Singen tut der Seele gut
Shownotes
Gesang ist Verkündigung, fördert Gemeinschaft und Wohlbefinden. Von alten Kirchenliedern bis hin zu Taylor-Swift-Pop im Gottesdienst: Die Reformierten sind experimentierfreudig. Dabei ist Singen nicht nur für Profis, sondern für alle. Das finden Christine Stark, Pfarrerin und Mitarbeiterin im Gesangsprozess Enchanté, und Pfarrer und Musikpädagoge Daniel Infanger. Sie sagen uns, wie Musik die Kirche verändert und werfen einen ehrlichen Blick auf den heutigen Gemeindegesang. Da darf die Orgel auch mal "Under pressure" spielen und "Die Toten Hosen" geben mitunter einen Predigtimpuls. Singt mit!
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Orgel und Gesang von Nikita Kondrashev, pixabay
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00:00:00: Speaker 1: Reflex Dein Podcast zur Kirche und Gesellschaft. Themen, die dich bewegen. Wir diskutieren sie. Ein Podcast der evangelisch reformierten Kirche Schweiz.
00:00:12: Speaker 2: Hallo, ihr hört Reflex euren Podcast für evangelisch reformierten Content. Unsere Grüße gehen heute raus an die EMK und an alle Hörerinnen und Hörer dieses Podcasts. Vielen, vielen Dank für eure Abos und Likes. Ich freue mich wirklich über jeden Einzelnen. Habt ihr eine Folge entdeckt, die ihr ganz besonders gern habt? Dann schickt doch den Link an zwei Freunde weiter. Nur so als Idee. Danke schön. Und jetzt ist Zeit für ein bisschen Musik. Ohne so hübschen Gesang werden unsere Gottesdienste ja ziemlich leise. Ihr habt es schon erraten. Heute geht es um Singen. Gott gibt jedem Menschen viele Begabungen mit. Aber ich sage euch, Singen gehört bei mir absolut nicht dazu. Von A bis H, von A bis E. Ich habe keine Ahnung, aber Musik und Gesang, die tun einfach gut und sie sind heilsam. Welche Bedeutung hat Gesang denn eigentlich heute bei uns Reformierten? Das würde ich gerne herausfinden und habe mir dafür zwei Gäste eingeladen, die definitiv besser singen können und ziemlich gut musizieren können. Christine Stark ist fahren. Sie singt gerne in ihrer Freizeit und sie unterrichtet auch Kirchenmusiker. Aber nicht in Musik, sondern in Bibelwissen an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie arbeitet beim Gesangsprozess Enchantee als Mitglied der Gruppe Repertoire. Und neben mir sitzt Daniel Infanger. Er ist Pfarrer und ausserdem auch Musikpädagoge. Er spielt sehr viele Instrumente. Er wirkt als Dirigent und er hat unter anderem den Berner Singtag mit ins Leben gerufen. In diesem Sinne sehr erfreut. Enchantee.
00:01:52: Speaker 3: Herzlichen Dank für die Einladung von mir.
00:01:56: Speaker 4: Es ist schön, dabei zu sein.
00:01:57: Speaker 2: Ja, Wie darf ich mir das eigentlich bei euch so vorstellen? Unter der Dusche singen andere so gängige Pophits. Singt ihr dann Kirchenlieder oder wie sieht das bei euch im Alltag so aus?
00:02:07: Speaker 3: Ja, das denke ich natürlich. Was sollte ich mich denn grämen? Den sogenannten Nivea Song habe ich mal gehört. Das würde doch zum Duschen passen.
00:02:18: Speaker 4: Sehr gut. Also ich singe eigentlich gern. Also ich habe jetzt überlegt, ob ich singe, Doch manchmal singe ich, aber ich singe, glaube ich, gar keine Lieder. Also mehr so la la la. Vielleicht die heimliche Komponistin in mir.
00:02:31: Speaker 2: Gibt es dann einen All time Favorite von dir?
00:02:34: Speaker 4: Christina Von den Kirchenliedern Ja, auf jeden Fall. Ich habe als Kind dieses Lied schon geliebt. Die güldene Sonne voll Freude und Wonne. Ich liebe es. Unwahrscheinlich. Und in diesem Jahr ist ja auch Paul Gerhardt. Ja, und wir machen jetzt so eine Predigtreihe. Und ich habe es geschafft, dass ich den Sonntag predigen darf, in dem wir dann über die goldene Sonne nachdenken. Muss ich aufpassen, dass ich dann nicht zu ekstatisch singe, sondern auch noch was Vernünftiges dazu sage.
00:03:03: Speaker 3: Ich mag die Adventslieder sehr gerne, denn es gibt wunderschöne Melodien. Sie sind ein bisschen traurig, ein bisschen nachdenklich. So wie die alten Adventslieder. Es kommt ein Schiff geladen oder Maria durch ein Dornwald ging. Da habe ich eine Schwäche dafür vom vergangenen Advent. Einige dieser alten Lieder neu aufgenommen und mit Jazzakkord versehen und so einmal Fans Anlass präsentiert. Die eignen sich auch dafür. Das sind so schöne Melodien, mit denen kann man ganz gut spielen.
00:03:34: Speaker 2: Sehr schön. Melodien für Millionen. Nein.
00:03:38: Speaker 4: Auf jeden Fall ist. In der Adventszeit sind auch alle Leute sehr offen zum Singen. Advent und Weihnachten ist, glaube ich. Das sind so die Ankerfeste, wo man die Leute auch zum Singen bringt. Und gerade mit solchen Liedern, die du genannt hast, die ja, wenn man dann den Text genau anschaut, man zum Teil gar nicht mehr rauskommt. Aber sie vermitteln so was enorm stark ist. Und das spricht also in meiner Erfahrung viele Leute an.
00:04:01: Speaker 3: Auch die, die coole Projekte in diese Zeit. Also die Leute wollen singen im Advent. Das ist.
00:04:05: Speaker 4: Ja genau.
00:04:06: Speaker 2: Ihr habt ja eben beide schon gesagt, schon seit der Kindheit hat euch das begeistert. Wie kam es denn dazu, dass ihr beiden in der Kirchenmusik gelandet seid?
00:04:15: Speaker 4: Also ich bin schwer erblich vorbelastet. Also ich bin oder schön formuliert, ich bin hineingewachsen, aber meine Eltern haben sich im Studium im Chor kennengelernt, also sind beide sind begeistert. Und dann ist mein Vater Pfarrer geworden und meine Mutter Musiklehrerin. Also es ist quasi schon pränatal Bin ich da irgendwie hineingewachsen? Wir haben sehr viel zu Hause gesungen und das finde ich immer noch einen großen Schatz, den ich mit mir trage und dann vom Kinderchor in die Kantorei usw. Ja.
00:04:49: Speaker 3: Das kommt mir sehr bekannt vor. Die erbliche Vorbelastung. Ich hab das. Das freut uns. Genau. Bei mir ist es auch so. Meine Mutter ist Musikerin, hat sehr viel in Kirchen gesungen und hat mich da auch früh mitgenommen. Zum Beispiel habe ich schon als Sechstklässler mit den älteren Konfirmanden, die da mit mir in dieselbe Schule gingen, die die Kampfmusik gemacht, die sogenannten Corn Flakes. Damals war das noch ein Begriff, heute ist es nicht mehr so in. Aber da haben wir ganze Bayern zusammengestellt. Und auch ein Highlight war immer der Weltgebetstag. Da habe ich über die Jahre immer die Musik des jeweiligen Landes gespielt. Mit meiner Mutter zusammen, das war es war toll, hat uns weit gebracht.
