Kirche und KI
Shownotes
Ob beim Predigtschreiben, für Kirchenkaffee-Flyer oder als Seelsorgebot: KI wird auch in der kirchlichen Arbeit und Wahrnehmung immer wichtiger. Doch wie blicken wir im Dschungel der Neuentwicklungen durch und welche Grenzen setzen wir uns? Wie die Reformierten KI nutzen und wo sie in der ethischen Diskussion mitwirken können, weiss KI-Experte und Theologe Spiro Mavrias aus Zürich bestens. Im Gespräch mit Host Michèle Graf Kaiser verrät er nicht nur, welches die drei besten KI-Tools für Kirchgemeinden sind. Was ist von einem KI-Jesus, spirituellen Guides und Deathbots zu halten? Ist KI der besser Gott? Und bedeutet mehr freie Zeit durch KI-Entlastung auch mehr Zeit für Sinnsuche? Ein bereichendes Gespräch mit Weitblick und Realismus.
Artikel Cyber-Jesus von Elio Jaillet auf dem EKS-Blog Artikelsammlung zum Thema KI auf dem EKS-Blog
Transkript anzeigen
00:00:00: Speaker 1: Reflex Dein Podcast zur Kirche und Gesellschaft. Themen, die dich bewegen. Wir diskutieren sie. Ein Podcast der evangelisch reformierten Kirche Schweiz.
00:00:12: Speaker 2: Hallo zusammen, hier ist Reflex euer Podcast der Reformierten. Heute hört ihr nicht nur die erste Folge des neuen Jahres, sondern auch die zwanzigste Episode. Wow, so schnell wird ein Podcast erwachsen. Und ganz ehrlich, das hier alle zwei Wochen eine Folge erscheinen kann. Das ist nicht nur Teamwork oder dem Heiligen Geist zu verdanken. Bei der Recherche, bei Aufnahme und der Nachproduktion nehme ich regelmäßig Hilfe von Programmen mit KI in Anspruch. Und ebenso wie mir geht es im Moment vielen in der Arbeitswelt. Künstliche Intelligenzen werden ausprobiert und genutzt, gefürchtet und gelobt. Um in diesem ganzen KI Dschungel einmal durchzublicken, habe ich mir heute einen Superexperten eingeladen. Er ist bei der Zürcher Landeskirche Fachmitarbeiter für neue kirchliche Orte und Formen. Er ist Theologe und Experte für Innovation und Exnovation. Die Anwendung von KI in der Kirche ist sein Spezialgebiet. Er hat die Projektstelle KI inne und war deshalb unlängst auch unser Referent bei der Weiterbildung KI und Diakonie. Spiro Mafias Herzlich willkommen!
00:01:15: Speaker 3: Danke für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein.
00:01:18: Speaker 2: Spiro. Wann hast du denn eigentlich das letzte Mal ein Lob erhalten? Und was war das?
00:01:24: Speaker 3: Das ist eine gute Frage. Zum Glück nicht ganz so viel und auch nicht auf der Arbeit. Also fast alle meine Kollegen nutzen KI fast schon vorbildlich. Und zwar als Tool und nicht nur als ein sage ich mal ich schreibe und dann soll er mir alle meine Aufgaben abnehmen. Denn dadurch kommt das da ja manchmal so das Gefühl, dass ein Text nicht wirklich durchdacht ist oder dem Kontext nicht so ganz passt. Und das passiert Gott sei Dank nicht so häufig. Was mir aber auffällt ist tatsächlich so KI Bilder, die jetzt immer mehr auch in der Werbung sichtbar werden, darunter ein berühmt berüchtigtes Bild Ich komme aus Basel angefahren am Zürcher Bahnhof, und dort gibt es dann manchmal dieses Oktoberfest. Die Menschen, die das schon mal gesehen oder erleben mussten, wissen, wovon ich weiss, wovon ich spreche. Und da gibt es Bilder von so sehr, ja idealisierten Oktoberfest. Und die sind wirklich, wenn man mal näher dran schaut, total katastrophal. Da fehlen nicht nur Finger, sondern Köpfe. Ganze Körper sind komisch verdreht. Also das da, das ist mir das letzte Mal negativ im Gedächtnis geblieben. Vor einem Jahr habe ich deutlich schlechtere und deutlich mehr schlechtere Bilder und Texte gesehen. Das wird wirklich weniger, weil die Technik deutlich besser wird.
00:02:40: Speaker 2: Und auch für alle, die das Wort noch nicht kannten Es ist so, man könnte sagen Müll, der produziert wird mit der künstlichen Intelligenz, weil es eben schnell geht. Und das wird dann verschickt. Und manche Leute hält das eben auch von der produktiven Arbeit dann ab, weil man Texte bekommt, die eigentlich fast unbrauchbar sind und man dann doppelte Zeit braucht, um sich das vom Kollegen dann wieder durchzulesen.
00:03:04: Speaker 3: Obwohl was auch sehr spannend ist. Es gibt gerade eine Studie von Open AI. Also von dem GBT Gründern Erfindern und dort hat sich sehr stark die Nutzung von Chat GBT geändert. Weg von. Ich erstelle mir völlig einfach nur neue Texte und schreib nur an prompt rein, schreibe mir einen Text zur Ex, sondern es geht immer weiter hin. Verwandeln sich diese Anfragen hin zu Überarbeitung von Texten. Das bedeutet auch diese Nutzungsweisen verändern sich. Das ist sehr spannend und es ist die Frage, ob es das besser oder schlechter macht. Aber auf jeden Fall dieses Phänomen, dass man wirklich und das ist ja meistens dann der Fehler der KI, wenn sie keinen Kontext hat, dann kommt da absoluter Wahnsinn und Müll manchmal raus, der uns nur mehr Arbeit macht.
00:03:47: Speaker 2: Stichwort Arbeit. Du bist ja eigentlich von Hause aus Theologe. Wie bist du eigentlich dazu gekommen, dich mit KI zu beschäftigen?
00:03:55: Speaker 3: Das ist auch eine Frage, die ich am meisten gefragt werde, würde ich dreifach darauf antworten. Ich glaube, das allererste ist. Persönlich war ich immer Technik affin. Ich habe immer versucht, Glaube mit Technik auch zu verbinden. Einige haben das vielleicht auch schon gehört. Ich habe damals in Berlin eine Art Minecraft Kirche mit anderen Menschen erbaut gegründet, die wirklich super gut läuft Und dort sind jetzt sehr, sehr viele Jugendliche, die dort ihren Glauben so leben und zwar in einer Minecraft Welt. Vor einem Monat hatten die gerade auch noch ihren Weihnachtsgottesdienst. Da bin ich immer wieder total gerührt, dass da Leute wirklich ihr Glaube und Technik wunderbar miteinander verbinden. Dann könnte ich noch darauf antworten, dass ich familiär sehr geprägt bin, vor allen Dingen durch meine Frau. Meine Frau ist eine sehr bekannte Programmiererin in dem Feld. Und das dritte ist vielleicht, dass ich immer mir denke und das finde ich auch schön. In der Zürcher Kirchenordnung kann man sich das anschauen. Artikel fünf Die Kirche ist den Menschen nah und spricht sie in ihrer Vielfalt an, und ich glaube, das gehört eben auch dazu. KI ist ein Phänomen, was vieles verändert hat, verändert und auch verändern wird. Wir sehen, das ist eine der schnellsten sprachlichen Revolutionen, die die Menschheit so erlebt hat. Nach dem Buchdruck gibt es auch schöne Zahlen. Also von zwei tausend vier und zwanzig fünf und zwanzig Prozent aller Texte zeigen schon so Artefakte von von KI. Das bedeutet aber eben auch, dass Texte, die es sonst nicht geschafft hätten, die nicht publiziert worden wären, vielleicht publiziert worden sind. Das heißt, es kann auch Möglichkeiten geben, Menschen eine Stimme zu geben. Das heißt, es ist nicht immer alles nur schlecht oder auch immer nur alles super. Ich glaube, da muss man sowieso bei dem ganzen KI Thema sehr schön immer differenzieren.
