKS Kultur dazu sagen muss. Wir haben zweimal am Tag eine kleine Pause, in der man sich in der Küche trifft und nicht selten ergeben sich dort auch theologische Diskussionen.
00:49:28: Stefanie: Oder politische.
00:49:29: Michèle: Oder politische Auseinandersetzungen. Ich gehe.
00:49:32: Manuel: Ich gehe da ja nicht immer hin, weil es ist auch gefährlich.
00:49:34: Michèle: Weil man dann.
00:49:35: Manuel: Nicht mehr wegkommt, losreißen muss.
00:49:37: Michèle: Also. Also wir halten fest den Drive mitgenommen und die EKS ordentlich aufgemischt. Ich danke euch sehr. Für das Gespräch hatte ich heute auch viel Spaß. Das heutige Abschlusszitat stammt vom evangelischen Theologen Christoph Schwöbel. Er hat mal darüber geschrieben, was eigentlich die wissenschaftliche Theologie für die Kirche leistet.
00:50:03: Stationvoice: Lichtreflex.
00:50:06: Michèle: Der christliche Glaube, alle Dimensionen des Lebens betrifft, hat auch die christliche Theologie. Wenn sie im christlichen Glauben gründet, ist mit allen Dimensionen des Lebens zu tun. Ebenso wie die Kirche, wenn sie im christlichen Glauben gründet, es mit allen Dimensionen des Lebens zu tun hat. Also nach ihrem Selbstverständnis als Glaubensgemeinschaft keine ausdifferenzierte Spezialinstitution sein kann. Liebe, Reflex Community Merci fürs Dabeisein und Mitdenken. Gönnt ihr euch doch einen Sommerdrink und wir hören uns wieder ab dem fünf und zwanzigste August. Dann werde ich hier mit Journalistin Rita Gianelli und Rabbi Ruven Bar Ephraim sprechen, und die können mir verraten, warum der interreligiöse Dialog sehr wichtig ist. Abonniert doch Reflex auf der Podcastplattform eurer Wahl. Merci. Und auf Instagram und Facebook findet ihr die neuesten Posts der EKS Wie immer bleibt reflektiert bye
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