00:05:32: Speaker 2: Das sind schöne Erinnerungen. Bevor wir weiterreden, habe ich noch ein paar Zahlen für uns rausgesucht. Reflector Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung singt. Ob privat, unter der Dusche oder gesellig im Chor. Es gibt derzeit circa sechs hundert sechzig Jodlergruppen und außerdem ein tausend vier hundert weltliche Chöre. Da sind Kinder und Jugendchöre an Schulen und Musikschulen noch nicht mitgerechnet. Dazu gibt es in den beiden Deutschschweizer Landeskirchen circa acht hundert Kirchenchöre. Der Schweizerische Kirchengesangsbund hat ein hundert zwei und vierzig reformierte Kirchen und Jugendchöre als Mitglieder. Seit der Pandemie haben viele von ihnen Mitglieder verloren und die meisten Singenden sind zwischen sechzig und siebzig Jahre alt. Der Kirchengesangsbund ermutigt seine Chöre, ihre Strukturen zu professionalisieren. Auf Ebene der nationalen Kirche läuft derzeit der reformierte Gesangsprozess unter dem Namen Chantee wurde ja schon erwähnt. Diese Gruppe fördert den Gemeindegesang ungeahnte, arbeitet in der Singanimation. Haltung und Bildung, Repertoire und Kommunikation. Ja, wenn ich an Kirchenmusik denke, dann kommt mir so ein schwerer Orgelklang gepaart mit irgendwie etwas zu hohem Gemeindegesang in den Sinn. Stimmt das Klischee eigentlich heute noch?
00:06:50: Speaker 3: Nein, würde ich sagen. Also ich habe das Glück mit sehr begnadeten Organistinnen und Organisten zusammenzuarbeiten, die ein gutes Gespür haben für genau die richtige Registrierung im richtigen Moment, im richtigen Raum. Also ich erlebe das nicht so, zum Glück.
00:07:05: Speaker 4: Das Klischee stimmt noch, und zwar als Klischee existiert, oder? Aber ich erlebe es ähnlich wie der Daniel. Es hängt so viel von den Organistinnen und Organisten ab und da gibt es so viele, die wirklich Feuerwerke zünden und auch die Gemeinde ins Singen bringen. Und dann gibt es aber auch die Erfahrungen, wenn die Organisten selbst nicht gut singen, also selbst nicht gern singen. Es geht nicht um gut, sondern nicht gern. Oder das Lied innerlich nicht mitdenken. Ja, dann ist es mir auch schon passiert, dass ich selbst, obwohl ich ein Lied gut kannte, Mühe hatte, da in Stimmung zu kommen. Es kann eben, wenn es ein bisschen zu langsam oder ein bisschen zu schnell ist, dieses knapp daneben ist auch vorbei. Gilt glaube ich, für den Gemeindegesang. Und da haben die Begleitmusiker eine ganz, ganz wichtige Rolle. Aber wenn die gut sind, dann ist es super und es gibt viele gute.
00:07:54: Speaker 3: Ja, das stimmt schon. Man merkt gut, ob Organisten selbst mitsingen oder nicht. Das macht einen Unterschied. Wenn die mitsingen, dann haben sie das richtige Tempo, transponieren das Lied vielleicht auch mal ein ganzer nach unten, weil sie merken, das ist einfach zu hoch. Am Morgen um halb zehn mit einem Tee einzusteigen, das geht dann nicht. Da habe ich das Glück, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die das tun.
00:08:16: Speaker 4: Und wenn ich ein neues Lied probiere, also wenn ich eins einsetzen will, das mir vielleicht vom Text her gefällt, das ich aber selbst entweder noch gar nicht gut kenne oder wo ich auch dann, wenn ich es mir zu Hause am Klavier vorspielen. Ui, das ist jetzt aber sehr nicht so eingängig. Das sage ich dann aber auch in der Vorbereitung. Also dass man dann nicht reinfällt. Dass es dann nicht irgendwie um neun Uhr dreißig erst auffällt, dass um zehn uhr ein schweres Lied gesungen wird, sondern dass man wirklich zusammen guckt. Also wo platziere ich es im Gottesdienst? Und dann vielleicht im Organisten zusammen guckt, weil man es mal durchsingen. Wie wird es denn gut klingen und so?
00:08:50: Speaker 2: Ja, da sind wir eigentlich schon mitten in der Frage. Nämlich im reformierten Gottesdienst ist das ja oft so, dass das alles sehr paarzentriert ist. Also es geht auch stark um das Wort. Und wie bringt ihr euch dann als Musik Affine bzw als Kirchenmusiker ein? Wie wird das eigentlich zusammen vorbereitet?
00:09:08: Speaker 3: Ja, es ist schon häufig so, dass der erste Impuls zur Vorbereitung von ein paar Personen ausgeht. Da spreche ich oft mit meinen Kirchenmusiker und Kirchenmusiker. Sage kommt auf mich zu, mit, mit Ideen. Das ist leider nicht so häufig der Fall. Was dann aber doch gut geschieht. Ist das so? Nach meinem ersten Impuls, den ich irgendwann mal los. Oder auch Rückmeldungen kommen. Weitere Ideen kommen, wie zum Beispiel Du hast, du hast anspruchsvolle Lieder angesprochen. Da kommt dann zum Beispiel mein Organist mit der Idee, das könnte man doch schon vor der Lesung als improvisiertes Zwischenspiel aufnehmen. Da hat man die Melodie schon mal im Ohr und dann geht das Einsteigen in Singen. Dann nach der Lesung deutlich Ringer. Genau. da entsteht schon so ein Gespräch. Aber weiß nicht, wie du das erlebst.
00:09:54: Speaker 4: Christine Ja, ich würde auch sagen, der Impuls kommt von mir. Ich glaube, bei uns ist insgesamt eine singfreudige Paarschaft und wir versuchen, die Gemeinde da mit einzubeziehen. Und der Organist hat selber Freude am Singen und manchmal, was bei uns leider fehlt. Ich würde mir gerne wünschen, so ein Kantor oder Kantor in die quasi noch vorne hilft oder animiert. Das muss dann halt auch jemand von uns übernehmen. Also kürzlich habe ich dann auch einfach vorne rumgefuchtelt, um der Gemeinde zu zeigen oder anzuzeigen, wann sie jetzt dran ist. Oder wenn man den Kanon singt oder so. Auch das habe ich gelernt, muss man vorbereiten und nicht einfach also auch innerlich vorbereiten. Sich einfach nicht im Gottesdienst denken. Oh ja, das wollte ich ja als Kanon machen und wie mache ich es jetzt? Sondern schon im Vorfeld gut überlegen. Ja, aber ein gutes Zusammenwirken ist natürlich toll und jedes Lied kommt ja nicht random, sondern irgendwie ist mit dem Gesamtgefüge von Gottesdienst verbunden. Und da ist der Lied ja doch tatsächlich stärker bei der Pfarrerin.
00:10:52: Speaker 3: Ja, und oft werden die Lieder dann wirklich von von der inhaltlichen Seite her gewählt und dann wird erst geschaut, wie lässt sich das musikalisch irgendwie ins Ganze einbetten? Vielleicht noch Kantorin. Das macht schon wirklich etwas aus. Das sehe ich selber. Ich denke, da haben wir beide das Glück als Musik affine Pfarrperson. Wir können vorne hinstehen und auch ein Lied anleiten oder gut ansagen oder eben mal ein Kanon anstimmen. Das macht einen Unterschied. Die Leute sind ganz anders, wenn sie vorne jemanden haben, der der Vorsitzende mit ihnen mitsingt, das sie mitnimmt und Begeisterung zeigt, als wenn er die Pfarrperson auch in die erste Reihe setzt und nach vorne schaut, dann ist das schwieriger.