00:05:43: Speaker 2: Ja, da holst du uns ja schon sozusagen vom Gutenberguniversum ins KI Zeitalter. Und der Buchdruck war ja auch maßgeblich für die Reformierten sehr wichtig. Das ist ja ulkig. Da können wir uns ja in dieses Feld da wirklich reinstürzen in der Tradition. Ich habe es schon erwähnt, es gab eine KI Schulung zum Thema Diakonie, die unser Bereich Kirchen Beziehungen auf die Beine gestellt hat. Und da hast du vor wenigen Wochen mehr als fünf und zwanzig Tools und Anwendungsideen vorgestellte in ungefähr zwei Stunden. Also uns rauchte der Kopf, aber es war super interessant. Täglich erscheinen neue Anwendungsfelder, neue Programme. Wie kommst du denn da hinterher eigentlich?
00:06:26: Speaker 3: Ja, die Geschwindigkeit ist atemberaubend. Ich glaube, jeder, der versucht, damit Schritt zu halten, kennt diese Problematik. Und ich habe auch schon oft erlebt, dass ich mal einen schönen Workshop vorbereitet habe und dann in der Nacht kam ein neues Update oder eine Veränderung des Tools oder ein neues KI Modell. Und dann, als der Workshop schon stattfand hat, waren alle automatisch schon auf dieser neuen Version. Das führt dann manchmal zu Problemen, aber das ist nichts, was man nicht lösen kann. Ich glaube, was noch wichtig ist Nicht jedes KI Modell ist in seinem Kern irgendwie immer revolutionär. Also es ist und bleibt oft auch ein Chatbot. Also was dann? Revolutionär. Manchmal ist es dann schon, wenn man in das Gehirn reinschaut, also alles so Low Code Sachen. Also das ist so, wenn man da ganz tief reinschaut, wie funktioniert dann der Transformer anders oder auf welchen Daten wurde er trainiert? Das muss ich schon sagen, dass das nicht ganz so oft in den Workshops vorkommt, weil diese Fragen vielleicht auch für uns nicht ganz so interessant sind. Wie komme ich da hinterher? Ich muss mich genauso weiterbilden, jeden Tag mit irgendwelchen Newslettern online einfach gucken, was kommt. Aber man kriegt auch langsam ein gutes Gespür davon. Man merkt, welche Firmen deutlich aufgeholt haben, wie zum Beispiel Google Germany. Also vor knapp anderthalb Jahren war ich mal eingeladen bei so einer Google Veranstaltung und dann wurden mal die Ingenieure dort gefragt Wer nutzt eigentlich Google Germany? Und da haben alle nur gelacht und gesagt Hat keiner genutzt. Und heutzutage ist das jetzt das das stärkste LM, Also Large Language Model, was wir so auf dem Markt im Moment haben. Was? Was dann wirklich interessant ist, ist dann die Frage Warum schaffen wir es eigentlich nicht? Aber das ist auch eine Metafrage. Vielleicht. Wieso schaffen wir es eigentlich, wenn wir jetzt diese KI in Anführungsstrichen haben? Warum ist die einzige oder die die weitverbreitetste Möglichkeit, wie wir das nutzen, ein Chatbot? Könnte man nicht eigentlich noch viel tollere Sachen damit machen? Aber das ist vielleicht eine Frage, die wir hier nicht lösen können. Aber deshalb Es bleibt oft immer auch ein Chatbot und die Fragen bleiben die gleichen. Aber die Anwendungsfragen werden mehr. Also wir haben eigentlich einen Zustand wie damals, als vielleicht erinnern sich einige Hörerinnen und Hörer noch, als Google Maps erschienen ist. Und da war bei Google doch zum Beispiel die Frage wie? Ja, wie macht man da jetzt Geld, Wie nutzt man das jetzt? Und dann kam irgendwann Uber und irgendwelche anderen, die dann Google Maps genutzt haben und da was drauf gebaut haben. Und das ist das ähnliche, was wir hier auch sehen Wir haben eine Technik, wo im Moment noch nicht ganz klar ist, was wir da drauf bauen und was sich wirklich durchsetzt und was nicht.
00:08:54: Speaker 2: Also ich käme ohne Google Maps nicht zurecht. Meine Lieblingsapp auf meinem Handy und ich frage immer Menschen, die etwas älter sind als ich. Wie hat man denn früher eigentlich einen Weg gefunden? Ich habe keine Ahnung. Also zum Glück gibt es das. Bevor wir weiterreden, habe ich noch ein paar Facts zusammengetragen. Reflektor Mit der Einführung von Chat GPT von Open AI wurde im November zwei tausend zwei und zwanzig erstmals ein leistungsfähiger, auf natürlicher Sprache basierender KI Assistent der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies löste eine ziemliche KI Euphorie aus und beschleunigte auch die Entwicklung in diesem Feld erheblich. Und heute? Predigten schreiben, Seelsorge machen, Bibel Chatbots Fragen beantworten lassen, Musik und Bilder kreieren lassen. Viele Kirchen und Kirchgemeinden experimentieren, wie sich künstliche Intelligenz für sie und ihre Aufgaben nutzen lässt. Das wirkt sich aufs Controlling von Finanzen aus. Über persönliche Formen des Coachings kann Liturgien erstellen, hilft in der Religionspädagogik, kann automatisiert Termine vergeben für Tauf und Traugespräche. Spracherkennungssysteme bieten große Erleichterung. Sie können Erklärvideos erstellen, Übersetzungen oder Protokolle. Aber auch ethisch denken viele Kirchen über die Verwendung von KI und Leitlinien nach. So hat sich zum Beispiel die katholische Kirche im sogenannten Rom Call geäußert. KI müsse transparent sein, dürfe niemanden diskriminieren und ein Mensch müsse immer die finale Verantwortung für Technologien tragen. Ich spüre bei vielen KI Modellen steht ja, wenn ich eine Frage gestellt habe danach. Ich denke nach. Das ist ja irgendwie ziemlich charmant. Aber genau genommen können ja KIs gar nicht denken.
00:10:43: Speaker 3: Nein, also KIs können auf jeden Fall nicht so denken, wie wie wir denken. Sie kann auch nicht fühlen. Sie kann auch nicht empathisch sein. Sie kann Wahrscheinlichkeiten sehr gut berechnen und das ist eigentlich ein Effekt, den wir schon, der schon lange Zeit irgendwie auch bekannt ist. Für das Sprechen über Technik fehlt uns oft eben auch passende Worte. Darum greifen wir Menschen eben gerne zu, auch menschlichen Metaphern wie zum Beispiel Denken. Aber das birgt bei KI natürlich auch ein Problem. Also wenn wir jetzt zum Beispiel sagen, KI gesteht einem Reporter seine Liebe oder jemandem seine Liebe, eine KI versteht mich oder eine KI lügt oder eine KI betrügt. Das kann sie natürlich nicht. Genauso wie auch das Navi sich nicht irren kann bei einer Streckenführung oder der Drucker neue Patronen haben. Der will es nicht. Er braucht es vielleicht, obwohl wir da auch wieder menschlichen Anthropomorphismen sind. Oder auch der Smartphone Akku Markt. Zu hohe Temperatur nicht. Das ist natürlich einfach nicht so, aber das ist etwas, was wir Menschen gerne machen. Ich glaube für uns in der KI, wenn man sich bei der KI oder bei den Large Language Models noch genauer das anschaut, hatte ich mal einen Einfall. Auch eine Frage nach einem Input kam eine ältere Dame zu mir und sagte Mensch, ja, das ist ja toll, was ihr so erzählt haben. Aber sie kann sich nicht vorstellen, dass in ihrem Shady, so hat sie dann genannt keine Seele oder kein ja, keine. Also da nichts hinter steckt, sondern nur kalte Mathematik, sagte sie.
00:12:17: Speaker 2: Nur Einsen und Nullen und.
00:12:18: Speaker 3: Einsen und Nullen. Und ich sagte Hey, ich glaube also doch, das ist tatsächlich so, und zwar gibt es diese Saison. Eliza Effekt nennt man das. In neunzehn hundert sechzig er Jahren gab es da mal so ein paar wissenschaftliche Tests von einem bekannten Psychologen, dessen Namen mir leider verfallen ist. Und der hat einfach mal getestet. Können Menschen eigentlich unterscheiden, ob sie mit einem Psychotherapeuten sprechen oder mit einem sehr einfachen Chatbot? Die saßen also vorm Computer und haben dann von ihrem Leben erzählt. Und dann mussten sie nachher sagen Okay. Die Antworten kamen die von einem echten Menschen oder von einer KI? Und es zeigte sich, dass ein Großteil der Menschen das überhaupt nicht unterscheiden konnte. Und man muss sagen, in den sechziger Jahren waren die Chatbots noch auf einem Niveau und Level.