00:11:34: Speaker 2: Also das ist schon euer Trick. Es braucht einen Vorsänger. Und bietet ihr das manchmal auch an, dass es so ein Einsingen, ein Gemeinsames gibt oder so eine Probe vor dem Gottesdienst, wo sich Leute treffen können, die sagen Ach, wir gehen mal zusammen die Lieder durch, weil ich. Ich stelle immer wieder fest, Gemeinden sind oft ein bisschen still und sie trauen sich dann nicht so richtig. Und gerade wenn das Lied vielleicht nicht so häufig gesungen wird oder ich zum Beispiel kann auch nicht gut Noten lesen. Also ich sehe jetzt rudimentär, ob es rauf oder runter geht, aber ja, dann ist es das schon.
00:12:08: Speaker 4: Ehrlich gesagt, ich habe das noch nie gemocht. Auch noch bevor ich Pfarrerin war. Dieses vor dem Gottesdienst proben. Ich gehe sehr gern in Gottesdienst, aber ich gehe gern. Dann also als Gemeindeglieder lieber in die Stille und in die persönliche quasi. Wenn ich dann mal zu früh bin, nutze ich die Zeit einfach, um innerlich still zu werden. Und dann mag ich kein Lied proben. Und weil ich immer, weil man ja meistens von sich selber ausgeht, macht es auch nicht, dass ich die Gemeinde nötige, vorher zu proben. Aber inzwischen plane ich das quasi in den Gottesdienst ein. Vielleicht mal die erste Strophe am Anfang im Gottesdienst und dann mal zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen und ganz am Ende am Stück. Also drei Strophen am Stück singen oder solche Sachen, das quasi, das aber Teil von der Feier ist. Es kann ja auch Teil von gottesdienstlichen Feiern sein, das noch gar nicht viele Leute mitsingen können, aber jemand vorsingt und man dann nachsingt und reinkommt.
00:13:02: Speaker 3: Also Vorproben mag ich auch nicht, also das würde ich nie tun, mir und meiner Gemeinde nicht antun. Also nix mit mit einfachen Tricks der Wiederholung. Am ehesten vielleicht mal sicher ein gutes Vorspiel instrumental in das Lied hinein und dann eine erste Strophe. Nur Summen ist eine Möglichkeit, dass man mal sich auf die Melodie konzentrieren kann und nicht schon auf den Text. Weil oft ist ja die Kombination von ich lese einen Text und muss auch eine Melodie entziffern, die ja für viele Leute anspruchsvoll ist.
00:13:35: Speaker 4: Oder wenn jemand, also wenn es jemanden gibt in der Gemeinde, die gut vorsingen kann und zwar nicht im Sinne von Vorsingen und die Gemeinde singt nach, sondern genau, wenn jemand vorne steht mit einer guten, starken Stimme oder Mikrofon oder so und es können sich die weniger Geübten an sie dranhängen. Das finde ich auch noch eine gute Möglichkeit.
00:13:54: Speaker 2: Ich glaube, wir müssen einen Schritt zurück machen. Ihr müsst mir mal erklären welchen Stellenwert hat eigentlich so Gesang bei den Reformierten, wenn man jetzt von der Reformation mal das verfolgt? So bis heute. Vielleicht habt ihr euch da kirchengeschichtlich auch ein bisschen schlau gemacht.
00:14:11: Speaker 3: Am Ende steht steht ganz klar im Zentrum des Familiengottesdienst. Das ist eigentlich schon die große Neuerung, die mindestens bei der deutschen Reformation eingeführt wurde. Der Schritt zum gregorianischen Choral, der vor allem von den Priestern und Mönchen gesungen wurde Und die Gemeinde schwieg. Und das gemeinsame Singen, das geht schon auf die Information zurück. Die Schweiz hat da ein bisschen eine ambivalente Geschichte. Damit aber ist dann zum Glück auch noch auf Singen gekommen. Das war natürlich nicht ganz immer der Fall.
00:14:41: Speaker 4: Ja, ich würde auch sagen nur in Zürich nicht. Wobei es jetzt Ironie ist, wenn ich ausgerechnet in einer Zürcher Gemeinde. Die Genfer Reformation hat ja auch mit dem Genfer PSalter extrem den Gemeindegesang geprägt. Also es stimmt schon, dass die deutschsprachige Reformation das so entdeckt hat, auch als Medium der Verkündigung. Also wirklich dieses zu sagen, Ja, jetzt wird mal hier die Weihnachtsgeschichte runter gesungen. Also bei vom Himmel hoch, da komm ich her und dann haben die Leute sie auch mal durchgehört. Das sind ja epische Strophen Eben. Über die Straßburger Reformation kam dann dieser Gemeindegesang auch nach Genf. Also es ist wirklich Zürich ist so ein bisschen ein. Eine Zeit lang ein blinder Fleck gewesen. Aber da ist ja auch dann schon sehr schnell. Gab es dann auch Gesangbücher hier? Es gehört eigentlich schon zur DNA, dass die Gemeinde sich beteiligt oder dass die Gemeinde sich vertieft in diese Texte oder in diese Glaubensvorstellungen durch das gemeinsame Singen.
00:15:36: Speaker 2: Das ist schon so, wie ich euch höre. Musik und Gesang hat ganz, ganz viele Funktionen in diesem Gottesdienst oder für die Gemeinde allgemein feiern, loben, beten, danken, trauern, das Trösten, das ist ja alles da drin. Also ist Musik auch Verkündigung?
00:15:55: Speaker 4: Also klar, Ja. Also, völlig klar. Also, wir hatten jetzt an Ostern. Es gibt im reformierten Gesangbuch ein Lied mit siebzehn Strophen. Entstanden ist der heilige Christ, und das haben wir jetzt an Ostern statt der Evangeliumslesung in der Gemeinde gesungen. Es gibt so ein bisschen Rollen, also ein Evangelist und ein Engel. Und dann habe ich eine aus der Gemeinde gefragt, ob sie den Engel singen mag. Und dann hat man so im Wechsel das gesungen. Und ich habe das dann zumindest in der Predigt behauptet, dass wir also in der Gemeinde, uns gegenseitig das Osterevangelium verkündet haben, wie jetzt die Leute das empfunden haben, die sich da durch die Strophen gequält haben. Und vielleicht ist eine leichte Melodie, vielleicht sogar auch noch mit der Melodie gekämpft haben. Das weiß ich nicht. Aber es war mein Anliegen, dass man wirklich sagt, ist ein Medium der Verkündigung. Zum einen durch ein durch das Wort. Zum anderen durch die Emotionen.
00:16:52: Speaker 3: Das ist ein Beispiel. Die Musik, die die Stelle der Verkündigung eingenommen. Sehr spannend. Ich mache das auch, zum Teil, aber oft auch Musik als Kontrast zur Verkündigung. Wir haben in Berlin, wo ich arbeite, Popgottesdienste oder Popsongs gesungen werden von einem Ad hoc Code. Da wähle ich auch bewusst dann die Popsongs, zum Teil sehr passend zum Thema, aber zum Teil auch als Kontrast dazu oder als mindestens als Weiterführung der Verkündigung. Da können die Leute sehr gut anknüpfen mit Popsongs, die dann irgendwie bekannt und sprechen einem an, auch emotional ansprechen auf eine einigermaßen einfache Sprache. Als ich einfacher im Vergleich zu Gesangsbuch Liedern. Das ist aber auch Teil der Verkündigung, einfach als aus wie andere Welt, die da gegenübergestellt wird.
00:17:38: Speaker 4: Und sind es dann Popsongs? Also nicht christliche Popsongs, sondern wirklich die ich.
00:17:44: Speaker 3: Nicht unbedingt christliche. Also ab und zu kommt auch ein Gospel rein. Meistens sind es wirklich weltliche Popsongs. Die Toten Hosen haben wir letztes Mal gesungen. Oder einmal von Sophie für immer Frühling. Das als Antwort auf das Auto ist fünf und zwanzig, auf das Weltengericht gesungen wurde. Das spannt einen schönen weiten inhaltlichen Bogen.