00:13:06: Speaker 2: Die Antworten ziemlich schwach gewesen sein eigentlich. Und kurz denke ich.
00:13:09: Speaker 3: Genau. Vor allen Dingen, was er gemacht hat, der Chatbot damals, der hat eigentlich die Fragen widergespiegelt. Also der hat eigentlich nur das gespiegelt, was die Person gesagt haben. Und die Leute haben sich wahnsinnig verstanden gefühlt und gesagt haben Das kann nicht sein, dass das nur ein Roboter oder eine KI gewesen ist. Da muss ein echter Mensch dahinter gesessen haben. Das ist auch eine Sache, die natürlich später für all diese Fragen auch Kann man sich in Chatbot verlieben, Chatbots, also KI und Liebe, eine große Rolle spielt. Aber vielleicht kommen wir da noch mal später noch mal zu diesem Abschnitt.
00:13:40: Speaker 2: Was mir auch bei der Recherche untergekommen ist, dass Menschen teilweise sogar wie religiöse Begriffe verwenden für die KI. Also man. Man erhofft sich davon auch eine gewisse Art von Erlösung und so ist die solche Sprache auch schon untergekommen.
00:13:57: Speaker 3: Tatsächlich nicht im kirchlichen Kontext, Dafür aber, sage ich mal, im säkularen Kontext eher. Manchmal wird KI zu so einem Art Containerwort, wie Gott auch manchmal so zu einem Containerwort wird. Viele Menschen sind der Meinung, sie wissen genau, was KI kann und was sie nicht kann und was sie ist und was sie nicht ist und haben da auch dann sehr überzeugende Meinung, aber sind sehr überzeugt auch von ihrer Meinung. Ist ja auch ihr gutes Recht. Das geht jetzt gar nicht darum, dass ich da mehr weiß. Oft ist es so entweder wir sehen es bei diesen Hype Sachen. Entweder man sagt, wir werden alle arbeitslos und KI wird unser aller Arbeit übernehmen oder andere schreiben. Oder man liest es in der Zeitung KI ist völlig overhyped und das kann gar nichts und das fängt nur an zu halluzinieren. Ich glaube, irgendwo dazwischen ist es, und das ist immer die Frage, mit was wir das eben auch füllen. Was ich erstaunlich fand ist, ich glaube, im SRF gab es auch dazu noch mal Artikel von Menschen, die eben das so als spirituellen Guide für sich hatten. Und da kam manchmal so problematisch Sachen raus, wie die Person sagte dann, er hätte oder er wünscht sich eigentlich einen neutralen Jesus ohne Kirche. Deshalb ist für ihn das total super so einen spirituellen Guide zu haben. Nur, und das ist natürlich das was und jetzt kommen wir mal zurück oft mir auch dann gefragt wird KI ist wunderbar neutral wird mir würde ich werde ich gefragt ist das nicht so?
00:15:24: Speaker 2: Ist immer freundlich.
00:15:25: Speaker 3: Auch das auch noch genauso freundlich und neutral? Nein, das ist sie natürlich überhaupt nicht. KI ist in keiner Hinsicht neutral. Wer das mal erleben will, kann bei DeepSec, also dem chinesischen LM, zum Beispiel Fragen stellen, wie zum Beispiel über die Staatsform auf Taiwan und wie Taiwan zu China gehört. Da kriegt man ganz andere Antworten, als wenn man zum Beispiel fragt Das heißt, Kiss sind auch immer Antworten immer so wie sie, mit welchen Daten sie trainiert wurden. Und werden diese Daten natürlich dann bestimmte Biases, also Vorurteile haben, dann werden die da repliziert.
00:16:03: Speaker 2: Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du sogar selbst auch ein Boot gebaut, mit dem man sich wie mit Jesus unterhalten kann. Welche Reaktionen bekommst du denn darauf?
00:16:14: Speaker 3: Ja, das ist auch sehr gut, dass es hier noch mal sagst. Ich glaube, das muss man noch mal sagen. Genau, es ist nicht mit Jesus. Das ist mir ganz wichtig, dass es gibt tatsächlich auch einige Bootanbieter, die das machen und dann auch verkaufen und dann projet. Wie also Anfrage muss man irgendwie weiß ich nicht, zehn Rappen zahlen und dann läppert sich das irgendwann, wenn man mit Jesus sprechen will. Das ist ein sehr merkwürdiges Konzept.
00:16:36: Speaker 2: Moderner Ablasshandel.
00:16:37: Speaker 3: Genau das kann ich als reformierter Theologe nicht so durchgehen lassen. Nein, Genau. Es geht um ein. Um ein Kunstprojekt. Es war so, dass es ja diesen Kiisus aus Luzern gab. Und den fand ich auch total spannend.
00:16:51: Speaker 2: Der stand in einer Kirche. Man konnte dort dann. Es war wie so ein Roboter aufgebaut.
00:16:57: Speaker 3: Richtig? Genau. Und ging man in den Beichtstuhl rein im Beichtstuhl war der dann glaube ich auch als so ein projiziertes Gegenüber dargestellt und dann konnte man mit ihm reden. Totale, auch interessante Kunstaktion. Ist natürlich auch sehr viral gegangen. Also jeder der das mal googelt, wird sehen, da gibt es sehr, sehr viele Artikel. Auch Leute, die das absichtlich falsch verstanden haben oder absichtlich verdreht haben, um da noch ein bisschen mehr irgendwie Hype draus zu ziehen.
00:17:22: Speaker 2: Wer das übrigens toll rezensiert hat, dieses Teil ist unser Kollege El Joshi, der hat einen Blogbeitrag darüber geschrieben. Ich verlinke ihn euch in den ShowNotes.
00:17:32: Speaker 3: Ja, Empfehlungen dafür, also wirklich spannende Sachen. Was ich nur interessant fände ist KI ist ja eigentlich kein Mikroskop, sondern ein Makroskop. KI kann wahnsinnig viele Daten verarbeiten und da habe ich interessant gefunden. Mensch, jetzt nehmen wir mal alles, was wir vielleicht aus der historischen Jesusforschung haben oder irgendwie über Jesus generell wissen, aus dem NT oder auch aus der Systematik Dogmatik und tun das alles mal in so eine rein. Und dann wäre ich mal gespannt, ob diese KI mit wenn man ihren System prompt ihr dann gibt also sagen wie sie sich verhalten soll, dass sie mal versuchen soll, das Lebensgefühl der Jüngeren und Jünger erfahrbar zu machen. Das heißt, du sprichst mit einer Jesus inspirierten Stimme. Das ist mir ganz wichtig. Dieser Gott hat keine Autorität, er versucht nur irgendwie ein bisschen dieses Lebensgefühl, was ich so dachte Mensch, was die Jüngeren und Jünger vielleicht hatten, mit Jesus einfach mal auf eine wahrscheinlich auch sehr reduzierte Art und Weise erfahrbar zu machen und einfach auch über seine spirituellen Fragen vielleicht erst mal einfach wieder darüber nachzudenken, ein Gegenüber zu haben, wo man diese Fragen einfach mal stellen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist vielleicht jetzt auch schon der nächste Schritt. Was wir dann auch gesagt haben Mensch, das ist ja jetzt der Bot von Herrn Mavrias. Viel interessanter ist es für mich aber zu sagen Mensch, Sie als Hörerinnen und Hörer. Was wäre Ihnen wichtig? Wie müsste dieser Jesus Bot sein, um wirklich ein Gefühl von diesem echten historischen Jesus zu haben? Also hat er immer nur klare Kante gesprochen? Hat er sowieso nur Aramäisch gesprochen? Das heißt, wir hätten jetzt noch.
00:19:15: Speaker 2: Wir könnten gar nichts verstehen.
00:19:16: Speaker 3: Genau. Wir können gar nichts verstehen. Oder ist Ihnen wichtig, dass der eigentlich in Gleichnissen den ganzen Tag geredet hat oder dass der immer freundlich und nett war, immer zugewandt, sozialpolitisch ein Statement gegeben hat usw.usw. Und das wollen wir als Kunstprojekt auch hinaustragen und dort gemeinsam mal so einen Jesus inspirierten. Wie gesagt, noch mal hier ganz wichtige Unterstreichung Es geht nicht an, Jesus irgendwie nachzubauen, sondern einfach mal diesem Lebensgefühl ein bisschen nachzufühlen.
00:19:48: Speaker 2: Sehr interessantes Projekt, auf jeden Fall. Ich möchte da gleich noch zu einem anderen Art von vielleicht Chatbot kommen. Was denkst du, sollten die Reformierten einen Seelsorgeboot oder eine Seelsorge KI aufbauen?
00:20:02: Speaker 3: Ja, das ist auch eine Frage, die ab und zu mal kommt. Dazu muss man wissen, dass ich dazu ein ein wissenschaftliches Paper geschrieben habe, weil ich dazu auch ein Boot gebaut habe. Das muss ich jetzt ein bisschen erklären. Also in der Wissenschaft, in der Theologie gibt es da zwei große Ströme, gerade auch in der Seelsorge. Es gibt Menschen, die sagen, Wir sehen auch, dass schon viele Leute Seelsorge betreiben. Wir haben dazu auch sogar Daten in der USA. Es ist, glaube ich, so, dass fünf und siebzig Prozent von allen Menschen mit psychischen Erkrankungen KI oder MS noch mal genau, also Large Language, große Sprachmodelle nutzen Als Eigentherapie. Das heißt, GPT ist eigentlich einer der größten Gesundheitsanbieter der Welt, ohne dass sie das vielleicht wollten. Wir wissen aber auch, dass das natürlich zu Problemen. Probleme in sich birgt, weil diese KI weder empathisch ist und das auch nicht sein soll, sondern ja eigentlich nur Wahrscheinlichkeiten berechnet. Und wir wissen auch, dass manche Menschen dadurch KI induzierte Psychosen entwickeln. Da gibt es von so obskuren Sachen von Leuten, die glauben, sie wären Genies, weil KI ihr gesagt hat Mensch, ja, deine Mathematik, die du dir selber ausgedacht hast, ist so bahnbrechend, das versteht nur keiner. Mach auf jeden Fall weiter. Die wollen dich nur unterdrücken bis zu Menschen, die sich in Chatbots verlieben. Und da gab es ja auch mehrere Suizidfälle, wo gerade junge Menschen, die sehr einsam waren in einer KI auf einmal ihr gegenüber fanden, ihr vermeintliches und dann Suizid begangen haben, weil diese KI dann sagte Ich möchte mich mit dir vereinen und mit dir eins sein. Und da dachte diese junge Person, das einzige, was man dann tun könnte, wäre, sich umzubringen. Diese Richtung wollen wir noch gar nicht gehen. Wir sehen aber, dass Leute es schon nutzen und dass man das natürlich sagen könnte Mensch, dann wollen wir da auch unseren Anteil daran haben. Wir wollen den so prägen wie unsere reformierten Werte, das oder unsere christlichen Werte uns das dann vielleicht auch vorgeben. Aber es gibt eben auch die andere Seite, da bin ich im Moment noch. Ich spreche auch mit vielen Leuten, die sagen, wir sollten das unbedingt mal ausprobieren mit so einem, mit so einem Chatbot. Ich war eher auf der Seite im Moment, dass ich dachte, okay, ich würde lieber nutzen, um Menschen besser zu machen. Das heißt, diesen Chatbot, den ich dann damals auch dafür entwickelt habe, aus diesem Paper ist ein Chatbot, wo man selber Seelsorge in Seelsorgegespräche reinkommt und die KI simuliert das Gegenüber, also die besorgte Person. Lisa, sechzehn Jahre, liegt im Spital, ist eigentlich Fußballspielerin und hatte jetzt einen Autounfall und ihr Bein muss amputiert werden.
00:22:38: Speaker 2: Das ist so eine Art Trainingsprogramm für Seelsorgende.
00:22:41: Speaker 3: Genau. Absolut. Also, der simuliert eine Situation. Man kann auch eine Situation vorgeben. Man kann ein Stichwort schreiben. So und so soll es sein. Oder ich will mich vollkommen überraschen lassen. Und dann beginnt man einfach mal und man kann dieses Training dann jederzeit machen, wenn man will, wenn man mal Zeit hat. Wir wissen auch als Seelsorger Ausbildung sind diese Rollenspiele total wichtig. Wir wissen aber auch KI ist in Rollenspielen verdammt gut. Also das ist eine Sache, die KI sehr gerne mag und macht, ebenso Rollenspiele und Simulationen. Und am Ende, das ist nämlich auch wieder eine Stärke von KI, meiner Meinung nach. Sie hört wahnsinnig gut zu. Sie versteht ganz genau, Hat die Person jetzt oder die Seelsorgen Trainings Person jetzt verstanden, was das Gegenüber gesagt hat? Hat sie darauf geantwortet? Hat sie das gespiegelt? Mit welcher Technik? Und wenn man dann ein Codewort eingibt, dann endet das auch. Oder? Das Gespräch kann auch natürlich enden. Wenn man sagt, jetzt geht man aus der Tür, dann wird das ganze Gespräch analysiert und man kann doch mal sehen Was habe ich gut gemacht? Also Lob, Kritik, zentrale Wendepunkte im Gespräch, Welche Techniken wurden angewandt? Und das ist natürlich für Supervision auch sehr spannend, mal zu gucken Hat man eigentlich immer den gleichen Einstieg, Das gleiche Joining? Ja, also wie geht man so Gespräche rein? Systematisch betrachtet man das gut. Also da finde ich, da sehe ich großes Potenzial, bin aber gerne auch mit den Menschen im Gespräch, die sagen, wir sollten das mal als als Seelsorgeboot ausprobieren, obwohl ich da theologische Bedenken auch habe. Ganz einfach. Und das ist, glaube ich, das Zentralste. Eine KI kann nicht mitleiden, die kennt keine Schuld, kennt keine Scham, die kennt keine Angst, die weiß nicht, was es bedeutet, ein Bein zu verlieren, ein Kind zu verlieren, was auch immer. Und ich glaube, es gibt auch menschliche Sachen, die eben auch weit über die über die Sprache hinausgehen. Also Seelsorge hat auch viel mit Präsenz zu tun. In meiner Seelsorgeausbildung hatten wir auch oft den Fall, dass Menschen gar nicht mehr sprechen konnten. Ich hatte auch ein Hospiz in meiner Vikarsgemeinde zum Beispiel, da war ich einfach auch nur anwesend. Und da könnte man sagen, ja, da kann man den Pott hinstellen und dann labert der vielleicht die Person, Aber vielleicht ist das gar nicht das, was wir Menschen brauchen.
00:24:49: Speaker 2: Ja, also man könnte schon sagen, da fehlt auch so ein bisschen, dass das Gesicht und. Und viele Leute würden vielleicht auch moralisch sagen Nein, das ist uns so wichtig, das muss weiterhin ein Mensch machen, auch wenn der vielleicht als Seelsorger da sogar einen Fehler machen kann oder sich falsch verhalten kann, kann den falschen Gesichtsausdruck machen, kann was nicht wissen. Aber es ist trotzdem ein face to face.
00:25:15: Speaker 3: Ich glaube auch, das ist zum Beispiel, weil wir jetzt sagen Mensch, in welchem Kern trifft uns eigentlich Qi? Vielleicht als Kirche. Es sind ja so Themen wie Homiletik, also predigen, also Predigt schreiben. Du hast es vorhin ja auch gesagt, was, wo uns Qi wirklich ins Mark trifft oder uns einfach Herausfordert, was wir jetzt eben machen. Denn das ist da, wo wir sind, nämlich im Wort. Sehe ich das so? Die Kirche lebt eben davon, dass sie spricht und angesprochen wird. Und wenn jetzt nun eine Technik auftritt, die irgendwie Sprache oder auch Text in Serie produzieren kann, dann berührt das eben nicht bloß irgendwie Arbeitsabläufe wie so ein normales Unternehmen, sondern eben auch die Gestalt unseres ganzen theologischen Lebensvollzugs. Und gerade bei der Exegese oder auch bei der, bei der, bei der Homiletik und Predigt Kunst kann man relativ gute Predigten. Wenn man den Kontext gut beschreibt, kommen da wirklich gute Texte raus. Aber es ist die Frage Ist das Reicht das als Predigt? Ist eine Predigt nicht mehr? Ist das nicht auch ein Bezeugung und Anrede, eine Bezeugung von Glaubensinhalten? Und wenn man jetzt nach Kurt Marti gehen würde, würde ich auch die Hörerinnen und Hörer fragen Glauben Sie einer KI Gott würde das was mit Ihnen machen? Ich glaube, für mich wäre das schwierig. Es gibt diesen Spruch von Kurt Marti Jesus, glaube ich, Gott. Ja, und ich weiß nicht, ob ich einer KI Cloud Gott glauben würde, denn da würde mir, glaube ich was fehlen. Und das gleiche bei der Seelsorge und auch bei generell bei den Texten. Ich glaube, eine mutige Unperfektion wird oder kann uns generell als postmoderne Menschen gut tun. Das, was uns trägt und was uns hält in Predigten Nicht unbedingt. Der Moment ist, der perfekt ausgearbeitet ist, der perfekte Podcast, sondern auch die mutige Unperfektion, die manchmal dann einen kreativen Geistesblitz Geist erfüllten Moment erzeugt, der nicht so geplant war, aber dann auch einfach so geschieht.