00:18:04: Speaker 4: Auch super, Aber dann ist es auch Verkündigung. Es ist einfach.
00:18:07: Speaker 3: Dann würde ich auch sagen Ja, genau.
00:18:09: Speaker 2: Christine Schätzt du, dass wir manchmal da ein bisschen zu theologisch unterwegs sind in den Liedern, wenn es doch eigentlich die einfacheren Botschaften auch tun würden?
00:18:19: Speaker 4: Das stimmt ja.
00:18:21: Speaker 2: Also ich lass dich bei uns, oder?
00:18:24: Speaker 4: Ich befürchte ja, ich befürchte, dass es kopflastig ist. Und ich habe auch tatsächlich manchmal Angst, dass es zu simpel wird. Also ganz einfach so ein bisschen Frieden, oder? Also daran merkt jetzt, wie alt ich bin. Also, als die deutsche Nicole den Grand Prix gewonnen hat. Das ist doch schon ein bisschen auch banal. Und ich verkündige ja nicht nur ein bisschen Gott und so, das ist jetzt Schlager und nicht Pop. Ich glaube, ein Clou von populärer Musik ist ja eine gewisse Vereinfachung von manchen Dingen. Und sie dann kommentarlos stehen zu lassen, das wäre mir tatsächlich zu wenig. Und jetzt ein Paul Gerhardt Text, wenn ich das noch sagen darf. Der ist natürlich in der dichterischen Verdichtung auch von theologischen Vorstellungen, spielt dann doch in einer anderen Liga, obwohl man den dann auch erklären muss, weil das Theologie aus dem siebzehnte Jahrhundert ist.
00:19:18: Speaker 3: Da gibt es ja auch eine christliche Musik, die theologische ansprechend ist. Und doch vereinfacht erkannte sie ein absoluter Publikumsmagnet und Publikumsliebling seit Jahrzehnten. Wo ich theologisch sehr gut dahinter stehen kann, weil es zwar vielleicht einfache Botschaften sind, aber nicht banale, die die Leute sehr an.
00:19:38: Speaker 4: Unbedingt.
00:19:39: Speaker 3: Die Popsongs, wie du sagst. Das finde ich auch so unkommentiert. Einfach Popsongs singen und die dann nicht nicht einbeziehen. Ja, das ist vielleicht auch nicht unsere Aufgabe. Wir sind doch immer noch Theologinnen und Theologen, die da irgendwie einen Bogen zu schlagen versuchen. Aber man muss sich auch an der Welt anknüpfen. Die Leute kennen.
00:19:59: Speaker 2: Die Poptexte einfach zu nehmen. Das wäre jetzt der eine Ansatz. Der andere wäre, an der Präsentation zu feilen. Also es wird ja auch oft ein bisschen bemängelt mit so Orgelbegleitung, das ist ein bisschen altmodisch. Sollten wir das nicht lieber machen wie die Freikirchen, die da vorne eine Band stehen haben und das Ganze ein bisschen poppiger präsentieren?
00:20:19: Speaker 4: Ja, Daniel, glaube ich, praktiziert das schon, aber da habe ich unbedingt noch Nachhilfebedarf.
00:20:27: Speaker 3: Sowohl als auch. Unbedingt. Das Gefühl, ich würde nie die Orgel streichen wollen. Ich. Ich liebe das Instrument, Ich liebe den Klang, setze mich, auch wenn ich ein bisschen als Kirchenmusiker gelte, sehr gerne für die Orgel ein, tue das auch oft auch gerade bei Konfirmation. Ich sage Lasst unbedingt eine Orgel spielen, das macht was aus. Diese Bilanz, diese klangliche Fülle, die da in einer Kirche entstehen kann, die kann kein anderes Instrument erzeugen.
00:20:52: Speaker 4: Es ist einfach eine Technik. Also eine technische Frage oder eine Personalfrage. Also findet man so Allrounder. Ich habe schon das Gefühl, es gibt viele Spezialisten. Also entweder, die sehr, sehr gut sind in traditionelle Orgel und das Bachsche Werk rauf und runter orgeln können und schon bei einem Lied vielleicht Mühe haben, weil es ihnen zu wenig musikalische Herausforderungen gibt. Das andere ist, damit es wirklich gut klingt. Und die Jugendband, die, die so ein bisschen vor sich hin spielt, braucht auf jeden Fall noch mindestens eine gute Leitung. Und noch toller wäre es natürlich, wenn man eine Profi Band hat. Ich glaube da sind einfach Freikirchen sehr stark. Wenn sie da super Musiker und Musikerinnen haben, dann fetzt es natürlich.
00:21:38: Speaker 3: Ja, es braucht auch nicht unbedingt immer eine Band zu sein. Ich denke, es gibt viele gute Pianistinnen und Pianisten, die man, wenn man einen einigermaßen ansprechenden Flügel oder Klavier in der Kirche hat, auch einfach alleine hinstellen kann und einen Gottesdienst begleiten lassen. Es braucht nicht immer die ganze Band zu sein, aber ich gebe dir recht. Die Jugendband alleine wird seinen Gottesdienst begleiten zu lassen. Würde ich, da hätte ich auch Hemmungen. Da brauchen die gutes Coaching. Aber eben, wo gibt es schon eine Jugendband? Wir haben das auch nicht. Das sind so Traumvorstellungen.
00:22:10: Speaker 2: Was haltet ihr von so Angeboten wie Taylor Swift, Gottesdienst oder was die Metal Church macht? Oder die Schlager Gemeinde gibt es ja.
00:22:18: Speaker 3: Ja, ist sicher nicht verkehrt. Ich denke, diesen diesen Gemeinden gelingt es ganz unterschiedliche Gesellschaftsschichten anzusprechen. Gelingt es ihm, die Menschen aus Einsamkeit, Isolation herauszulösen und irgendwie Gemeinschaft in Kontakt zu bringen? Insofern ist das sicher nicht verkehrt. Mir persönlich fehlte da ein bisschen die Vielfalt. Wie schon angesprochen, Ich finde, auch musikalisch muss die reformierte Kirche oder überhaupt Landeskirchen sollten ein breites Dach haben. Wenn es eine Kirchgemeinde sich nur ganz Taylor Swift verschreiben würde, fände ich das ein bisschen schwierig. Aber als ein Angebot unter vielen unbedingt.
00:22:56: Speaker 2: Ja, sehr interessant, dass sich doch Menschen zusammenfinden aufgrund des persönlich präferierten Musikstils oder dass man damit Kirche machen kann. Finde ich schon cool irgendwie.
00:23:07: Speaker 4: Ja, das ist doch auch eine Chance. Also ich glaube schon, weil es eben so tiefere Schichten anspricht. Also mein Problem ist einfach, dass ich jetzt in den von dir genannten Beispielen selber emotional nicht daheim bin. Dann wäre ich die falsche Person. Aber ich würde sagen ja, nur zu. Also wenn es Menschen erreicht und und sie sich dann eben aufgrund dieses gemeinsamen Musikstils wohlfühlen und eigentlich mehr als wohlfühlen, sondern eben öffnen für was anderes, dann fände ich das schon super.
00:23:33: Speaker 2: Christine, wie reagierst du als Fachperson, wenn wenn jemand zu dir kommt und sagt Ich möchte eine Beerdigung mit Hard Rock Songs oder mein Kind soll zu einem schönen Folksong getauft werden. Gehst du darauf ein oder ermahnst du zur Tradition?