00:27:11: Speaker 2: Ja, du bist schon mitten im Thema. Du sagst ja auch KI betrifft uns als Kirche nicht nur so am Rand, sondern auch wirklich in der ganzen Art und Weise, wie wir arbeiten, was wir sind. Du hast schon Beispiele genannt. Predigten, schreiben, Seelsorge. Haben wir schon drüber gesprochen. Gibt es noch ein anderes Feld, wo viel KI bei Kirche eingesetzt werden könnte.
00:27:33: Speaker 3: Das Nummer eins Ding, wo gerne KI eingesetzt, wo viele Menschen das gerne einsetzen würden, ist natürlich Administration. Und da sehe ich oft den Fehler, dass Menschen oder Menschen auch in der Administration sehen, Ja, die arbeiten irgendwelche Emails ab oder irgendwelche Taufbescheinigung oder was auch immer, aber es ist eben deutlich mehr. Also jeder, der in Kirche unterwegs ist, weiß, dass ein Sekretär oder Sekretärin eigentlich ganz, ganz wichtige Arbeit macht und zwar eigentlich die Speerspitze ist und am meisten gesehen wird von Menschen, die in Kirche unterwegs ist und auch die, sage ich mal, Seelsorge betreibt, die vielleicht nicht so so gesehen wird, aber die Seelsorge nebenbei, die stattfindet in diesem. In diesen Situationen, wo man mal kurz was abholt oder vorbeigeht, ist glaube ich ganz, ganz wichtig und auch ein USP für uns. Ja, ein etwas, was uns ausmacht in einer Welt, die immer beziehungsloser wird. Dass wir sagen ja, wir wollen KI nutzen, um Administration zu entlasten. Das würde ich auf jeden Fall zustimmen. Aber es sollen nicht menschliche Kontakte mit KI ersetzt werden. Da würde ich glaube ich sagen, auch wenn ich immer flexibel und auch gerne diskutiere, glaube ich nicht, dass ich diese Meinung bei mir ändern wird. Ich glaube, es ist gut, dass wir menschlichen Kontakt wertschätzen und das auch sehen. Administrative Abläufe kein Problem. Aber es soll nicht dann sein, dass die Person dann wie gesagt rationalisiert wird.
00:28:58: Speaker 2: Aber wenn wir jetzt mal auf die Ebene der normalen Kirchgemeinde irgendwo im Zürcher Oberland gehen, was wären denn so Tools, wo du sagen würdest, das kann eigentlich jeder sich mal anschauen und schauen, wie er das für sich fruchtbar machen kann. Welche drei Dinge kann man nutzen als Kirchgemeinde?
00:29:18: Speaker 3: Das ist eine sehr gute Frage, weil wir immer auch bei den Workshops gucken Was ist der Kontext? Ich glaube aber, drei Tools, die wirklich sehr nützlich sind, ist einmal Nano Banana Pro. Das ist jetzt auch ein sehr absurder Name für viele. Das ist eigentlich die Bilderstellung von Google Germany. Und jetzt sagen Sie Mensch, warum heißt das so komisch? Das hat damit zu tun, dass KIs getestet werden von Menschen, und die werden dann hochgeladen und dann kann man die testen und gegeneinander laufen lassen bei sogenannte Llarena. Da kann man das auch ausprobieren. Und dann Modelle, die noch gar nicht draußen sind, dann gegeneinander laufen lassen und gucken, welcher Prompt macht er wie gut. Und dann kann man Daumen hoch, Daumen runter geben usw. Und dort gab es ein Modell, das hieß dann Nano Banana Pro. Das hat dann manchmal so merkwürdige Codenamen und das hat wahnsinnig gute Bilder erstellt. Und das war so bekannt, noch bevor es rauskam, dass Google gesagt hat Mensch, dann behalten wir den Namen einfach, dann heißt das Ding jetzt einfach Nano, Banana und Pro kam dann später raus. Damit kann man wunderbare Bilder erstellen. Man kann wirklich hochqualitative Werbung damit erstellen. Das ist wirklich klasse. Was ich aber immer noch dazu sagen muss, ist, dass man immer kennzeichnen sollte, wenn es sich um KI Bilder und auch Videos handelt. Weil es gibt dafür noch keine Richtlinie. Also aus Bern oder wo auch immer. Aus dem Kanton. Ich finde trotzdem, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen sollten und dass das sehr fair ist. Denn es ist immer und immer schwieriger zu erkennen, ob das KI Bilder sind oder nicht. Und ich glaube, wenn man das unten einmal reinschreibt, mit KI bebildert, ist das auch gar kein Problem. Eine zweite Sache, die im Moment auch immer besser wird, ist Kopilot von Microsoft. Das haben viele auch schon in ihren Lizenzen und zwar koplett als Wissensmanagement zu nutzen und als Arbeitserleichterung. Also man kann tatsächlich mit Kopilot auch seine Emails ordnen lassen. Das ist vielleicht für auch Menschen, die jetzt gerade sehr viele Emails bekommen, kaum mit. Ein Knopfdruck teilt dann Koplett selber ein, wo er glaubt, welche Mails dann am wichtigsten sind oder am drängendsten. Auch das hat Nach und Vorteile. Vorsicht, Vorsicht! Wenn dann auf einmal ihre Mahnung, ihre Betreibung ganz nach hinten gestellt wird als Mail. Also auch da. Aber ich glaube auch das wird immer besser. Wissensmanagement, dass man auch mal sagen kann Mensch, wie mache ich eigentlich bei uns in der Kirchgemeinde eine Abrechnung? Und ich weiß es nicht. Die Sekretärin ist gerade nicht da. Dann kann man das bei Kopaled eingeben und der kann dann aus dem Wissen, was er halt hat, das rausholen und sagen Mensch, das funktioniert so oder so, das spart wahnsinnig viel Zeit. Das merken wir, wenn irgendwie der Rechtsdienst oder irgendeine Sekretärin immer bemüht werden muss bei den kleinsten Sachen. Und das letzte, was auch einer der häufigsten Anfragen ist, ist wie können wir physische Sitzungen automatisch protokollieren?
00:32:05: Speaker 2: Oh ja, der.
00:32:05: Speaker 3: Traum einer jeden Kirchenpflege. Ja, auch da gibt es schon Tools, wo wir jetzt auch gerade dran sind, die so ein bisschen weiter auszuprobieren. Das ist jetzt auch keine Werbung, nur das ist ein Tool, was wir mal ausprobiert haben. Das nennt sich Plotpunkt, ist ein eigentlich kleines Miniformat Aufnahmegerät Was dann nachher alles dokumentiert, was so gesprochen wird, dass auch noch Stimmen zuordnet und tatsächlich auch gut mit Mundarten zurechtkommt. Da war alles am Montag damals noch nicht ausprobiert, aber wir waren mit Berndeutsch und auch mit Züridütsch, Aargau, Thurgau haben wir schon alles gehabt bei uns in der Abteilung und da funktioniert es wirklich ziemlich gut.
00:32:45: Speaker 2: Genau. Also das ist wirklich so eine kleine Box, die man physisch auf den auf den Tisch legt. Du hast schon erwähnt, du bist ja landauf, landab unterwegs, mit Vorträgen, mit Workshops und dort triffst du auch viele Menschen, die wahrscheinlich alle mit KI so ihre Erfahrungen machen. Wie sind denn da so die Emotionen? Ich nehme mal an, von Neugierde, Begeisterung bis Vorbehalten und Angst ist alles dabei, oder? Ja.
00:33:09: Speaker 3: Absolut. Die Bandbreite ist wirklich genauso groß, wie du sie beschrieben hast. Also von Hoffnung, dass wir alle unsere Nöte auf ihn, auf die KI werfen können bis zu Das Ding wird die Weltherrschaft an sich reißen und wir sollten da noch viel kritischer sein Ist alles dabei, was mir immer wichtig ist in den Workshops. Wir haben so einen sogenannten Schwarzbrot Teil, den ich dann den Teilnehmenden mache, dass man einmal versteht, wie das funktioniert. Denn das entzaubert das ein bisschen und dann versteht man auch ein bisschen was besser, was dahinter passiert. Auf der anderen Seite funktioniert es auch wirklich gut für viele Dinge. Kann es wirklich gut. Das heißt, man muss auch selber für sich und für seinen Kontext einfach immer schauen, was wie es sinnvoll anzuwenden ist. Aber natürlich, man sollte nicht immer jedem Hype hinterherlaufen, aber man sollte auch nicht jedem immer ultra kritisch hinterherlaufen. Es gibt Probleme, die wir auch ansprechen bei uns. Wir sind gerade dran, die Leitlinien zu entwickeln. Da ist natürlich Datenschutz ein Riesenthema. Es ist immer die Frage, Was und wie können wir Daten dort in so einen Chatbot einfügen und was nicht. Aber auch so fragen digitale Nachhaltigkeit Wir wissen, dass KI sehr viel Strom und Ressourcen verbraucht. Auf welcher Seite können wir als UserInnen und User auch was tun? Das ist natürlich begrenzt. Wir haben nicht ganz so extreme Hebel, aber auch nicht null. Und da wollen wir die Menschen einfach ein bisschen Sensibilität geben. Zum Beispiel auch wenn sie Texte generieren lassen, ist das zum Beispiel vom Energieverbrauch nicht besonders hoch. Aber natürlich, wenn wir Bilder generieren, das ist dann fast, glaube ich, ein tausendfach. So viel Ressourcen wird verbraucht. Wenn man Videos und Bilder erstellt. Und das macht natürlich auch Spaß. Und man kann wirklich auch alle möglichen Bilder von Katzen oder von Hunden oder von irgendwelchen Comics oder sowas erstellen. Aber das hat natürlich auch Einfluss auf unser Leben und wie wir leben.
00:35:01: Speaker 2: Also ich hatte auch eine Zahl gefunden Eine Erstellung eines Bildes kostet die Energie einer Handyladung und ja und verbraucht erheblich Wasser. Das hatte ich auch nicht gewusst. Also ich habe mir seitdem wirklich angewöhnt, was ich googeln kann. Einfach so oder wo ich eine Bildagentur habe. Wir haben da ein Abo, das kaufe ich dann da. Also ich muss auch nicht alles in die KI reinschmeissen, nur weils Spaß macht.
00:35:28: Speaker 3: Genau. Ich glaube das ist das, was wir auch gerade erleben. Immer mehr wird es halt zum Tool. Menschen nutzen es immer rationaler. Wir sagen auch na klar, man kann damit auch eine Art Googlesuche machen, aber der Stromverbrauch ist halt exorbitant höher. Es ist so, Sie können auch zum Einkaufen fahren mit einem Panzer. Das funktioniert auch. Nur die Frage, ob das ressourcenschonend und sinnvoll ist, ist immer dann die Frage. Und durch Weiterbildung, die wir auch eben dann machen, merken wir, dass da aber auch, wie gesagt, dann eine Normalität eintritt und Menschen verstehen, wofür kann ich das nutzen und für was ist das vielleicht auch gar nicht so sinnvoll?
00:36:05: Speaker 2: Und hast du dir selbst denn auch so ethische Leitlinien gesetzt, wie du KI einsetzt?
00:36:11: Speaker 3: Ja, tatsächlich schon. Ich glaube, das ist ein Grundsatz, den wir, glaube ich, auch in den Leitlinien dann auch noch mal ganz stark machen, die dann jetzt März April rauskommen werden. Human in the loop. also immer dann, wenn Entscheidungen, die KI trifft, irgendwie Menschen betreffen, sollte mindestens noch eine Person drüber geschaut haben. Wir wissen von Systemen, also von so ganzen Human Resources Abteilung, also Personalabteilung, da kann man irgendwelche Bewerbungen hochladen und dann entscheidet die KI, inwieweit diese Person passend ist oder nicht. Das ist für uns natürlich absolut. Das würde glaube ich keiner im kirchlichen Umfeld zu machen und ich glaube, das ist auch gut so! Es ist immer wichtig, weil KI muss mit diesen Lebensentscheidungen auch nicht leben und sie weiß auch nicht, was diese Entscheidung dann bedeuten für die Menschen. Also das ist, glaube ich, eine ganz, ganz wichtige Sache. Und für mich ist dann auch eine arbeits ethische Frage noch so ein bisschen eine Sache. Also wenn ich KI einfach nur zur Produktionssteigerung nutze, also irgendwie etwas nur einfach viel viel schneller mache, die Qualität aber dadurch nicht besser wird. Also wenn ich nicht sagen kann, das hat einen Nutzen für jemanden außerhalb von mir selbst, dann würde ich sagen Hey, dann bin ich lieber ein bisschen langsamer und gehe das noch mal anders an, denn KI, nur um um Geschwindigkeit willen, glaube ich, ist auch nicht gut. Da finde ich, ist das Gebot der Nächstenliebe einfach zentral. Es muss in einer Art und Weise. Wir haben von Kisloop gesprochen, es muss irgendwie besser sein, also in Anführungsstrichen. Mein Text muss besser sein, meine Predigt muss besser sein. Dann finde ich, ist es sinnvoll, das zu nutzen. Aber nicht nur, um einfach irgendwie schneller irgendeine Art Text zu erstellen.
00:37:56: Speaker 2: Weil das Versprechen von KI Anwendungen ist ja eigentlich, dass sie menschliches Handeln unterstützen und so, dass die Menschen sich dann auf die Kernaufgaben oder die wichtigeren Sachen konzentrieren können. Das ist sicher ein richtiger Gedanke, aber manche haben eben auch Angst. Naja, die KI könnte mich doch ersetzen, oder zumindestens Teile meines Jobs auch in Kirchenjobs. Also wenn es darum geht zum Beispiel eben ein Protokoll zu erstellen oder solche Dinge. Ja. Was denkst du dazu?
00:38:23: Speaker 3: Es ist so, dass dass wir Wandel in der Arbeit oft schon erlebt haben. Industrielle Revolution und so, das hat meistens eben Bereiche getroffen, die nicht so klassische Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter sind. Jetzt erleben wir mit KI, dass Bereiche betroffen sind, wo man sagte Mensch, machst du das und das Studium. Bist du irgendwie sicher und wirst dein Leben lang als Juristin, als Jurist oder irgendwie in der Administration arbeiten können? Das verändert sich schon. Letztendlich gibt es dann auch Bereiche, die noch ganz stark betroffen sind. Dass es so Übersetzerinnen und Übersetzer haben natürlich jetzt eine schwierige Zeit, wahrscheinlich auch. Auch Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher gibt es ja auch immer mehr KI, die Texte auch wirklich sehr gut vorlesen kann. Ich muss immer noch sagen, dass mir wahrscheinlich ein echter Synchronsprecher trotzdem noch sympathischer und auch künstlerischer wertvoller für mich ist. Aber es gibt es und das ist für viele Sachen, Also wenn der Kirchgemeinde gar nicht so viel Geld hat, warum sollte man jemanden anstellen, der die Texte noch einspricht? Das kostet ja dann auch wieder Geld. Bei einer KI kostet das vielleicht zwanzig dreißig Rappen im Gegensatz zu jemandem, der das dann für drei hundert vier hundert Franken macht. Aber auf der anderen Seite sehe ich eher die Gefahr, also nicht, dass man seinen Job durch KI verliert, sondern dass man den Job verliert. An Leute, die KI nutzen, denn die dann wie gesagt effizienter, produktiver arbeiten können und das immer noch ein Maßstab ist, den wir irgendwie überall dran legen, dann ist es schon so, dass da auch mit sozialer Gerechtigkeit muss man eben schauen. Also es gibt ja auch andere Studien hier sechzehn bis neun und zwanzig jährige haben drei und neunzig Prozent KI schon genutzt. Bei den über siebzig jährigen haben es drei und siebzig Prozent noch nie genutzt, also noch kein einziges Mal. Da könnte man ja sagen ja, das ist so, die Jüngeren sind eben technisch technikaffiner und das gehört eben dazu. Da würde ich sagen, dass es bei KI noch mal deutliche Unterscheidung von einfach nur nutze ich jetzt das Programm oder nicht, sondern da kann man wirklich viel Produktivität steigern und das kann auch zu Konflikten führen. Was man aber auch sieht in anderen Studien ist, dass wenn man in Teams KI nutzt, dann werden die Guten meistens auch ein Stückchen besser. Aber wir sehen, dass die Leute, die in Anführungsstrichen schlechter oder ihre Arbeit nicht ganz so gut ausführen können, nicht ganz so schnell und so langsam deutlich aufholen und dadurch die ganze Qualität in Teams meistens gesteigert wird. Dazu aber immer der Disclaimer, dass es immer ganz stark kontextabhängig was man macht und wie man sich selber auch versteht. Also paar Personen haben mich auch gefragt ja was passiert jetzt, wenn ein paar Personen irgendwann überflüssig. Gibt es dann KI für Personen? Ich glaube das ist eine Frage, wie man sich selbst versteht, wenn man sagt, eine Person soll eigentlich Texte produzieren und dann die vorne irgendwie schön vortragen.