00:23:50: Speaker 4: Nein, ich gehe. Ich freue mich Also ehrlich gesagt, ich finde es viel problematischer, wenn Angehörige keine Vorstellung haben, weil dann komme ich ins Schwimmen, oder Dann muss ich irgendwie erraten, was jetzt passen würde. Wenn Angehörige konkrete Wünsche haben, dann freue ich mich und setze alles daran, sie umzusetzen. Ich muss dann schauen, wie bei Abdankungen gerade mit welchen Organisten arbeite ich dann bei der konkreten Abdankung zusammen? Oder ist es vielleicht soll ich den Angehörigen lieber raten, es zu streamen, damit es auch so klingt, wie sie es sich vorstellen? Oder? Auch bei einer Taufe habe ich auch schon gestreamt, weil da ging es um einen ganz bestimmten Peter Maffay Song und ich gehe da sehr gern drauf ein. Manchmal hilft es mir sogar dann für irgendwelche Gedanken, für die Ansprache, weil ja Anknüpfen an Texte aus der populären Musik, finde ich, kann man recht gut und es ist anspruchsvoll, weil es sollte nicht allzu billig sein. Also nicht nur so als Trittbrett genutzt werden, aber sich dann mal so auseinandersetzen mit irgendeinem Bob Dylan Song anlässlich einer Abdankung, das mache ich dann schon. Under Pressure von David Bowie und The Queen habe ich auch schon mal von einem sehr begabten und sehr verrückten Organisten hier in Zürich. Also wusste ich einfach, wenn der die Abdankung macht, dann geht es auch auf der Orgel. Und ich fand es selber sensationell. Und die Angehörigen haben sich jetzt unbedingt gewünscht. Und ich habe mehrmals gefragt Sind Sie sicher auf der Orgel under pressure? Wollen Sie nicht einfach so ab Band hören? Nein, Sie wollen es auf der Orgel. Und ja, ich kriege Gänsehaut, wenn ich es jetzt noch erzähle.
00:25:25: Speaker 2: Also Daniel sieht auch so aus, als hätte er das sehr gerne gehört. Ja.
00:25:30: Speaker 3: Ja. Warum kann ich die Situation also. Ja, solche Wünsche sind Gold wert. Weil. Da kommt was, da kommt was Persönliches. Da kann man anknüpfen. Nicht nur musikalisch, sondern eben auch, wie du gesagt hast, inhaltlich. Und da finde ich schon, dass es ein Glück, mit Musikerinnen zusammenzuarbeiten können, eben dann darauf einsteigen, die dasselbe bringen. Wir haben einen Organisten, der spielt auch Handorgel. Und wenn dann irgendwas Volkstümliches gewünscht wird, dann kommt er nach vorne mit seiner Handorgel und spielt und singt das Stück der Schacherer. Ich hatte letztes Jahr einmal gesungen. Das war so berührend.
00:26:02: Speaker 4: Ja.
00:26:03: Speaker 3: Ich. Ich persönlich schaue dann bei der Gestaltung der Abdankungsfeier, dass das möglichst zu Beginn der Feier kommt und nicht irgendwie mit dem geschenkten Tag von Adolf Stählin, die die Feier endet. Weil da sind alle am Schluss in Tränen und als wäre das ein bisschen schade. Da würde so der gewisse Turn nicht gelingen. Im Gottesdienst, aber zu Beginn einer Trauerfeier unbedingt.
00:26:24: Speaker 2: Es wird ja jetzt deutlich Verkündigung, Theologie, irgendwie Die Suche nach Gott ist auch mit Musik verbunden. Wo findet ihr zwei denn eigentlich in der Musik? Gott, habt ihr ein bestimmtes Werk, wo ihr sagt Da! Also, das rührt mich immer so tief? Oder ist es Musik als Ganzes?
00:26:44: Speaker 3: Also ich persönlich finde Max Reger, wie schön leuchtet der Morgenstern eines der berührendsten Orgelwerke. Ich habe das noch nicht oft gehört, weil es sehr anspruchsvoll ist, glaube ich. Und ich will das spielen. Aber die wenigen Male, die ich das gehört habe, ja, da geht der Himmel auf. Da steckt Gotteserfahrung drin.
00:27:03: Speaker 4: Also ganz viel bei Musik, wenn man sich so ganz darauf einlassen kann. Also eben, was du also auch bei Orgelmusik fiel, also jetzt? Reger Aber natürlich. Also für mich ist natürlich Johann Sebastian Bach so der große Heilige. Da geht es mir aber auch in der sogenannten weltlichen Musik von ihm. Also ich, ich würde die Goldbergvariationen, die sind für mich ein sehr spirituelles Erlebnis, sie zu hören. Und das hört man ja nicht in der Kirche in der Regel, sondern in einem Konzertsaal. Ja, da geht auch irgendwas auf.
00:27:32: Speaker 2: Für mich sollten wir dann eigentlich dann, wenn Musik so wichtig ist, mehr Formate in der Kirche anbieten, die Musik in den Mittelpunkt rücken oder auch Gesang.
00:27:43: Speaker 4: Also Gesang. Wenn Musik also das ist die Frage, weil wenn Musik im Mittelpunkt steht, was ich nicht so gern mag, ist, wenn also eine Karikatur des reformierten Gottesdienstes ist, eine Erwachsenenbildungsveranstaltung mit hochstehender Orgelmusik. Also ich setze mich rein und werde die ganze Zeit entweder intellektuell oder musikalisch bedient. Dass solche Gottesdienste mag ich eigentlich nicht. Und deswegen wäre mir Gesang wichtig. Und den kann man durchaus mehr in den Gottesdienst stellen und die Leute quasi animieren, sich zu beteiligen, weil sie sich ja dann auch innerlich beteiligen. Jetzt so ein Konzert, wo quasi das Konzert im Mittelpunkt steht und dann sagt man am Schluss noch Amen. Ich weiß nicht. Weiß ich gar nicht, ob das funktionieren würde.
00:28:28: Speaker 2: Was aber ja sehr gut funktioniert, auch in weltlichen Kontexten sind eben Konzerte in Kirchen, gerade zu Weihnachten oder zu Festtagen, wo ja sehr viel eigentlich geistliches Liedgut gespielt wird. Aber es sitzen säkulare Leute drin und es sitzt. Die, die es spielen, sind jetzt auch nicht unbedingt alle davon theologisch überzeugt und trotzdem funktioniert es so gut. Woran liegt das eigentlich?
00:28:54: Speaker 3: Ja, ich denke, die Menschen machen da eben vielleicht auch transzendente Erfahrungen der Musik. Konzertformate gibt es ja zuhauf, nicht nur in der Weihnachtszeit. Darüber werden die Kirchen gerne angeboten. Es gibt ganz viele Orchester, Musikvereine, Chöre, die ihre Konzerte in Kirchen machen. Das läuft, das braucht nicht noch eine extra Förderung. Ich würde auch sagen, der Gesang ist zentral. Und da gibt es vielleicht auch Mischformen. Da habe ich auch schon versucht, so Konzerte, die dann auch mitsingen. Partien haben ganz einfache Elemente aus der Musik, die die geboten wird, die dann von der Gemeinde mitgesungen werden können. Da würde ich ansetzen bei Gesangsformaten. Das muss nicht im Gottesdienst sein, das kann auch außerhalb. Auch schön finde sind Liederabende. Mache ich ab und zu mal thematische Liederabende zu irgendeinem Thema, den ganzen thematischen Bogen anhand von Liedern durchgehen und die Leute singen dann eigentlich andauernd. Dazwischen kamen ganz kleine Hinführungen, Weiterführungen, Einleitungen oder wird wieder gesungen? Das Singen steht im Zentrum und solche Formate, finde ich, braucht es mehr.