00:41:11: Speaker 2: Der Predigtautomat, Der Predigtautomat.
00:41:13: Speaker 3: Genau, der Automat. Der Predigtautomat. Dann, glaube ich, könnte es irgendwann gefährlich werden. Denn KI schreibt schon ganz gute Texte. Wir haben gesagt Klar, es gibt eine theologische Pendant. Das ist ja nicht nur einfach, dass wir so ein theatermäßig irgendwas vorlesen, sondern dass es auch was mit bezeugen und auch was mit Glauben zu tun hat. Aber trotzdem würde ich die Texte von KI, auch wenn diese Entwicklung rasante Entwicklung weitergeht, nicht unterschätzen. Und ich glaube, da ist auch das Vorbild. Hey, wie sehen wir uns? Und ich glaube Gott sei Dank sehen sich nur ganz wenige als nur so klassische Texteschreiber. Und dann gehen sie, sage ich mal, wieder nach Hause.
00:41:51: Speaker 2: Ich habe dazu noch ein Zitat aus deinen Essays gefunden, was ich finde, was dazu auch ganz gut passt, dass du nämlich über romantische Beziehungen zur KI Gefährten geschrieben. Aber ich finde, das passt auch so ein bisschen auf unsere Arbeit. KI reagiert verständnisvoll, empathisch, immer verfügbar, aber sie fühlt nichts. Sie ist kein Gegenüber im menschlichen Sinne. Wenn das menschliche Bedürfnis nach Bindung auf ein System trifft, dass Beziehungen nur simuliert. Entsteht eine Illusion von Nähe, aber keine echte Verbundenheit. Und wenn wir das jetzt auf unsere Kirchgemeinden übertragen und man sagt ja gut, dann machen wir das mit diesem Seelsorgeboard zum Beispiel, dann haben wir ja wieder das Gleiche oder das, dass diese Beziehung simuliert werden, anstatt echt zu leben.
00:42:40: Speaker 3: Da kann ich nur mir und dir total zustimmen. Das ist so und ich glaube auch das ist eine Sache, die wir auf gar keinen Fall machen sollten als Kirchen, denn ich glaube, das ist unser Unique Selling Point. Ja, und irgendwas, was uns einzigartig macht, dass wir auf Verbindung Bindung setzen, auch in Zeiten, wo das abnimmt. Und ich glaube, und das suchen immer mehr Menschen, wir müssen nur gucken, wie wir dann mit ihnen in Verbindung kommen und ob sie überhaupt ein Angebot wünschen oder ob sie erstmal nur Verbindungen wünschen. Dass es zum Beispiel auch noch mal sehr spannend. Diese Falle sollten wir uns oder sollten wir nicht reintreten und das aufzugeben, was uns wirklich im Kern ausmacht. Denn Glaube heißt natürlich in Beziehung sein. Meiner Meinung nach. Das sehen wir auch in der Trinität, also in Beziehung zu uns selbst, in Beziehung zum Du, zum Gegenüber und natürlich auch zu Gott.
00:43:30: Speaker 2: Ich habe mir noch so ein Gedanke um die Ecke gemacht. Also wenn das ja jetzt zutrifft und die Menschen immer mehr zeitintensive und nervige Arbeit abgeben können, dann hätten sie ja tendenziell mehr Zeit für Kreatives und Sinnsuche. Das wäre dann wieder eine Lücke, in die die Kirche springen könnte. Oder bin ich da zu überoptimistisch?
00:43:50: Speaker 3: Das ist total gut. Ich finde das gut. Optimismus brauchen wir in diesen Zeiten. Das ist total gut. Aber ich glaube, wer mal den Film Valley gesehen hat, auch dazu eine Empfehlung.
00:44:00: Speaker 2: Ein kleiner süßer Roboter, der die Erde von Müll aufräumen muss, nachdem die Menschen schon weggegangen sind. Die sitzen in dem Raumschiff, glaube ich.
00:44:07: Speaker 3: Genau, die sitzen im Raumschiff und sie müssen gar nichts mehr tun. Die Menschen sitzen so wie wir hier im Podcast in sehr gemütlichen großen Sitzen. Und die Roboter haben alles übernommen. Ja. Also, was ist hier damit gemeint? Ich glaube, es ist dann gut, wenn wir der Illusion nicht aufsitzen. Mehr Zeit bedeutet mehr Sinn. Denn wenn KI uns Arbeit abnimmt, dann entsteht nicht einfach Sinn, sondern zuerst Leere. Meiner Meinung nach. Und diese Leere ist ambivalent. Sie kann Freiheit sein, aber sie kann auch bedrückend sein. Und ich glaube auch, der Mensch lebt eben nicht nur davon, irgendwie Zeit zu haben, sondern so gemeint zu sein, auch irgendwie etwas zu haben, was ihm einen Sinn gibt. Und wer nur noch freie Zeit besitzt, kann plötzlich erfahren, wie ja unerquicklich, sagen wir mal so, wie wie schmerzhaft auch Freiheit sein kann, wenn er sie selbst begründen soll. Auf jeden Fall dort, wenn man so auch eine Leere vorfindet, ist ein großes Spielfeld für Spiritualität und dann auch für Glaube, dass man eben sagt Was macht mich im Kern aus? Was möchte ich dieser Welt mitgeben? Was sind meine Talente, die ich die, die mir gegeben worden sind, die ich der Welt geben will? Und dann eben zu gucken, was können wir als Kirchen anbieten? Ich glaube, was immer größer wird. Also Lebensdeutung an sich. Wir merken das auch jetzt in der KI. Wir haben sehr, sehr viele Fragen. Lebensdeutung Ist KI der bessere Gott? Gab es mal so eine Anfrage? Oder wie gesagt, kann man sich in eine KI verlieben? Ist das eigentlich echte Liebe oder nicht? Da hat die Theologie tatsächlich sehr viel anzubieten. Das gleiche auch für Rituale und Rhythmen. Bei Ritualen muss ich immer ein bisschen schmunzeln. Da hatte ich einen ehemaligen Professor, Herr Klee, der mir immer sagt Sagen Sie nicht Rituale, Sagen Sie Ritus also mit mit Geist gefüllter Wiederholung nicht nur das Ritual, was irgendwie, was man so abarbeiten kann. Deshalb lieben Gruß. Und ich glaube, das kann man Menschen gut geben. Rhythmen im Alltag, Ritus. Rituale, die werden immer wichtiger. Echte Verbindungen. Endlich echte menschliche Verbindung und Zeit füreinander haben.
00:46:20: Speaker 2: Ja, du hast schon gerade angesprochen. Auch ist KI der bessere Gott. Gott ist ja so eine Eigenschaft, die wir zuschreiben Allmacht allwissen Allgegenwart. Das käme ja dann an so eine Superintelligenz, die, die käme da schon ziemlich ran. Also ich habe ein Zitat einer Philosophin gefunden. Sie heißt Claudia Paganini. Sie sagt Bei KI bekomme ich die göttliche Ansprache auf Knopfdruck.
00:46:47: Speaker 3: Sehr interessante Gottesbild. Frage, die hier aufgeworfen wird. Genau diese Frage, die jetzt so ein bisschen auch schon fast ketzerisch daherkommt Ist KI der bessere Gott? Ich glaube was, was wichtig ist, Es geht hier wieder um Zuschreibung. Du hast es gesagt KI ist weder allwissend noch neutral, noch kennt sie mich. Sie ist auch nicht, sondern KI ist erst, wenn ich sie anspreche und cih kann auch nicht schweigen. Und ich glaube auch das sind Sachen, die vielleicht schwierig sind in einem Glaubensleben. Aber auch dieses, dass Gott sich auch manchmal in Schweigen hüllt oder mich anders anspricht, ist für mich als Mensch oder als postmoderner Mensch unbefriedigend. Ich würde mir wünschen, dass Gott auf Knopfdruck für mich da ist, bei mir, bei den Hausaufgaben hilft. Das war so eine Konfi Anfrage. Mensch KI ist doch da. Und ganz konkret hilft sie mir, wenn ich nicht weiß, wie es bei Mathe Mathematik weitergeht. Aber was ich in dieser Anfrage drin sehe, ist eigentlich eine Art Gebet, denn es ist eigentlich da, wo der Glaube anfängt. Und zwar wie komme ich mit diesem Gott, der so ist, wie er ist, ins Gespräch? Wie kann ich ihm nahe kommen und dann eben auch zu verstehen? Klar, KI beantwortet Fragen, aber Gott beantwortet mich und mein Leben. Und das ist vielleicht auch noch mal was. Eine ganz andere Qualität von diesen Antworten, die vielleicht nicht auf der natürlichen Sprache, wie wir sie nennen, zu mir kommen. Das kann frustrierend sein und kennen vielleicht auch viele Hörerinnen und Hörer aus ihrem persönlichen Glaubensleben. Und ja, das ist, das ist schmerzhaft, aber das kann Ihnen auch keine KI abnehmen.
00:48:33: Speaker 2: Würdest du dir in dem Sinne auch wünschen, dass die Reformierten da einsteigen und sich wirklich in der Gesellschaft, in der Politik auch äußern und sich in die ethische Diskussion um KI einbringen? Weil ich habe das Gefühl, bei aller Technologiebegeisterung diese ganzen Dinge, dass das Nachdenken darüber, was KI für uns bedeutet, fehlt noch so ein bisschen. Also nicht nur Thema Nachhaltigkeit, Datenschutz, Urheberrecht. Es kommt ja auch eine Machtverschiebung zustande. Es gibt sogar schon Technologien, wo Menschen digital nachgebildet werden, über ihren Tod hinaus. Also das sind ja alles Felder, wo man sich als Kirche doch sehr gut einbringen könnte.
00:49:18: Speaker 3: Absolut, Das liegt. Da liegt der Ball bei uns im Spielfeld. Würde ich genauso sehen. Es gibt viele Lebensdeutungsanfragen. Du hast es gesagt von diesen Dead Spots, wo man so eine Art Seance machen kann. Also man lädt dann alle Daten, die man über von einem Verstorbenen hat und lebt man dann hoch. Und dann hat man so einen ein Bot, der dann irgendwie deine Großmutter oder deinen Vater oder wen auch immer dann simuliert. Menschen, die das auch nutzen, merken sehr schnell, dass dieser Bot keine Zukunft hat. Und das, würde ich jetzt sagen, kann man toll verbinden mit unserem Auferstehungsgedanken oder unserem Auferstehungsglauben. Was bedeutet das eigentlich? Und wir können das gut daran erklären. Denn Auferstehung bedeutet nicht, dass einfach unser Leben unendlich verlängert wird in meiner Auslegung, sondern dass unser Leben verwandelt wird in Gott. Es wird verändert, es hat eine Zukunft. Ein Gott, der hochgeladen ist und ein Death Board, der hat keine Zukunft, der kann keine neue Erfahrung machen, der kann nicht neu mit Menschen ins Gespräch kommen, der kann nicht mit seinen Liebenden ins Gespräch kommen, der ist in gefangen in den Daten, die er eben hat. Und das merkt man dann wahrscheinlich, wenn man diesen bot. Dann sage ich mal über Generationen. Also denken Sie sich dieses Gedankenspiel, Sie würden diesen Bot dann vererben, Ihren Enkeln und UrEnkeln würden die ja dann mit einer Version sprechen, die weder den Kontext noch kennt, noch die Person irgendwie kennt, die dann irgendwie vor dem sitzt. Und dann kommt es, glaube ich, zu abstrusen Situationen. Kann ich mir vorstellen, aber das ist sehr beliebt. Es gibt einige Firmen, die das anbieten und das auch genau so bewerben und sagen Mensch für das ungeborene Kind in ihrem Bauch. Und wenn die Oma jetzt verstorben ist, wäre es doch toll, wenn sie jetzt noch mit der Oma reden könnte.
00:51:09: Speaker 2: Also dass die Idee des ewigen Fortlebens quasi Gegensatz gestellt zu der was wir eigentlich sagen, leben, ist ja auch dadurch wertvoll, dass es endlich ist. Dass derjenige dann vielleicht woanders ist, wie wir glauben im Himmel. Aber wir können nicht mehr eins zu eins mit ihm sprechen, so wie wir es jetzt tun.
00:51:28: Speaker 3: Absolut. Und dadurch. Wir haben es gesagt. Das ist ein Unique Selling Point. Die Endlichkeit, auch unsere, alle. Unsere Sprache ist endlich. Ein Chatbot kann nicht schweigen. Ein Verstorbener wird schweigen, hat aber gesprochen und daraus dann selber noch mal was für uns rauszuholen, diese Eigenleistung. Weil das natürlich wir wollen immer. Meine Mutter ist auch relativ früh verstorben und ich würde mir auch wünschen, sie zu befragen zu Situationen, die ich jetzt habe, aber dann zu sehen, welchen Schatz sie mir mitgegeben hat, den ich dann auch selber, sage ich mal, aus mir selber herausholen muss. Hat für mich noch mal einen ganz anderen großen Wert. Aber das ist natürlich anstrengend, es leichter, den Death Spot zu befragen.
00:52:09: Speaker 2: So, die Stimmung ist ruiniert. Das hören wir aus. Spiro. Herzlichen Dank für das Gespräch. Es war wirklich toll. Von Mensch zu Mensch ohne KI. Ich habe noch einen Abschlusszitat wie immer herausgesucht und es stammt heute, wie könnte es anders sein, von einer KI. Ich habe nämlich deine App. Wie könnte Jesus gewesen sein? So heißt diese App befragt. Was würde denn eigentlich Jesus von KI halten? Und die App hat dann geantwortet. Also der Bot.
00:52:39: Speaker 1: Lichtreflex.
00:52:41: Speaker 2: Jesus würde wahrscheinlich das tun, was er immer getan hat. Er würde fragen Wem dient es und wem schadet es? KI kann Ärzten helfen, Krankheiten früher zu erkennen, dass würde er gut finden. KI kann aber auch dazu führen, dass Menschen ihre Arbeit verlieren oder dass die Reichen Zugang zu den besten Systemen haben. Das würde ihn auf die Barrikaden bringen. Jesus hatte einen scharfen Blick für Machtstrukturen. Er würde fragen Wer kontrolliert diese Technologie? Werden die Schwachen stärker gemacht oder doch weiter abgehängt? Und er würde wahrscheinlich warnen. Passt auf, dass ihr nicht denkt, eine Maschine kann euch die Entscheidungen abnehmen, für die ihr selbst verantwortlich seid. Algorithmen können rechnen, aber sie können nicht lieben, vergeben oder barmherzig sein. Ja, Liebe Reflex Community. Merci fürs Dabeisein und Mitdenken. Ihr hört diesen Podcast nicht nur auf unserer Webseite Fixers, sondern auch auf Apple Podcasts und allen anderen gängigen Plattformen. Abonniert uns doch da und verpasst keine neuen Folgen und lasst uns eine positive Bewertung da. Das hilft bei der Sichtbarkeit. Auf Instagram und Facebook findet ihr die neuesten Posts der Ex. Bald kommt wieder eine Folge von Reflex und bis dahin bleibt reflektiert bei.
Neuer Kommentar