00:29:58: Speaker 2: Also es geht darum, Räume zu öffnen, damit sich Menschen auch begegnen können im gemeinsamen Singen. Wenn ich euch richtig höre Ich und meine Kollegin haben so im Vorfeld hier in der Vorbereitung nachgedacht. Ja, wo sind denn eigentlich Orte, wo man noch zusammen oder wo man überhaupt öffentlich singt? Also uns ist fast wirklich nur die Kirche eingefallen. Also vielleicht, wenn ich jetzt zum Konzert gehe von meinem Lieblings Popstar und dann singt man halt grölte so mit oder und im Fußballstadion und dann hört es aber schon auf.
00:30:29: Speaker 3: Also Fußballstadion ist schon sehr wichtig. Da wird gesungen, da singen Tausende von Leuten, die sonst nie sehen würden, lauthals.
00:30:37: Speaker 2: Da kann ich.
00:30:38: Speaker 3: Voller Überzeugung.
00:30:39: Speaker 2: Folge sieben dieses Podcasts empfehlen. Da haben wir mit einer Fußballerin darüber gesprochen, ob Fußball auch ein bisschen Ersatzreligion ist. Und da hatten wir es eben auch vom Stadiongesang. Also es ist wirklich nicht so weit weg. Ja.
00:30:51: Speaker 4: Also ich habe mich vorhin gefragt, wie du die Zahlen genannt hast, dass ein Fünftel der Menschen in der Schweiz singen, sei es jetzt in Chören oder privat. Mich würde interessieren, wie das vor dreißig vierzig fünfzig Jahren war, also ob es abgenommen hat oder ob es über die letzten ein hundert Jahre stabil ist oder? Oder wie das so ist. Krone Hast du gesagt, als einen kleinen Einbruch. Aber tendenziell habe ich wirklich das Gefühl, es wird weniger gesungen, zumindest im städtischen Umfeld. Also ich lebe in Zürich und da hat es auch bei meinen Kindern erlebt, in der Primarschule kommt irgendwie Musik so voll am Rand vor. Also die ersten zwei Schuljahre wird gesungen und dann ist einfach Musik weg. Ich war völlig erstaunt, als ich das erlebt habe, weil ich selber habe in der Schule Noten lesen gelernt und und lang gesungen. Also auch im Gymnasium war das ein ganz normales Unterrichtsfach, wo dann die Leute gesungen haben. Und hier erlebe ich es jetzt so also Eltern und Kind singen, wo hauptsächlich die Eltern singen, weil die Kinder ja durch den Raum krabbeln und irgendwas umwerfen oder die Notenblätter zerknittern und dann noch so bis zum Kindergartenalter, wo die dann vielleicht auch mal mitsingen. Und dann kommen noch Krippenspiel, Alte im kirchlichen Umfeld und dann ist es einfach weg. Und das finde ich echt schade. Und dann kenne ich Leute, die singen dann einfach in sehr, sehr guten Chören. Aber so dieses normale und auch mal drauflos singen oder was du Daniel erzählt hast von so einem gemeinsamen Liederabend. Das finde ich eine super Idee. So was würde ich gern mehr machen, dass man sich einfach trifft und singt und ohne jetzt auf ein Konzert hinarbeitet oder ohne dass man drüber nachdenkt, ob jetzt die Person neben mir nur brummt oder Töne richtig trifft. Weil es eigentlich darum geht, zusammen Geräusche zu machen und Musik zu erzeugen.
00:32:36: Speaker 3: Ich denke, die Hemmschwelle ist unglaublich hoch geworden. Das hat sich geändert in den vergangenen Jahrzehnten. Also wer heute singt, hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst, weil halt auch die Qualität des Gebotenen überall sehr hoch ist. Also was man hört, ist in guter Qualität dargeboten und dann will man selber auch daran herankommen. Das ist ja gar nicht der Anspruch. Um das geht es nicht beim gemeinsamen Singen. Es soll Freude, Emotion, Gemeinschaft entstehen und Leute nicht mehr selbstverständlich.
00:33:05: Speaker 4: Aber ich finde es schon faszinierend, weil wir es vorhin von diesen Konzerten gehabt haben. Es ist ja Wahnsinn, wie, wie viel, wie oft jetzt die Bachschen Passionen in Zürich auf hohem eben hohe Qualität oder die Matthäuspassion im Opernhaus und dann noch mal in der Tonhalle und noch die Johannespassion, mehrmals. Und diese Konzerte, die sind ja immer voll. Also da gehen wirklich die Leute gehen wirklich hin, aber eben in so einer passiven Haltung. Also ich höre einen super guten Chor und englischen Chor oder so, höre ich mir an und weiß selber, so könnte ich nie singen. Es macht was mit mir. Sicher die Matthäuspassion anhören und dann geht man wieder heim. Und ich finde es so schade. Also diesen krassen Unterschied zwischen einer sehr hohen Kultur des Singens. Und auch ich meine, Taylor Swift kann ja auch singen. Also jetzt auch im Unterhaltungsbereich haben wir ganz, ganz hochmusikalische Menschen, aber so dazwischen. Also, oder einfach so zu sagen, ich singe jetzt, wie mir gerade die Laune steht, egal ob es wie es klingt, da ist, glaube ich, echt was verloren.
00:34:06: Speaker 3: Ja, zu einem weltlichen Musikbetrieb gibt es seit Jahren und Jahrzehnten dieses Bestreben nach Musikvermittlung. Die großen Konzerthäuser, die du angesprochen hast, die haben alle ihre Programme zur Musikvermittlung. Das spannende Konzepte und die fehlen mir manchmal ein bisschen auf der Kirchenseite. Ich denke, da haben oder hätten wir als Kirchen auch viel zu bieten. Musik zu vermitteln und vielleicht sogar noch mehr zu bieten als klassische Konzerthäuser, weil eben die Kirche doch in den Köpfen vieler Menschen noch der Ort ist, wo man gemeinsam singt. Das hatten wir anknüpfen, da haben wir was zu bieten, was Unique Selling Proposition ist.
00:34:42: Speaker 2: Genau. Ja, ich habe mir noch ein bisschen was aufgeschrieben, auch zu gesundheitlichen und den sozialen Effekten des Singens. Ich habe eine Kollegin gefragt, die sehr fleißig in einem Chor singt, schon seit vielen Jahrzehnten. Und sie sagt eben immer Also, wenn ich singen muss, dann. Dann muss ich mich erst mal richtig hinstellen, dann bin ich richtig am Atmen. Ich muss mich konzentrieren und das Ganze bewirkt bei ihr, dass sie eben im Hier und Jetzt ist. Sie hat dann keine Ablenkung oder man kann nicht singen und gleichzeitig auf seinem Smartphone noch Social Media gucken. Das geht schlecht. Chor schafft auch eine gewisse Harmonie und so eine Gruppenerfahrung, die man eben so alleine nicht machen kann. Und selbst wenn sie jetzt wirklich einen harten Tag hatte und dann abends zur Chorprobe geht und da rauskommt, dann ist es einfach für sie irgendwie die Welt in Ordnung. Kennt ihr solche Effekte? Habt ihr das auch schon erlebt?
00:35:37: Speaker 3: Ja, also ganz oft in all meinen Projekten ich leite kommen sehen Menschen mit, die stehen mitten im Leben, die haben Kinder, haben einen Beruf, haben wirklich viel zu tun oder auch viele Probleme zu lösen. Die nehmen sich ganz bewusst Zeit zum Singen. Vielleicht eben nicht in einem Ganzjahreschor, aber in einem Projektchor und kommen hin und sind ganz im Moment da. Da bin ich dann als Chorleiter häufig auch Seelsorger, weil die Menschen kommen, sind berührt von der Musik und und öffnen sich auch. Scheint sehr heilsam zu sein, das Singen in der Gemeinschaft.
00:36:11: Speaker 2: Also ihr kommt dann wirklich über das Singen in Gespräche über Lebensthemen?
00:36:16: Speaker 3: Ja, ganz oft am Rande der Proben entstehen da sehr tiefe Gespräche, die vielleicht oder wahrscheinlich auch ausgelöst durch die Musik und durch die Emotion und die Verbindung, die in der Musik geschieht, sich die Menschen öffnen.
00:36:29: Speaker 4: Also ich kenne es nur als Chorsängerin. Also nicht zu leiten, weil zu leiten ist sicher anstrengend, oder? Also ich kann das ein hundert Prozent unterschreiben, dass es diese ganz spezielle Konzentriertheit ist, die dann eben danach trotzdem entspannt. Also es ist nicht so, dass ich dann denke, es ist jetzt noch eine Sitzung und ich habe jetzt noch was gearbeitet, sondern ich bin total in der Gegenwart. Und sehr, sehr konzentriert beim Singen und gleichzeitig entspannt oder so, dass ich dann danach mich entspannt fühlt. Es ist sehr faszinierend. Ich kann es auch nicht ganz. Das können uns vielleicht Hirnforscher oder so erklären, was da genau abläuft. Aber es ist wirklich sehr faszinierend. Und die Gemeinschaft mit den anderen, weil man kommt ja, also jetzt in dem Projektchor ist man kürzer zusammen, aber wenn man länger in dem Chor ist, man kommt so in so einen gemeinsamen Rhythmus, wirklich auch in der Art zu atmen und es ist so eine Verbindung untereinander, die wirklich dadurch geschieht, dass man gemeinsam dieselbe Melodie versucht umzusetzen und irgendwo anders die Tenöre sitzen und eine Melodie singen, die auch dazu passt. Und dann dieser Gesamtklang. Also es ist ein sehr faszinierendes Erlebnis und sicher ein heilsames oder ein gesundes auf jeden Fall.
00:37:45: Speaker 2: Auf Neudeutsch würde man vielleicht sagen, man hat da einen Flow. Moment. Ja.
00:37:50: Speaker 3: Unbedingt. Das nirgends so stark wie die Musik finde ich persönlich.
00:37:55: Speaker 2: Eben diese Projektchöre. Aber eigentlich hat man ja Daniel als Dirigent so ein bisschen lieber Leute, die wirklich über Jahre dabei sind und man sagen kann, ich habe jetzt diese und diese Stimmen zur Verfügung und da mache ich jetzt was draus.
00:38:09: Speaker 3: Ich weiß nicht, ich persönlich mag die, die Projektsituation in der kürzesten Zeit was auf die Beine zu stellen, damit aufzutreten, das ist vorbei. Ich mag auch diese Vergänglichkeit der Musik. Das andere würde mich eher stressen. Über ganz lange Zeit an einem großen, anspruchsvollen Werk zu arbeiten.
00:38:27: Speaker 4: Ich glaube, es entspricht auch unserer Lebenswelt eher so projektweise. Also wenn man jüngere Menschen in die Chöre bringen will oder in Singen bringen. Also wenn ich sage ja, es wird zu wenig gesungen über einen Projektchor ist es eben überschaubarer Rahmen und aber auch mit einem Ergebnis, wo man dann Freude dran hat, sollte man noch mehr machen.
00:38:49: Speaker 2: Und daran schließt sich an bräuchten denn Projektchöre neue Kirchenlieder, Wenn man die komponieren würde, wie würden die sich dann anhören?
00:38:56: Speaker 4: Es gibt ja oder es wird ja irgendwie ständig komponiert. Also wir hatten letztes Jahr hat unsere Gemeinde da zum Ersten Mal bei diesem Singsonntag mitgemacht und es war ein Adventslied. Also der erste Advent war der nationale Singssonntag und dann war es ein Lied, das da in die Zeit gepasst hat. Und wir haben in der Adventszeit auch einen Projektchor in der Gemeinde, der, glaube ich, am zweiten oder dritten Advent, das weiß ich jetzt gar nicht mehr, an welchem Wochenende er aufgetreten ist. Also wir haben über die ganze Adventszeit dieses Lied an jedem Sonntag in der Gemeinde gesungen. Das ist übrigens auch noch ein Weg, um zumindest die Kerngemeinde dazu zu bringen, dann irgendwann mal eine Melodie zu können oder mitzusingen durch indem man es über eine längere Zeit singt. Und ich finde sowas wirklich eine Möglichkeit, Menschen für neue Kirchenlieder zu interessieren und dann kann man es auch ja anpassen oder in verschiedenen Variationen, quasi Schwierigkeitsgraden oder so begrüßt es, wenn es da neue Produktionen gibt.
00:39:56: Speaker 3: Ja, ich, ich selber finde die oder brauche vor allem die neue Komposition von Andrew Bond und Christoph Fankhauser mit Kindern im Unterricht oder mit mit Jugendlichen. Da greife ich oft zurück auf neue Kompositionen. Und sonst? Natürlich. Im Rise Up gibt es auch gerade ein neues geistliches Lied. Das ist auch nicht mehr ganz neu. Diese Lieder, aber die gibt es, und da gibt es durchaus wunderbare Lieder. Und es gibt andere, die werden verschwinden. Auch ein natürlicher Prozess. Aber zum Glück wird komponiert und weiterkomponiert. Schöne neue Paddeln.
00:40:29: Speaker 2: Da drängt sich für mich die Frage auf an Christine Braucht es eine GesangbuchReform?
00:40:35: Speaker 4: Das rote, das gute rote, reformierte Gesangbuch ist schon auch in die Jahre gekommen. Und es ist ja auch eine Überarbeitung von einem, das älter ist als es braucht immer wieder neue Gesangbücher. Wir singen ja auch nicht mehr mit dem von fünfzehn hundert acht und zwanzig oder wann auch immer das erste in Zürich im Umlauf war. Also es braucht neue Lieder und neue, also neues Material. Auf jeden Fall.
00:41:00: Speaker 2: Und das ja anscheint auch dran, wenn ich das richtig verstanden habe.
00:41:05: Speaker 4: Genau. Wobei, soweit ich das verstehe, ja jetzt nicht ein Gesangbuch, also ein gedrucktes Gesangbuch jetzt das nächste Ziel ist, sondern wirklich erst die Leute zum Singen zu bringen, also wirklich in Singen zu kommen und auch neue Lieder zu erproben. Ich glaube, man muss wahrscheinlich als der Fenster dieses von guten Mächten wunderbar komponiert hat, irgendwann mal in den siebziger Jahren für den Kirchentag, dass das so ein Schlager wird, der eben auch sehr gern bei Abdankungen gewünscht wird und achtzig jährige bei mir im Gottesdienst sagen Ach, endlich mal wieder ein Lied, so ein junges Lied. Also war wahrscheinlich nicht abzusehen, oder Wir haben. Es gibt neue Lieder und man muss ja ausprobieren und welche bleiben und andere verschwinden dann wieder. Und da ist glaube ich, dieser Prozess ganz gut. Also Lieder auszuprobieren, in Gemeinden zu bringen. Schauen, ob sie sich bewähren, ob der Funke überspringt und was das Endprodukt wird, kann ich mir ehrlich gesagt im Moment auch noch nicht vorstellen. Also wahrscheinlich nicht mehr so ein Buch, sondern wir sind ja in modernen Zeiten dann eher eine Plattform, die multifunktional ist, wo dann auch das Transponieren einfacher wird für die Musiker und Strophenauswahl einfacher usw.
00:42:16: Speaker 3: Und beim Gesangsprozess bei dem dann vor allem die Erprobung neuer Lieder im Zentrum. Oder geht es auch um die Vermittlung des bestehenden Liedguts und Liedmaterials?
00:42:27: Speaker 4: Beides oder beides, würde ich sagen. Also bei der bei den Sing Tagen so eine Mischung, weil und ich mache jetzt die Erfahrung. Also ich bin ja in so einer kleinen Untergruppe da in dem Prozess, wo wir uns austauschen über Lieder, die die aus der Gruppe quasi vorgeschlagen werden und dann in der kleinen Gruppe erprobt werden. Und dann gibt es welche, die sagen Och, das singen wir schon ein hundert Jahre in unserer Gemeinde und das habe ich noch nie gehört. Also ist dieser Austausch ist, glaube ich, wichtig, dass man unter dem neueren Material schaut was ist gut singbar oder was lohnt sich quasi?
00:43:02: Speaker 3: Was könnte sich etablieren, auch an neuen Liedern?
00:43:06: Speaker 2: Da sitzt er auf einem richtigen Schatzkästchen. Da bin ich schon gespannt, was da so in ein paar Jahren dabei herauskommt. Daniel ist es höchste Zeit, ein bisschen Werbung zu machen. Nämlich. Am zweite Mai findet in Bern der Sing Tag statt. Und das geht unter dem Motto Aus ganzem Herzen, aus voller Kehle für alle. Warum sollte man denn da dabei sein?
00:43:26: Speaker 3: Ja, das wird ein ein Fest des Gemeindegesangs, Ein Festival des Singens, wo eben mal nicht Chöre und Darbietungen im Zentrum stehen, sondern das gemeinsame Singen. Verteilt über viele der Altstadtkirchen werden da in der ganzen Innenstadt acht verschiedene Workshops angeboten. Dieses Jahr eben mit dem Fokus auf Lieder aus dem roten, aus dem guten roten Gesangbuch, aber mit dem Anspruch, neue Zugänge zu schaffen. Wir haben acht Workshops, die alle ihren eigenen Zugang finden, sei es über Jodel oder mit Hip Hop Beats und Loops unterlegt oder singen ohne Noten im Kreis stehend, einfach nach Gehör, mit einfachen Melodien und Kanon. Circle Songs singen mit, mit Popbegleitung oder einer ist mit theologischer Einführung. Also wir versuchen eigentlich nicht unbedingt neue Lieder zu bringen, sondern die alten Bekannten aber irgendwie zugänglich zu machen auf vielseitige Art und Weise. Zum Schluss gibt es dann um fünf diesen großen Singgottesdienst in der Heilig Geist Kirche. Das war schon beim ersten Singen Tag vor drei Jahren ein riesiges Erlebnis. Wenn da irgendwie fünf sechs hundert Menschen zusammen singen in dieser Kirche, die alle gerne singen und gut singen und vielstimmig singen. Gänsehaut.
00:44:42: Speaker 2: Effekt Sehr cool. Und dein Workshop heißt ja dann freihändig singen, dass es das ohne Notenblätter oder wie?
00:44:50: Speaker 3: Ja, genau, das ist eben nicht. Ich versuche da ganz einfache musikalische Muster zu nehmen. Zum Teil nur so einzelne Phrasen, bekannte Kirchenlieder und die dann zu Loopen und Circle Songs zu machen. Oder auch Kanon. Kanon ist die einfachste Form und gemeinsam singen, das keine Noten braucht.
00:45:11: Speaker 2: Und am sechste September wird es dann den nationalen Singsonntag geben. Also diesmal nicht im Advent, sondern am sechste September.
00:45:19: Speaker 4: Die Idee, das ist das dann wirklich in der ganzen Schweiz möglichst viele Gemeinden mitmachen und ein bestimmtes Lied dann da ins Zentrum stellen. Letztes Jahr war es am erste Advent eben ein neueres Lied, ein unbekanntes Lied, das dann in allen Sprachen vorliegt. Es gibt dann Sprachversionen in den vier Landessprachen und auf dieser Website gibt es noch weiteres, also liturgisches Material, Infomaterial oder irgendwelche Anregungen. Ich fand es sehr, sehr hilfreich beim erste Advent. Dieses Jahr ist es im September und was ich da spannend finde da ist ein Lied, das eben im Roten Gesangbuch steht. Und wie jetzt spätestens jetzt alle gehört haben, bin ich ja ursprünglich aus Deutschland und ich habe ganz lange nicht gecheckt, dass ich den Text schon längst auf einer anderen Melodie kennen, der aber eine komplett andere Stimmung verbreite. Ich dachte nur, das klingt ja so ähnlich. Der Text schaut ja so ähnlich aus wie ein Lied, das ich kenne, aber es ist der identische Text in zwei unterschiedlichen Liedern, die ganz wirklich gegensätzliche Stimmungen hervorrufen. Das finde ich spannend und freue mich, dass wir da mitmachen, weil dann kann man natürlich beide Lieder, also auf dieser Website sind dann auch beide Versionen genannt. Kann man mit beiden Melodien arbeiten? Sie haben mir vorhin davon geredet. Wir sind oft textgetrieben beim Aussuchen von einem Lied. Das Lied heißt Gott gab uns Atem, damit wir leben. Ich habe das so ein bisschen peppig kennengelernt. Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee Dee und im Roten Gesangbuch. Gott gab uns Atem, damit wir leben. Da ist es so alles so ein bisschen, ja ein bisschen kirchlicher. Wenn ich das jetzt mit dem Klischee in.
00:47:01: Speaker 2: Getragener ja.
00:47:02: Speaker 4: Schwer und und es macht einen auch dann ganz schwer. Also ich denke dann oh ja, der gab mir Atem, damit ich lebe. Und das andere ist mehr so yeah, das hat mir Atem, damit ich lebe.
00:47:14: Speaker 3: Das andere kenne ich gar nicht.
00:47:16: Speaker 4: Auf der Website sollten die Noten sein.
00:47:18: Speaker 3: Ja, okay. Sehr spannend.
00:47:20: Speaker 2: Perfekt. Also, ich bin auf jeden Fall für Version eins. Das wäre das am sechste September singen. Ich danke euch beiden sehr für dieses Gespräch, das ich in höchsten Tönen loben. Erst mal.
00:47:35: Speaker 3: Danke Dir.
00:47:36: Speaker 2: Anregend für das heutige Abschlusszitat. Das stammt von Organist Bernhard Ruchtn, der am letzten Karfreitag seine Komposition Hymnus an das Leben uraufgeführt hat. Und er hat dazu ref.ch gesagt. Lichtreflex In der kirchenmusikalischen Landschaft ist es wichtig, dass man wagt, etwas Neues zu machen. Bei aller Liebe für die alte Musik es kann nicht sein, dass man bei ihr stehen bleibt. Es treibt mich als Künstler um, was ich beitragen kann. Wenn ich einen Text habe, zu dem ich etwas komponieren will, tauche ich ein in diese Welt, in den geistigen Inhalt. Ich taste ihn ab, bis ich weiß, wie ich ihn zum Klingen bringen kann. Ja, liebe Community, Merci fürs Dabeisein und Mitdenken. Ich bin schon ein bisschen aufgeregt für die nächste Ausgabe dieses Podcasts, denn in der nächsten Episode wird eine echte Starautorin hier sitzen, nämlich Hanna Reichel, Professorin in Princeton, und sie hat gerade das Buch. Wann, wenn nicht jetzt veröffentlicht? Und sie wird uns sagen, wie man Christsein leben kann in einer immer extremeren, komplexeren Welt. Und ich bin schon ganz schön aufgeregt. Also verpasst das nicht und abonniert am besten Reflex auf der Podcastplattform eurer Wahl und lasst uns eine positive Bewertung da. Das hilft bei der Sichtbarkeit. Danke schön. Auf Facebook und Instagram findet ihr die neuesten Posts Tags und wie immer bleibt reflektiert bei.
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